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Analysen - Ausland
07.11.2001
Merrill Lynch "outperform"
Hornblower Fischer

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Die Analysten von Hornblower Fischer stufen die Aktien von Merrill Lynch (WKN 852935) von "marketperform" auf "outperform" herauf.

Die US-Investmentbank sei mit einer Marktkapitalisierung von etwa 41 Mrd. US-Dollar die siebtgrößte Bank in den USA. Unter dem Dach einer Holding biete die Investmentbank ein breit diversifiziertes Produkt- und Serviceangebot bestehend aus Finanz- Beratungs- und Versicherungsprodukten an, die weltweit vertrieben werden. Die Finanzgruppe sei in die Business-Einheiten Corporate & Institutional Client Group, CICG (Investmentbanking), Private Client Group, PCG (Privatkunden) und Merrill Lynch Investment Managers, MLIM (Asset Management) segmentiert, wobei der Schwerpunkt der Gewinne und Erträge im Investmentbanking erzielt werde.

Im Jahr 2000 habe Merrill Lynch rund 47% der Erträge und 68% der Gewinne in dieser Unternehmenseinheit erzielt. Damit einhergehend habe die Pretax-Marge im Segment CICG von 15,5% (1998) auf 30,9% (2000) verbessert werden können. In den anderen Segmenten habe die Gruppe im Jahr 2000 Margen von 13,4% (PCG) bzw. 21,6% (MLIM) erwirtschaften können. Der Marktanteil im Investmentbanking habe sich im 1. Quartal auf 8,9% belaufen – im Vergleich dazu: Salomon Smith Barney (6,7%), JP Morgan (4,9%), Deutsche Bank (3,6%). Angesichts des hohen Investmentbanking-Exposures sowie einzelner hausgemachter Probleme seien die Erträge und damit der Aktienkurs im laufenden Jahr schwer unter Druck geraten. Seit Jahresanfang habe das Papier 28% an Wert (Vgl.: S&P 500: -13%) verloren.

Diese Talfahrt sei durch eine überraschende Gewinnwarnung im September zusätzlich beschleunigt worden. Daneben habe sich auch wichtige Kennzahlen verschlechtert. So sei die PreTax-Margin im 2. Quartal auf 15,3% (US-Durchschnitt: 24%) und die Eigenkapital-Rendite auf 10,1% (18,5%) zurückgegangen. Das Compensation-Ratio sei hingegen auf 53,4% (51,1%) gestiegen. Die Ertragerosion wolle Merrill Lynch neben den bereits erfolgten Stellenstreichungen mit einem breit angelegten Abfindungsangebot (das bisher von den Investmentbankern allerdings nur ungenügend angenommen wurde) begegnen. Darüber hinaus habe es in der Vorstandsriege wichtige Weichenstellungen gegeben.

Mit der Bestellung von Stanley O’Neil zum Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden, und Nachfolger von David Komansky, habe der Supervisory Board kürzlich den wohl wichtigsten Schritt zur Wiedererlangung der Ertragskraft vollzogen. Neben dem Ziel, die Kosten deutlich zurückzuführen, solle O’Neil vor allem das Securities-Geschäft vorantreiben. Obgleich die erhofften Spareffekte bisher ausgeblieben seien, werde Merrill Lynch angesichts der günstigen strategischen Ausrichtung von einer Erholung an den Kapitalmärkten hinreichend profitieren. Interessierte Investoren sollten sich auch nicht durch die derzeit hohe Bewertung (2001er PE von knapp 20) abschrecken lassen. Zumal der Titel unter dem Aspekt Price/Book nur mit dem 1,7fachen günstiger gehandelt werde als vergleichbare Investmentbanken.

Daher lautet das Rating der Analysten von Hornblower Fischer für die Aktien von Merrill Lynch "outperform". Das Kursziel werde auf 57 US-Dollar taxiert.



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