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Analysen - Ausland
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25.10.2001
AstraZeneca Marketperformer
LB Baden-Württemberg
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Antje Laschewski, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), bewertet die AstraZeneca-Aktie (WKN 886455) mit Marketperformer
Der britisch-schwedische AstraZeneca-Konzern gehöre nach dem Verkauf der Agrosparte, die in Syngenta eingebracht worden sei, zu den Pure-Pharma-Playern mit Schwerpunkt in den Indikationsgebieten Gastroenterologie, Herz/Kreislauf, Atemwege und Onkologie.
In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seien die Umsätze des in US-Dollar berichtenden AstraZeneca-Konzerns um 3,2% (wechselkursbereinigt 8%) auf 12,0 Mrd. US-Dollar gestiegen und hätten damit leicht unter den Konsensuserwartungen gelegen. Positiv sei die Erlösentwicklung des Losec-Nachfolgerpräparats Nexium verlaufen, das in den USA bei Neuverschreibungen von Protonenpumpeninhibitoren seit dem Verkaufsstart im März einen Marktanteil von 13,3% erreicht habe. Das operative Ergebnis vor außerordentlichen Posten sei dank Einmalerträgen aus dem Verkauf der "injectable multi-vitamin" Produktlinie um 1,7% (wechselkursbereinigt 4%) auf 3,1 Mio. US-Dollar gestiegen. Die operative Marge sei vor dem Hintergrund höherer Marketing- und F&E-Ausgaben um 0,3 Prozentpunkte niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie vor außerordentlichen Posten habe sich auf 1,30 US-Dollar belaufen, was einem Zuwachs von 5,7% (wechselkursbereinigt +8%) entspreche.
Nachdem AstraZeneca diese Woche bekannt gegeben habe, dass die laufenden juristischen Auseinandersetzungen bezüglich des Patentablaufs des Präparats Losec am 5. Dezember vor Gericht in New York verhandelt werden sollten, gehe man nun davon aus, dass sich Losec in den USA nicht vor dem zweiten Quartal 2002 der Konkurrenz billiger Generika stellen müsse. Vor diesem Hintergrund erhöhe man die Umsatzschätzungen für das Gesamtjahr 2001 und erwarte nun ein Umsatzplus von knapp 5% auf 16,6 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis dürfte sich trotz erhöhter Marketingaufwendungen für neu zu lancierende Produkte, denen weitere Synergien entgegenstünden, auf 4,1 Mrd. US-Dollar belaufen. Den Konzerngewinn schätze man auf 3,0 Mrd. US-Dollar, was einem Ergebnis je Aktie von 1,75 US-Dollar entspreche.
Obwohl AstraZeneca gestern die Prognosen für das Gesamtjahr 2001 erhöht hat, im qualitativen Bewertungsvergleich hervorragend abschneidet und attraktive Bewertungskennziffern aufweist, stufen die Experten der LBBW den Titel vor dem Hintergrund der hohen Prognoseunsicherheit nur als Marketperformer ein.
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