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Analysen - Nebenwerte
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09.03.2007
H&R WASAG kaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christoph Schlienkamp, stuft die H&R WASAG-Aktie (ISIN DE0007757007/ WKN 775700) von "halten" auf "kaufen" herauf.
H&R WASAG habe mit den zur Wochenmitte vorgelegten vorläufigen Ergebniszahlen für 2006 die hoffnungsvollen Erwartungen der Analysten sogar noch übertroffen. Bei einem Konzernumsatz in Höhe von 817,0 Mio. Euro (+26%) habe die Gesellschaft ein EBITDA von 100,5 Mio. Euro (+124%) erreicht. Die Ergebnisprognose der Analysten habe hier zuletzt bei 94,3 Mio. Euro gelegen.
Der Treiber für die deutliche Verbesserung sei der Bereich Chemischpharmazeutische Rohstoffe mit einem Umsatzplus von 26% auf 700,7 Mio. Euro und einem EBITDA-Anstieg um 175% auf 98 Mio. Euro gewesen. Die erfreuliche Entwicklung habe wie erwartet vor allem auf der Ausweitung der in den beiden Spezialraffinerien in Salzbergen und Hamburg produzierten Mengen basiert. Die in 2004 von der BP übernommenen Anlagen in Hamburg seien in 2006 erstmals voll ausgelastet gewesen. Der Geschäftsbereich habe zudem von der relativen Beruhigung am Rohölmarkt (Jahresdurchschnittspreis Rohöl 2006: 65 USD/Barrel) sowie den Ergebniseffekten aus dem Projekt 18 profitiert.
Bei der Analyse des Kunststoffbereichs (Umsatz +12% auf 42,4 Mio. Euro, EBITDA -26% auf 3,1 Mio. Euro) sei zu beachten, dass dieses Geschäftsfeld die Vorgaben nicht erreicht habe. Nach Angaben des Managements seien hierfür vor allem zwei Punkte verantwortlich gewesen: Erstens habe die Gruppe die merklich gestiegenen Rohstoffkosten durch die langfristigen Liefervereinbarungen noch nicht vollumfänglich weitergeben können. Zweitens habe sich die Auslastung der Jointventure-Gesellschaft in China nicht wie ursprünglich erwartet entwickelt.
Auch der dritte Geschäftsbereich Explosivstoffe habe 2006 Belastungen kompensieren müssen. Die Umsätze seien auf der einen Seite durch die Konsolidierung der Sprengstoffwerke Gnaschwitz um 33% auf 73,3 Mio. Euro gestiegen. Das EBITDA sei aber mit -19% auf 6,9 Mio. Euro hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. Die negativen Ergebniseffekte seien dabei aus der kalten Witterungsperiode Anfang 2006 sowie aus der Abgabe von Lagerstandorten resultiert, die aufgrund von Auflagen des Bundeskartellamts hätten veräußert werden müssen und temporär zu einem Preisdruck geführt hätten. Zuletzt habe das Management für das erste Quartal des laufenden Jahres eine strategische Lösung für den Sprengstoffbereich angekündigt. Die Gruppe habe diesen Zeitplan im Rahmen der Analystenkonferenz nicht explizit bestätigen wollen. Die Ausführungen würden nach Erachten der Analysten aber zeigen, dass es hier bald zu einer aktionärsfreundlichen Lösung kommen dürfte.
Insgesamt würden die Zahlen zeigen, dass die ehemals notwendige Diversifikation der Aktivitäten in drei Bereiche heute nicht mehr in dem Maße notwendig sei wie früher. Vor diesem Hintergrund könnten die Analysten sich unverändert vorstellen, dass sich die Gruppe vom Kunststoff- und Sprengstoffgeschäft trennen werde.
Wie erwartet habe die Gesellschaft bei der Vorlage der Zahlen keine explizite eigene Guidance für das laufende Geschäftsjahr gegeben. Die wichtigsten strategischen Eckpfeiler der Geschäftsentwicklung seien heute schon deutlich längerfristig ausgerichtet, so dass das Jahr 2007 ein weiterer Anfangsschritt in der Phase des globalen Wachstums darstelle.
Die strategischen Bullet-points würden unverändert lauten: Die Konzentration auf die Wachstumspotenziale im Geschäftsbereich Chemischpharmazeutische Rohstoffe. Das Realisieren von Synergien und Wachstumspotenzialen in Europa: Projekt 18 (2005 - 2007), Projekt 40 (2007 - 2009). Expansion international: Kennzeichnungsfreie Weichmacher, übrige Kernprodukte, Akquisitionen und Partnerschaften.
Die Analysten würden unverändert positiv gegenüber der Gesellschaft eingestellt bleiben.
Nach den deutlichen Kursrückgängen der H&R WASAG-Aktie in den zurückliegenden Tagen, die nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe nur im Gesamtmarktkontext und nicht unternehmensspezifisch zu sehen sind stufen sie den Wert von "halten" auf "kaufen" hoch. Die Gewinnerwartungen der Analysten für 2007 und 2008 hätten unverändert Bestand. Das Kursziel für die Aktie würden die Analysten mit 42,00 Euro bestätigen. (09.03.2007/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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