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Analysen - Nebenwerte
20.07.2007
H&R WASAG verkaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christoph Schlienkamp, stuft die H&R WASAG-Aktie (ISIN DE0007757007/ WKN 775700) von "kaufen" auf "verkaufen" herab.

Die Gesellschaft habe gestern im späten Verlauf der Hauptversammlung für die Analysten sehr überraschend bekannt gegeben, dass Dr. Hollstein als Vorstandsvorsitzender zum 10.08.2007 aus der Gesellschaft ausscheiden werde. Die Trennung resultiere angabegemäß aus unterschiedlichen Auffassungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstandsvorsitzenden über die künftige Geschäftspolitik des Unternehmens. Dr. Hollstein sei für die Analysten vom Bankhaus Lampe in der Vergangenheit der strategische Weichensteller und damit der Garant für die wirtschaftlichen Erfolge der Gesellschaft in den zurückliegenden Jahren gewesen, die sich auch deutlich am Aktienkurs ablesen lassen würden.

Mit dem Ausscheiden von Dr. Hollstein sei die geschäftliche Zukunft von H&R WASAG mit Fragezeichen versehen, da die Antwort auf die Frage, ob die aktuell veröffentlichten Pläne unverändert weiter gültig seien oder durch das neue Managementteam modifiziert würden, aktuell nicht beantwortet werden könne.

Nachfolger an der Spitze des Unternehmens werde Gert Wendroth. Herr Wendroth sei von 1988 bis 2007 in der Shell-Gruppe u. a. in leitender Position im Schmierstoffgeschäft tätig und dort für automotive Schmierstoffe, das Schmierstoffmarketing sowie das Geschäft mit Industrieschmierstoffen und Prozessölen zuständig gewesen. In den letzten vier Jahren sei er Geschäftsführer der euroShell Deutschland GmbH gewesen. Inwieweit es Wendroth gelingen werde, sich auf dem eingeschlagenen Wachstumspfad fortzubewegen, bleibe abzuwarten.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe würden nicht glauben, dass der Managementwechsel im Zusammenhang mit den aktuellen Zahlen zu sehen sei, auch wenn diese unter ihren Erwartungen gelegen hätten. H&R WASAG habe zu Beginn der Hauptversammlung die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2007 gemeldet, die bei einem stagnierenden Umsatz von 401 Mio. Euro zu einem Ergebnisrückgang von 5% auf 36 Mio. Euro geführt hätten.

Wenn das Ergebnis hinter dem Vorjahr zurückgeblieben sei, dann seien die beiden Stichworte hier Preisdruck und Windfall-losses durch den Ölpreisanstieg. H&R WASAG habe die bisherige Guidance bestätigt und erwarte unverändert ein Vorsteuerergebnis von 65 Mio. Euro. Sondereffekte wie der Buchgewinn von 15 Mio. Euro aus dem Sprengstoffgeschäft seien in dieser Prognose nicht enthalten.

Das Management habe zudem einräumen müssen, dass es aufgrund verspäteter Lieferzeiten bei Zulieferteilen für die Anlagen zu einer Verschiebung der Erträge aus dem Projekt 40 kommen werde. Für 2007 hätten die Analysten vom Bankhaus Lampe hier einen ersten Ergebnisbeitrag von 14 Mio. Euro kalkuliert.

Nach der Restrukturierung bis 2001 und der vor Jahresfrist abgeschlossenen Phase der Konsolidierung und Integration befinde sich die Gruppe aktuell in der Phase des globalen Wachstums. Insofern wiege die aktuelle Personalie nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe doppelt schwer, da sie zunächst zu nicht wegzudiskutierenden Unsicherheiten über die weitere geschäftliche Entwicklung des Konzerns führen werde.

Aufgrund der aktuellen Nachrichten und der damit verbundenen Unsicherheit stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die H&R WASAG-Aktie losgelöst von der fundamentalen Bewertung von "kaufen" auf "verkaufen" zurück. (Analyse vom 20.07.2007) (20.07.2007/ac/a/nw)


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