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Analysen - DAX 100
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01.11.2001
Merck "strong buy"
SEB
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Die Analysten der SEB stufen die Aktien der Merck KGaA (WKN 659990) auf "strong buy" ein.
Merck steuere ein Rekordjahr an. Zum dritten Mal in Folge habe der Konzern im Quartalsbericht ein Rekordergebnis präsentieren können. Der Konzernumsatz sei im 3. Quartal sowie in den ersten drei Quartalen 2001 um jeweils 14% auf 1,95 bzw. 5,7 Mrd. EUR gestiegen. Der Anstieg sei, bezogen auf beide Zeiträume, fast ausschließlich auf organisches Wachstum zurückzuführen. Größte Wachstumsbereiche seien Pharma und die Labordistribution gewesen. Sie hätten in den ersten neun Monaten um 17,3 bzw. 17,8% zugelegt. Bei der Ergebnisentwicklung hätten sich zwei Faktoren ausgewirkt. Zum einen seien die Aufwendungen nur unterproportional gestiegen. Daraus ergebe sich beim operativen Ergebnis eine Steigerung von 34,7% auf über 750 Mio. EUR für das Dreivierteljahr.
Zum anderen habe Merck aus dem Verkauf seiner 43%-Beteiligung am US-amerikanischen Generikahersteller Pharmaceutical Resources Inc. einen Sonderertrag erlösen können. Berücksichtige man diesen, betrage der Zuwachs beim operativen Ergebnis sogar 97,8% auf über 1,1 Mrd. EUR. Nach Steuern belaufe sich die Ergebnissteigerung bei einem leicht verbesserten Finanzergebnis auf 216,7% (auf rund 560 Mio. EUR). Aber auch wenn man den Sonderertrag herausrechne, verbleibe ein stolzer Ergebniszuwachs von 50,3% auf 325 Mio. EUR.
Für die nächsten Jahre sei von einer Fortsetzung des eingeschlagenen Wachstumspfades auszugehen. Dazu beitragen werde die Neuausrichtung des Konzerns. Ab 2002 werde Merck nur noch über zwei Kernaktivitäten verfügen: Pharma und Chemie. Die bisherigen Unternehmensbereiche Spezialchemikalien und Laborprodukte würden im neuen Unternehmensbereich Chemie zusammengefasst. Neben zu erwartenden Synergien würden sich durch eine effizientere Organisation Kosteneinsparungen ergeben. In der Pharmasparte sei die Glucophage-Produktfamilie der wichtigste Umsatzträger. Bis Ende September seien damit weltweit mehr als 2,4 Mrd. EUR umgesetzt worden. Merck arbeite in der Vermarktung diesbezüglich mit Bristol-Myers Squibb (BMS) zusammen. Für Glucophage sei jedoch mittlerweile der Patentschutz entfallen und quasi täglich werde hier mit dem Beginn des generischen Wettbewerbs gerechnet.
Dennoch dürften auch die Glucophage-Produkte vorerst ein befriedigendes Umsatzniveau halten können. Im kommenden Jahr werde voraussichtlich ein neues Blockbuster-Medikament auf den Markt kommen. Es handele sich um einen monoklonalen Antikörper gegen Darmkrebs, der von der US-Firma ImClone Systems entwickelt worden sei. Die Vermarktungsrechte würden bei BMS für Nordamerika und bei Merck außerhalb Nordamerikas liegen. Dieses Medikament dürfte die Glucophage-Umsatzausfälle mehr als kompensieren.
Aufgrund der erfreulichen Nachrichten und auch Perspektiven hätten die Analysten der SEB die Schätzungen für das Ergebnis je Aktie angehoben. Lege man diese Neueinschätzung zugrunde, sei Merck sehr moderat bewertet. Der Konzern sei, auch dank des neuen Managements, auf einem guten Weg.
Die Analysten von der SEB empfehlen die Merck-Aktie mit einem Kursziel von 50 EUR zum Kauf.
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