|
Analysen - Ausland
|
05.11.2001
Shell Marketperformer
LB Baden-Württemberg
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg sehen die Aktie von Shell (WKN 852278) als Marketperformer.
Die britisch-niederländische Royal Dutch Shell Group of Companies, an der die börsennotierten Royal Dutch zu 60 % und Shell Transport & Trading zu 40 % beteiligt seien, zähle zu den drei größten integrierten Ölkonzernen ("Super-Majors") der Welt.
Der Ölgigant habe im dritten Geschäftsquartal beim adjustierten EBITDA einen Ergebnisschwund um knapp 1,4 Mrd. US-Dollar auf 6,3 Mrd. US-Dollar hinnehmen müssen. Der adjustierte Nettogewinn sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 % auf rund 2,8 Mrd. US-Dollar zurückgegangen und habe damit im Rahmen der im Vorfeld revidierten Erwartungen gelegen. Die Ursachen für diesen Gewinnrückgang seien rückläufige Gewinnmargen im Raffinerie- und Petrochemiebereich, vor allem aber die schwächeren Öl- und US-Gaspreises gewesen. Trotz des nahezu abgeschlossenen Kostensenkungsprogramms von 5 Mrd. US-Dollar habe lediglich die Downstream-Sparte Strom und Gas überzeugen können und eine Ergebnisverbesserungen erzielt.
Durch das weiter abnehmende Wachstum der weltweiten Ölnachfrage gehe man von einer reduzierten Ölpreisprognose von 20 US-Dollar für das letzte Quartal 2001 sowie für 2002 und 2003 von 21 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent aus. Dabei dürfte der aus dem Ölpreisrückgang resultierende Ertragsrückgang durch die geplante Ausweitung in der Öl- und Gasproduktion im Upstream-Bereich um 3 % p.a. nicht kompensiert werden könnten. In der Erwartung weiter rückläufiger Gewinnmargen erwarte man für die umsatzstärkste Sparte Raffinerie und Marketing ebenfalls eine Gewinnminderung. Weiterhin positiv sehe man die im Aufbau befindliche Sparte Strom und Gas. Dagegen befürchte man für die Sparte Chemie aufgrund der konjunkturellen Belastung der Petrochemiepreise weitere Ergebniseinbußen. Eine signifikante Verbesserung dieser Situation erwarte man frühestens ab Mitte 2002.
Angesichts des geplanten Produktionswachstums im Upstream-Bereich und guter Gewinnzuwächse im Strom und Gasgeschäft dürfte es dem Ölkonzern kaum gelingen, die Ergebnisbelastungen aus Öl- und Gaspreisrückgang sowie schwächer tendierender Gewinnmargen im Raffinerie- und Chemiegeschäft auszugleichen. Der Garant für die dennoch langfristig gute Ertragsperspektive des Konzerns sollte die Unternehmensstrategie sein. Neben dem weiteren Ausbau des langfristig lukrativen Upstream-Bereichs habe der Konzern die Zeichen zur Konzentration und Konsolidierung im Raffinerie- und Tankstellengeschäft klar erkannt. Begünstigt durch die immer noch gute, wenngleich rückläufige Ertragslage sehe man Shell T & T im Branchenvergleich fair bewertet.
Unterstützt durch das laufende Aktienrückkaufprogramm stufen die Börsenkenner der Landesbank Baden-Württemberg die Aktie von Shell weiterhin mit Marketperformer ein.
|