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Analysen - Ausland
16.05.2007
Merck & Co. kaufen
Aktienservice Research

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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von "Aktienservice Research" empfehlen derzeit die Aktien von Merck & Co. (ISIN US5893311077/ WKN 851719) zum Kauf.

Bei dem amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co. habe zuletzt ein weiterer gewonnener Vioxx-Prozess für beste Laune gesorgt. Die Aktie habe einen Sprung gemacht und weiteres Potenzial. Vor allem, wenn die Investoren weiter davon überzeugt seien, dass das Vioxx-Desaster nicht aus dem Ruder laufe. Merck & Co. habe das Medikament im September 2004 weltweit vom Markt zurückgezogen, da es im Verdacht stehe, Herzinfarkt und Schlaganfall auslösen zu können, wenn es länger als 18 Monate eingenommen werde. Eine Klageflut sei gefolgt. Von den meisten Klägern werde dem Konzern dabei vorgeworfen, nicht genügend auf die Risiken hingewiesen oder sie gar verschleiert zu haben. Neben den positiven Nachrichten aus den Gerichtssälen habe Merck & Co. mit seinen Zahlen für das erste Quartal 2007 für freudige Investorenmienen gesorgt.

Zwar habe der Konzern noch an dem Wegfall des Medikaments zu knabbern, das ihm einst Milliardenumsätze beschert habe, und auch weitere Umsatzrückgänge wegen auslaufender Patente anderer wichtiger Produkte müssten verkraftet werden, aber die Richtung stimme. Im ersten Quartal 2007 habe der Konzern besser als erwartete Ergebnisse abgeliefert. Der Umsatz sei um sieben Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar geklettert. Der Nachsteuergewinn habe sich um zwölf Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar verbessert. Dies habe zu einem Anstieg des Ergebnisses je Aktie (EPS) von 0,69 auf 0,78 US-Dollar geführt. Das verordnete Sparprogramm trage erste Früchte. Firmenlenker Richard T. Clark wolle bis 2010 die Ausgaben um bis zu 5 Milliarden US-Dollar senken. Dazu würden Produktionsanlagen geschlossen und weltweit Stellen abgebaut.

Auf der anderen Seite werde kräftig geforscht, um mit neuen Medikamenten die Ergebnisse weiter anzukurbeln. Dabei gehe es aber nicht immer glatt. So habe die US-Gesundheitsbehörde FDA weiter Bedenken gegen die Zulassung des Vioxx-Nachfolgermedikaments Arcoxia angemeldet. Die Berater hätten sich mit 20 zu 1 Stimmen gegen eine Zulassungsempfehlung für das Schmerzmittel ausgesprochen, das zur Gruppe der so genannten COX-2-Hemmer gehöre. Die Kommission habe Sicherheitsbedenken für das ablehnende Votum angeführt. Trotz dieses Rückschlags mache Merck & Co. Fortschritte im Produktportfolio. 2006 seien fünf neue Präparate am Markt eingeführt worden, was sich nun auch in den Ergebnissen niederschlage. Viel versprechend sei vor allem der Impfstoff Gardasil zur Bekämpfung der Ursache (Viren) von Gebärmutterhalskrebs, der zweithäufigsten Krebserkrankung bei Frauen. Mit dem seit Ende 2006 verkauften Mittel habe der Konzern im ersten Quartal bereits 365 Millionen US-Dollar umgesetzt. Damit dürfte Merck & Co. einen neuen Blockbuster (mehr als 1 Milliarde Umsatz im Jahr) im Sortiment haben.

Das ertragsstärkste Präparat sei nach wie vor SINGULAIR (Asthma, allergischer Schnupfen). Es sei die meistverkaufte Pille in den USA bei Atemwegserkrankungen und ihr Verkauf wachse rasant. Die Umsätze mit diesem Medikament seien im ersten Quartal um 25 Prozent auf 1 Milliarden US-Dollar geklettert. Zulegen können hätten außerdem die Blutdruckmittel COZAAR und HYZAAR, deren Einnahmen um 15 Prozent auf 798 Millionen US-Dollar gestiegen seien. Am kräftigsten seien jedoch die Umsätze der gemeinsam mit Schering-Plough in einem 50:50-Jointventure vermarkteten Cholesterinsenker VYTORIN und ZETIA geklettert. Hier habe es ein Plus von 47 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar gegeben. Da die Einnahmen in sämtlichen Produktgruppen über den Erwartungen gelegen hätten, habe Merck & Co. die Jahresziele angehoben. Bislang habe der Konzern 2,40 bis 2,55 US-Dollar je Aktie angepeilt, nun seien es 2,60 bis 2,75 US-Dollar.

Neben dem positiven Ausblick für 2007 zeige sich Merck & Co. auch für die nächsten Jahre zuversichtlich. Der Konzern wolle seinen Gewinn je Aktie bis 2010 jährlich prozentual zweistellig steigern. Dies komme bei den Investoren an, und die Aktie habe in den vergangenen Wochen weiter kräftig zugelegt. Inzwischen habe sie ein Niveau erreicht wie zuletzt im September 2003. Weitere Kurssteigerungen seien nicht ausgeschlossen, auch wenn immer mal wieder das Thema Vioxx für schlechte Nachrichten sorgen könnte. Ansonsten stimme aber das fundamentale Bild. Die Bewertung gehe mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 (2008e) in Ordnung. Long-Positionen könnten daher in Erwägung gezogen werden.

Vor diesem Hintergrund lautet das Rating der Analysten von "Aktienservice Research" für die Aktien von Merck & Co. auf "kaufen". Der Stoppkurs sollte bei 46,30 US-Dollar platziert werden. (Global Markets Ausgabe 340 vom 15.05.07) (16.05.2007/ac/a/a)



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