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Analysen - Neuer Markt
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26.10.2001
Beko halten
RZB Österreich
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der österreichischen Raiffeisenzentralbank (RZB) hätten ihre Empfehlung für die Aktie des Informationstechnologie (IT)-Unternehmens Beko Holding (WKN 920503) von spekulativ kaufen auf halten zurückgenommen.
Das nach wie vor schwierige Marktumfeld für IT-Dienstleister und die von Beko veröffentlichten Halbjahreszahlen 2001 hätten die Analysten veranlasst, ihre Schätzung zu überarbeiten. Nachdem die Geschäftsentwicklung in Deutschland deutlich unter den Erwartungen gelegen sei, gingen die Analysten nunmehr von einem Umsatzanstieg von rund 12% (zuvor 22%) und einem leicht positiven EGT-Marge (zuvor 4,1%) aus. Der erwartete Umsatzeffekt 2001 aus der Akquisition Pallas Soft AG sei durch die rückläufige Geschäftsentwicklung in Deutschland gänzlich aufgezehrt worden.
Trotz der verschärften Rahmenbedingungen sei die Ing.P.Kotauczek GmbH mit ihrem größten Geschäftsbereich IT-Classic im 1. HJ 2001 im Plan gelegen. Die Analysten hätten daher in ihrer Schätzung sowohl umsatz- als auch ertragsmäßig hier keine Änderungen vorgenommen. Dagegen hätten die Analysten im neuen Bereich help.com ihre Erwartungen zurückgenommen.
Mitarbeiterabbau, Führungswechsel im Bereich Pallas Informatik und die Schließung einer Niederlassung seien in Deutschland die Antworten auf die nicht erreichten Vorgaben. Aktuell belaufe sich der Mitarbeiterstand auf rund 100 Beschäftigte (Ende 1. Quartal 2001: 124). Der Anteil an der AC-Service AG sei auf über 25% aufgestockt worden. Die Bilanzierung dieser Beteiligung sei daher ab dem 2. Quartal 2001 auf At-Equity-Methode umgestellt worden. Im Hinblick auf die Kursentwicklung der IT-Dienstleister erwarteten die Analysten für das Gesamtjahr 2001 keinen positiven Ergebnisbeitrag aus dem Titel Beteiligungen. Die IT-Dienstleistungsbranche stehe nach wie vor in einem Konsolidierungsprozess, was sich wiederum in der Kursentwicklung der Beteiligungen widerspiegle. Beko habe jedoch mit dem Cash-Polster von rd. Euro 30 Mio. - im Vergleich zu vielen Mitkonkurrenten - eine Trumpfkarte für weitere Übernahmen in der Hand.
Für 2001 erwarten die Analysten nunmehr einen Konzernumsatz von Euro 87 Mio. (+12% gegenüber dem Vorjahr). Da der Turnaround in Deutschland erst im nächsten Jahr erwartet werde, gehen die Analysten von einem leicht positiven EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) aus. Die Folgejahre haben die Analysten - angepasst auch an die allgemeine Konjunkturerwartung - ebenfalls nach unten revidiert, wobei die Analysten den Turnaround in Deutschland 2002 erwarten und moderate Annahmen für das Geschäftsmodell der e-Commerce Tochter offert.com getroffen haben.
Die Analysten der RZB nehmen ihre Empfehlung von spekulativ kaufen auf neutral zurück.
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