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Analysen - Ausland
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08.10.2001
Generali akkumulieren
Nord LB
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Bei Kursschwäche die Aktie der Assicurazioni Generali S.P.A. (WKN 850312) kaufen, so lautet die Empfehlung des Aktienanalysten Michael Seufert von der Norddeutschen Landesbank.
Die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA beziffere Generali für sich mit circa 20 Mio. US-Dollar. Die Belastung resultiere hauptsächlich aus Luftverkehrs-Policen. Aufgrund einer vorsichtigen Anlagepolitik habe man den Wertverlust des Wertpapierportfolios trotz der starken Abwärtstendenz an den Aktienmärkten sowie der Terroraktionen seit Ende Juni auf circa 20% begrenzen können.
Die italienische Versicherungstochtergesellschaft INA habe für das erste Halbjahr 2001 einen kräftigen Rückgang des konsolidierten Nettogewinns von 75 Mio. Euro auf nur noch 46 Mio. Euro gemeldet. Während sich die Beitrags-Einnahmen im Bereich Lebensversicherung um 6,5% auf 1.103 Mio. Euro erhöhten, sei Umsatz im Sachversicherungsgeschäft um 3,3% auf 1.060 Mio. Euro gefallen.
Die zur Generali gehörende AMB-Gruppe in Deutschland plane den Abschluss von Gewinnabführungsverträgen innerhalb der Gruppengesellschaften. Dadurch könnte noch in 2001 eine körperschaftssteuerliche Organschaft zwischen den Töchtern hergestellt werden. Dies würde bedeuten, dass entstandene Gewinne und Verluste innerhalb der Gruppe steuerlich miteinander verrechnet werden könnten. Durch die im Zuge der Steuerreform geänderte Besteuerung von Erträgen aus ausländischen Aktien ergebe sich für die AMB-Gruppe die Möglichkeit zur Minimierung der Steuerlast.
Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres habe die Generali-Gruppe auf konsolidierter Basis einen Rückgang des Nettogewinns von 948 Mio. Euro auf 724 Mio. Euro verzeichnet. Allerdings sei hierbei zu berücksichtigen, dass das Vorjahreshalbjahr aufgrund der sehr freundlichen Rahmenbedingungen bereits 82% des Gesamtjahresergebnisses ausgemacht habe. Die Bruttobeitrags-Einnahmen seien im Halbjahresvergleich um 5,2% auf 23.271 Mio. Euro gestiegen und damit schneller als das Prämienwachstum aus dem ersten Quartal, das noch bei 4,1% gelegen habe. Sowohl im Lebens- als auch Schadensversicherungsbereich hätten die Wachstumsraten im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal zugenommen. Die Beiträge der Sparte Lebens-Versicherung hätten im ersten Halbjahr um 5,4% auf 13.691 Mio. Euro und die Beiträge der Sparte Schadensversicherung um 5% auf 9.580 Mio. Euro zugelegt.
Die Nord LB rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 47,4 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss von 1,3 Milliarden Euro. Im kommenden Geschäftsjahr werde ein Umsatz von 51,5 Milliarden Euro und ein Jahresüberschuss von 1,5 Milliarden Euro erwartet.
Der Generali-Konzern besitze eine dominante Stellung in Italien und insgesamt eine hervorragende Positionierung in Europa, um vom Wachstum im Lebens-Versicherungsgeschäft insbesondere in Italien und Deutschland sowie Frankreich und Spanien profitieren zu können. Aufgrund der schwachen Präsenz in den USA sei Generali weniger als andere Versicherer von dem wirtschaftlichen Abschwung und den Terrorattentaten betroffen. Die verstärkte Fokussierung der Geschäftsfelder und Straffung der Konzernstruktur sollte sich mittelfristig positiv auf das Ergebnis auswirken.
Die Generali-Aktie stelle vor dem Hintergrund der großen Verunsicherung an den Märkten einen Substanzwert mit interessanter Perspektive dar, so das Researchteam der Nord LB.
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