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Analysen - Nebenwerte
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15.08.2007
D+S europe kaufen
SES Research
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von SES Research, bewertet die Aktie von D+S europe (ISIN DE0005336804/ WKN 533680) nach wie vor mit "kaufen".
D+S habe mit Vorlage des Halbjahresberichts die Erwartungen leicht übertreffen können. Der Umsatz im zweiten Quartal 2007 sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 25% auf EUR 48,5 Mio. (SES Research e: EUR 47,5 Mio.) gestiegen und das EBIT habe um 52,5% auf EUR 6,1 Mio. (SES Research e: EUR 5,8 Mio.) gesteigert werden können.
Alle drei Segmente hätten zum Umsatzwachstum beigetragen: Im Segment "communication and dialog services" habe die Gesellschaft einen Umsatz von EUR 23,7 Mio. (+18,5% vs. Q1/07) erzielt. Damit unterstreiche D+S das starke Neukundenwachstum im Bereich "Call Center". Die EBIT-Marge des Segments habe bei 7,6% gelegen.
Gegenüber dem ersten Quartal 2007 sei der Umsatz im Segment "mobile and telephony services" konstant bei EUR 22 Mio. (45% des Konzernumsatzes) geblieben. Dies sei insofern beachtlich, da das Mehrwertdienste-Geschäft im zweiten Quartal in der Regel saisonal bedingt schwächer sei, als im ersten Quartal 2007. Insbesondere habe im zweiten Quartal 2007 das Content-Volumen gesteigert werden können. D+S habe in dem Segment eine EBIT-Marge von 13,6% erzielt.
Das Segment "consumer information and collection services" habe eine außergewöhnliche Performance im zweiten Quartal 2007 geliefert. Gegenüber dem Vorquartal habe der Umsatz um 75% auf EUR 2,8 Mio. gesteigert werden können. Das EBIT des Segments habe bei EUR 1,2 Mio. gelegen, was einer EBIT-Marge von 45% entspreche. SES Research führe die hohe Marge auf Projekte im Adress-Brokerage in hohen Volumina zurück. In den folgenden Quartalen sollte sich die EBIT-Marge bei einem Niveau um ca. 35% einpendeln.
Die Nettogewinnentwicklung im abgelaufenen Quartal sei hinter der EBIT-Entwicklung zurückgeblieben. So habe D+S den Nettogewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 14% auf EUR 2,8 Mio. gesteigert. Dabei seien die folgenden beiden Effekte zu berücksichtigen. Zum einen habe sich gegenüber dem zweiten Quartal 2006 das Finanzergebnis um EUR 0,4 Mio. auf minus EUR 1,4 Mio. bedingt durch die Heycom-Akquisition verschlechtert. Zum anderen habe die Steuerquote im zweiten Quartal 2006 aufgrund von Verlustvorträgen bei gerade einmal 14% gelegen. Demgegenüber habe D+S im zweiten Quartal 2007 eine Steuerquote von 38% ausgewiesen.
Der Rückgang des operativen Cashflows (EUR 2,4 Mio. in 1H/07 vs. EUR 4,5 Mio. in 1H/06) sollte temporär sein und mit einmaligen Effekten im zweiten Quartal zusammenhängen. Der Rückgang des operativen Cashflows begründe sich im Wesentlichen durch einen Anstieg der Forderungen von EUR 12 Mio. gegenüber dem ersten Halbjahr 2006.
Dabei seien im Wesentlichen zwei Effekte zu berücksichtigen: Erstens sollte mit dem Aufbau des Call-Center-Standortes auf Rügen ein Forderungsaufbau für die ersten Kundenprojekte einhergegangen sein. SES Research vermute ein relativ starkes erstes Halbjahr bei mobileview. Zweitens habe im Zuge dessen zunächst Content vorfinanziert werden müssen. Diese zwei Effekte sollten die temporäre Verschlechterung des operativen Cashflows erklären.
SES Research betrachte das abgelaufene Quartal als Übergangsquartal. D+S habe gezeigt, dass in allen drei Segmenten die Ertragskraft weiter habe gesteigert werden können.
Die erstmalige Konsolidierung von Heycom im dritten Quartal stelle den nächsten wichtigen Meilenstein für das Unternehmen dar. Mit der Integration des E-Commerce-Dienstleisters werde sich D+S strukturell dramatisch ändern, da sich bei Heycom als Internet-Unternehmen Working Capital, Wachstumsstärke, Skalierbarkeit des Geschäftsmodells von der "alten" D+S komplett unterscheiden würden. Insbesondere die Free-Cashflow-Stärke von Heycom sei in den bisherigen Prognosen und dem Bewertungsmodell der Analysten deutlich zu pessimistisch abgebildet.
Beispielsweise gehe SES Research davon aus, dass D+S mit Heycom in der Lage sein sollte, Ende 2009 über die erwarteten Cashflows zwischen dem zweiten Halbjahr 2007 und 2009 die D+S Gruppe schuldenfrei zu stellen, wenn ceteris paribus keine weiteren Akquisitionen erfolgen sollten. Unter der Annahme, dass per Ende 2007 die Nettoverschuldung des Konzerns bei EUR 85 Mio. liege und in 2009 für die Heycom-Akquisition ein Earn-out von EUR 35 Mio. bezahlt werde, bedeute dies einen durchschnittlichen Free-Cashflow (vor Tilgung) in den Jahren 2008 und 2009 von mindestens EUR 60 Mio. Dies unterstreiche die von SES Research unterschätzte Free-Cashflow-Stärke von D+S.
Hinzu komme ein positiver Newsflow: In der von D+S gegebenen Guidance für Heycom für die Jahre 2008 und 2009 seien weder ein Neukundengeschäft noch Erweiterungen der Wertschöpfungskette enthalten. Sowohl betreffend des Neukundengeschäfts als auch des Ausbaus der Heycom-Dienstleistungen erwarte SES Research in den kommenden Monaten positive Meldungen (2 bis 3 Neukunden im Fashion-Bereich).
Hinsichtlich der in den SES Research-Prognosen kaum reflektierten Free-Cashflow-Stärke von D+S durch Heycom würden die Prognosen grundlegend überarbeitet und das Kursziel werde voraussichtlich um ca. 35% erhöht.
Die Analysten von SES Research bestätigen das Rating "kaufen" für die Aktie von D+S europe. (Analyse vom 15.08.2007) (15.08.2007/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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