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Analysen - DAX 100
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14.11.2001
IKB halten
Bankgesellschaft Berlin
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Bankgesellschaft Berlin raten weiterhin, die Aktien von IKB (WKN 806330) zu halten.
Die Allianz (19,8%) und die Münchener Rück (13,4%) würden ihre Anteile an die KfW verkaufen, die mit 34,1% nun größter Aktionär der IKB sei. Die KfW sei nach eigenen Angaben nicht an einer Aufstockung ihres Anteils interessiert. Ein Übernahmeangebot an die anderen Aktionäre müsse sie nicht abgeben, weil derzeit hierfür noch die 50%-Grenze gelte (30% ab 2002). Aus diesem Grund werde sich die seit Anfang vergangener Woche eingepreiste Übernahmephantasie in der IKB-Aktie wieder abbauen. Aufgrund ihrer einzigartigen Marktstellung im deutschen Mittelstand sei die IKB vor dem Hintergrund der Steuerreform und von Basel II insbesondere für ausländische Investmentbanken sehr interessant. Ein Zugriff durch andere Banken sei nun endgültig abgewehrt worden, so dass die zukünftige Kursentwicklung unabhängig von Übernahmespekulationen erfolgen sollte.
Gleichzeitig würden KfW und IKB eine strategische Kooperation eingehen, die der KfW eine Partizipation am Vertrieb ihrer eigenen Produkte verschaffe und die Ausrichtung der IKB weiter verstärke. Die Details der Zusammenarbeit würden in den nächsten Wochen erarbeitet, so dass eventuell noch in diesem Jahr mit näheren Informationen zu rechnen sei. Allerdings müsse festgestellt werden, dass beide Banken bisher bereits eng zusammengearbeitet hätten. Einerseits sei die KfW der Hauptfinanzierungspartner der IKB, andererseits würden 40% der von der KfW durchgereichten Kredite über die IKB laufen. Darüber hinaus würden die Vorstandssprecher im Aufsichtsgremium der jeweils anderen Bank sitzen. Von daher handele es sich um keine neue Kooperation, sondern um eine Vertiefung derselben.
Zu den Auswirkungen auf die Ertragslage habe sich die IKB noch nicht konkret äußern können. Da es sich jedoch nur um eine Vertiefung der Kooperation handele, und diese wahrscheinlich auch ohne die Kapitalbeteiligung vertieft worden wäre, gehe man nicht von erheblichen zusätzlichen Erträgen aus. Aus diesem Grund hätten die Analysten sie zunächst nicht in ihren Gewinnschätzungen berücksichtigt. Trotz des Anteilsverkaufs bleibe die Allianz erwartungsgemäß Kooperationspartner der IKB im Versicherungsgeschäft. Die zur Münchener Rück gehörende ERGO werde neuer Partner im Asset Management für Unternehmen. Somit könne die IKB ihren Kunden auch weiterhin erstklassige ergänzende Produkte anbieten.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Kooperation habe die IKB - eine Woche früher als geplant - die Zahlen des 1. Halbjahres 2001 vorgelegt. Diese hätten im Rahmen der Analysten-Erwartungen gelegen, so dass man die Gesamtjahresschätzung nicht anpasse. Im Zuge des Kurssturzes von Bankaktien nach den Terroranschlägen des 11.9. habe auch die IKB-Aktie deutlich an Wert verloren. Dieser Wertverlust sei bis heute fast wieder neutralisiert worden, was nicht zuletzt auf die defensive Ausrichtung der Bank und Übernahmespekulationen zurückzuführen sei. Letztere hätten sich nun erübrigt. Darüber hinaus gehe man von einem Umschwung des Marktes hin zu offensiven Bankwerten aus.
Daher belassen die Analysten der Bankgesellschaft Berlin ihre Einstufung für die Aktien von IKB auf "halten".
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