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Analysen - Ausland
07.11.2001
Royal Bank of Scotland Downgrade
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktien der Royal Bank of Scotland (WKN 865142) mit "untergewichten" ein.

Royal Bank of Scotland sei hinsichtlich der Marktkapitalisierung (52 Mrd. GBP) das zweitgrößte Kreditinstitut in Europa. Das Unternehmen konzentriere sich auf die Bereiche Retail- und Firmenkunden, unterhalte 2.250 Filialen und habe 95.600 Angestellte. Während das in Edinburgh domizilierte Kreditinstitut seine Präsenz im britischen Heimatmarkt bereits im vergangenen Jahr nachhaltig durch die Übernahme von NatWest stärken konnte, werde das Unternehmen im vierten Quartal diesen Jahres durch die Integration des Retailarms von Mellon seinen Einflussbereich in Nordamerika verdoppeln. Mit ihrem Großaktionär BSCH würden die Briten zudem einen Partner besitzen, der über ein breitgefächertes Kooperationsnetz in Europa verfügt.

Im Vorjahresvergleich sei das Nettoergebnis der ersten sechs Monate des laufenden Jahres um 42% auf 1,1 Mrd. GBP gestiegen. Neben dem Zinsüberschuß (+13% auf 3,3 Mrd. GBP) sei auch das Provisions- (+11% auf 1,8 Mrd. GBP) sowie das Handelsergebnis (+20% auf 689 Mio. GBP) gestiegen. Die Verwaltungsaufwendungen würden sich auf 2,9 Mrd. GBP (-2% gg. VJ) belaufen. Die Kostenquote habe sich im 1. Halbjahr 2001 auf 48% verbessert (1. Halbjahr 2000: 55%) und sei im europäischen Vergleich als niedrig einzustufen. Das Kreditvolumen habe sich um 13% auf 219 Mrd. GBP ausgeweitet, die Kreditrisikovorsorge sei währenddessen um 29% auf 367 Mio. GBP erhöht worden. Der Deckungsgrad der notleidenden Kredite habe lediglich bei 80% gelegen.

Zufriedenstellend gestalte sich die NatWest-Integration, bei der die erwarteten Synergien von 1,3 Mrd. GBP für 2001 fast schon im 1. Halbjahr erreicht wurden (1,2 Mrd. GBP). Da die vergleichsweise niedrige Risikovorsorge bei unzureichender Deckung der notleidenden Kredite im 2. Halbjahr aufgestockt werden dürfte, sollte ein erheblicher Teil dieser Synergien jedoch zunichte gemacht werden. Weitere Belastungen würden sich aus dem Mellon-Kauf ergeben.

Bei anspruchsvoller Bewertung (KEKV 02e/ KGV 02e: 2,0/23, Branchendurchschnitt: 1,6/16) revidieren die Analysten von Helaba Trust ihre Prognosen (EPS 01e/02e: 73(84), 77(108)) und raten zur Untergewichtung der Aktie, zumal für die Folgejahre mit niedrigeren Wachstumsraten (10% p.a.) zu rechnen ist.



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