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Analysen - Neuer Markt
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24.09.2001
PrimaCom reduzieren
Nord LB
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Den Bestand an Aktien der PrimaCom AG (WKN 625910) reduzieren, so lautet die Empfehlung des Wertpapieranalysten Heino Hammann von der Nord LB.
PrimaCom habe im ersten Halbjahr 2001 durch seine Akquisitionen seinen Umsatz gesteigert. Der Umsatz habe sich auf 78,574 Mio. Euro von 54,473 Mio. Euro im Vorjahr erhöht. Der Nettoverlust sei auf 53,433 Mio. Euro von 17,1 Mio. Euro gestiegen. Die Zahlen hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen. Der Nettoverlust schließe im ersten Halbjahr Abschreibungen und Amortisierungen von 54,1 Millionen Euro ein. Diese seien im Wesentlichen auf den Erwerb von Multikabel, die Akquisitionen in Deutschland und den gestiegenen Abschreibungsaufwand im Zusammenhang mit hohen Investitionsausgaben im Rahmen der Aufrüstung der Netzwerke in Deutschland zurückzuführen. Verglichen mit dem ersten Quartal habe sich der Nettoverlust im zweiten Quartal um 1,9 Mio. Euro auf 25,8 Mio. Euro verringert. Das angepasste Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 46,3% auf 35,1 Mio. Euro gestiegen. Die Verschuldung der Gesellschaft habe zum 30.06. rund 795,4 Mio. Euro betragen.
Die geplante Fusion mit den deutschen Aktivitäten der holländischen UPC seien verschoben worden. UPC halte 24,99% der Anteile von PrimaCom und sei ebenfalls stark defizitär. Hinter der Absage werde der US-Konzern Liberty Media, indirekter Großaktionär von UPC, vermutet. Liberty stehe kurz davor, die restlichen sechs Kabelnetzwerke der Deutschen Telekom zu erwerben und könnte sich auch UPC und PrimaCom einverleiben. Ein Kursaufschwung sei dadurch aber kaum zu erwarten.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Nord LB einen Umsatz von 160 Millionen Euro sowie einen Verlust in Höhe von 69 Millionen Euro. Im nächsten Jahr solle der Umsatz auf 180 Millionen Euro ansteigen. Beim Verlust würden dann 59 Millionen Euro erwartet.
Auch das Halbjahresergebnis zeige eine Erhöhung des Nettoverlustes. Zudem sei der Umsatzzuwachs fast nur auf Akquisitionen zurückzuführen. Durch massive Investitionen habe sich die konsolidierte Gesamtverschuldung der Gesellschaft mittlerweile auf fast 800 Mio. Euro erhöht und dokumentiere damit den hohen Kapitalbedarf in dieser Branche. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache und der unsicheren Konjunkturentwicklung bleibe ein großes Gefahrenmoment, das auch nicht durch eine gewisse Übernahmephantasie kompensiert werden könne.
Das Researchteam der Nord LB bleibt bei der "reduzieren"-Empfehlung für die PrimaCom-Aktie.
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