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Analysen - Ausland
14.05.2007
Lundin Mining erste Position aufbauen
Heibel-Ticker

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Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" raten bei der Aktie von Lundin Minig (ISIN CA5503721063/ WKN A0B7XJ) zu Kursen unter 12,75 US-Dollar eine erste Position aufzubauen.

Ende März hätten die Experten in der Ausgabe 07/13 bereits von Lukas Lundin gesprochen. Damals seien die Experten von einem Leser auf die Aktien von Denison Mines angesprochen worden, und obwohl sie diesem Uranproduzenten gute Noten gegeben hätten, hätten sie die Dominanz des Milliardärs Lundin an diesem Unternehmen für gefährlich gehalten. Ein Unternehmen, das maßgeblich in der Hand von einer Person oder einer Gruppe sei, unterliege dessen Interesse - und bevor die Experten in dieses Unternehmen investieren würden, müssten sie dessen Interessen sehr gut kennen.

Mulitmilliardär Lundin habe aber noch andere Unternehmen, insbesondere sein Unternehmen Lundin Mining liege ihm am Herzen. Hieran halte er jedoch nur einen kleinen Anteil, 85% der Aktien befänden sich im Umlauf. Damit ist die Preisbildung bei dieser Aktie wesentlich fairer, als bei einer Aktie, deren Kurs maßgeblich von einer Person beeinflusst werden könne.

Das Unternehmen sei vor einem Jahr aus der Fusion mit EuroZinc entstanden. Die Zentrale sei in Kanada, wie es sich für eine Minengesellschaft gehöre. Das operative Geschäft werde jedoch von Stockholm, Schweden, aus gesteuert. Lukas Lundin sei übrigens Russe. Derzeit verfüge das Unternehmen über vier laufende Minen: Zwei in Schweden, eine in Irland und eine in Portugal. Ende dieses Jahres solle eine weitere Mine in Portugal ans Netz gehen. Darüber hinaus habe das Unternehmen vielversprechende Explorationsprojekte in Eritrea, Kanada, Russland und in Spanien. Außerdem suche Lundin praktisch auf der ganzen Welt nach lukrativen Minen.

Das Angenehme daran: Lundin verdiene schon das Geld, was er in die Suche und Entwicklung von neuen Minen investiere. Er sei nicht auf Kredite oder Kapitalerhöhungen angewiesen. Die langfristigen Schulden würden 46 Mio. US-Dollar betragen, dem stünden 400 Mio. US-Dollar in der Kasse gegenüber. Hinzu komme ein jährlicher freier Cashflow von 154 Mio. US-Dollar. Das KGV des Unternehmens betrage 12, die Umsätze seien allerdings im laufenden Quartal rückläufig gewesen. Schuld daran sei ein Unglück in der Mine in Irland gewesen, bei dem am 28. Februar ein Mitarbeiter ums Leben gekommen sei. Diese Mine habe im vergangenen Quartal in Folge des Unglücks deutlich weniger produziert, als sonst.

Aber auch die Preise für die Industriemetalle seien nach den Rekordhöhen im vergangenen Herbst eingebrochen. Umsatz und Gewinn seien daher rückläufig gewesen, der Aktienkurs sei in Folge dieses enttäuschenden Ergebnisses eingebrochen. Allerdings habe der CEO Karl-Axel Waplan darauf hingewiesen, dass aufgrund von Lieferproblemen die Lagerhallen Lundins voll seien. Die Lieferprobleme kämen nun dem Unternehmen zugute, denn vor dem Hintergrund anziehender Preise könnten nun die Lagerbestände zu wesentlich besseren Preisen verkauft werden, als noch im vergangenen Quartal.

Zu den Industriemetallen Lundins würden Zink, Blei, Kupfer sowie auch das Edelmetall Silber gehören. Die Preise für Zink, Bleib und Kupfer seien im ersten Quartal deutlich niedriger gewesen als im vierten Quartal vergangenen Jahres. Der Preisrückgang habe 15 bis 25% betragen. Daher sei das schlechte Quartalsergebnis keine wirkliche Überraschung. Vielmehr habe in meinen Augen die allgemeine Korrektur vom vergangenen Donnerstag zu dem Ausverkauf bei den Aktien von Lundin Mining geführt. Aber den Experten solle es recht sein, sie könnten daher auf niedrigem Niveau eine erste Position eingehen. Denn das Unternehmen mausere sich in ihren Augen zu einem erstklassigen Minenunternehmen, das sowohl aus eigener Kraft lukrativ arbeiten könne, als auch für einen der Großen ein attraktives Übernahmeziel darstelle.

Die Experten würden nicht gerne auf eine Übernahme spekulieren. Das gleiche einem Lotteriespiel. Aber wenn ein Unternehmen als Übernahmeziel tauge, dann spreche dies für einen höheren Wert des Unternehmens. Bei Lundin seien sowohl die laufenden Minen als auch die laufenden Minenerschließungen attraktiv. Denn Unternehmen wie BHP Billiton, Rio Tinto oder auch Anglo American müssten in einem Marktumfeld wie diesem auf Teufel komm raus weiter wachsen. Und neue Minen zu erschließen sei für solche Giganten viel zu aufwendig - da kaufe man sich lieber ein kleines Unternehmen mit großen Minenbeständen. Das spare vor allem Zeit. Aber auch wenn Lundin nicht zu einem Übernahmeziel werde, sondern aufgrund der komfortablen Bargeldausstattung selber kleinere Minen am Markt aufkaufe und so sein Portfolio weiter ausbaue, sei dieses Unternehmen bestens positioniert.

In Deutschland werde Lundin noch kaum von Analysten behandelt. Auch in den USA gebe es erst einen Analysten, der das Unternehmen offiziell verfolge. Aber seit der Fusion Lundins mit EuroZinc vor einem Jahr habe das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 3 Mrd. Euro und sollte allein aufgrund seiner Größe schon bald von weiteren Analysten in die Beobachtung aufgenommen werden. Und je mehr Analysten eine Aktie beobachten würden, desto mehr Anleger würden darauf aufmerksam gemacht.

Insbesondere vor dem Hintergrund des aktuell schlechten Quartalsergebnisses, das aufgrund von einigen Sondereffekten verdorben worden sei (Minenunfall, rückläufige Industriemetallpreise, Lieferprobleme) sei es nicht verwunderlich, dass der Kurs erst einmal den Rückwärtsgang eingelegt habe. Nach Höchstkursen bei 13,78 US-Dollar notiere die Aktie nun bei 12,70 US-Dollar. Das Rückschlagspotenzial für die nächsten Wochen liege nach Ansicht der Experten bei bis zu 11,50 US-Dollar.

Die Experten von "Heibel-Ticker" empfehlen daher zu Kursen unter 12,75 US-Dollar eine erste Position in der Lundin Mining-Aktie zu eröffnen. Zu Kursen unter 11,80 US-Dollar würden sie dann nochmals nachkaufen. Als Kursziel bis zu diesem Herbst würden sie 15 US-Dollar sehen. (Ausgabe 19 vom 11.05.2007)
(14.05.2007/ac/a/a)



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