Logo
Analysen - Ausland
31.03.1999
Nippon Steel Empfehlung der Woche
Finanzen online

www.optionsscheinecheck.de

Die Aktien des größten Stahlkochers der Welt, der japanischen Nippon Steel Corp. (WKN 859164) wurden von "Finanzen online" zur hochspekulativen Empfehlung der Woche auserkoren.

Japans Aktienmarkt scheine nach jahrelanger Talfahrt einen Boden gefunden zu haben. Getragen werde der Aufschwung von Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung. Davon sollte die Nr. 1 der Stahlindustrie in besonderem Maße profitieren können. Spekulativ interessant seien daher gegenwärtig Engagements in den Aktien von Nippon Steel. Allerdings müsse man sich angesichts der ungewissen Wirtschaftsaussichten Japans des relativ hohen Risikos eines solchen Investments bewußt sein.

Japan leidet unter dem schwersten und längsten Wirtschaftsabschwung seit dem 2. Weltkrieg. Gegenwärtig mehren sich allerdings die Anzeichen dafür, daß die Rezession ihren Höhepunkt hinter sich hat und Aussichten bestehen, daß ab der Jahresmitte die Konjunktur wieder einen leichten Aufschwung erleben kann. Japans Regierungen haben in den vergangenen Jahren fast schon verzweifelte Bemühungen unternommen, die Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen. Riesige Konjunkturprogramme hatten nur zweifelhaften Erfolg, haben aber zusammen mit den niedrigeren Steuereinnahmen den Staatshaushalt vollkommen ruiniert. Die Notenbank hat eine massive Niedrigzinspolitik gefahren und die im Weltvergleich schon traditionell niedrigen Zinsen noch einmal massiv unter Druck gesetzt. Jüngst wurden die Tagesgeldzinsen auf einen Wert nahe Null Prozent reduziert. Die Bank von Japan kündigte an, diesen Kurs der niedrigen Zinsen auch zukünftig fortsetzen zu wollen. Neben den Banken profitierten von den verschwindend geringen Zinsen vor allem die hochkapitalisierten Werte wie Stahlunternehmen.

Nippon Steel ist der weltweit größte Hersteller von Rohstahl. Außerdem ist der Konzern in den Bereichen Elektronik, Datenkommunikation sowie Stadtentwicklung aktiv. Nippon Steel besitzt in Übersee eine Vielzahl von Tochterunternehmen und Joint Ventures. Die japanische Stahlindustrie steckt noch voll in der Wirtschaftskrise. Eine geringe inländische Nachfrage aufgrund von Produktionsreduktionen und der sinkende US-Absatz sollten den Rohstahlausstoß auch im kommenden Geschäftsjahr noch niedrig halten. Eine Konjunkturerholung in Japan sollte allerdings mittelfristig zu einer Trendwende führen.

Entsprechend schwach fallen gegenwärtig die Ergebnisschätzungen von Nippon Steel für das zum 31. März endende Geschäftsjahr 98/99 aus. Im Februar wurden die Gewinnerwartungen reduziert. Im Konzern wird jetzt ein Umsatz von JPY 2,9 Bill. (nach bisher JPY 3 Bill.) erwartet. Im Vorjahr waren es noch JPY 3,076 Bill. Der Vorsteuergewinn wird auf JPY 30 Mrd. (nach bisher JPY 75 Mrd.) prognostiziert. Der Nettogewinn soll nach zuvor geschätzten JPY 10 Mrd. nur bei JPY 5 Mrd. liegen. Auch nur eine schwarze Null werde - zumindest im Stammhaus - nicht als unrealistisch angesehen.

Im Vorjahr lag der Vorsteuergewinn im Konzern bei noch bei JPY 86,537 Mrd. und der Nettogewinn bei JPY 5,945 Mrd. Diese Abwärtsrevisionen kamen für den Markt allerdings nicht überraschend. Der Nettogewinn wird durch Steuereffekte positiv und durch Abschreibungen auf Wertpapierverluste negativ belastet. Für das kommende Geschäftsjahr wird mit einer langsamen Trendwende gerechnet. Mit den Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung könnte diese in den Aktienkursen bereits vorweggenommen werden. Deshalb heben gegenwärtig die Analysten ihre Bewertungen der Nippon Steel-Aktien - wenn auch nur zögerlich - leicht an. Eine Orientierung am KGV wird dabei ganz bewußt vernachlässigt, da es die Chancen von Nippon Steel nur unzulänglich wiedergeben würde.

Nippon Steel in Zahlen:

Jahr Umsatz (in Bill. JPY) Gewinn/Aktie (in JPY) KGV Divid. (in JPY) Div.-Rendite (in %)

96/97 2,185 2,90 84,50 2,50 1,02
97/98 2,205 5,10 48,00 2,50 1,02
98/99e 1,92 0,00 - 2,50 1,02
99/00e 1,92 1,50 163,30 2,50 1,02

Aktueller Kurs (Frankfurt): EUR 1,75 (– EUR 0,2, –10,26%)
Börsenplätze: München, Berlin, Stuttgart, Frankfurt


© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de