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Analysen - Ausland
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04.10.2001
Vinci übergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktien von Vinci (WKN 867475) von "neutral" auf "übergewichten" herauf.
Aus der Fusion von Vinci (alt) und GTM, beide Frankreich, entstand im Jahr 2000 der weltweit größte Baukonzern. Das Unternehmen verfüge über ein ganz besonderes, ergebnisstabilisierendes Asset, das Konzessionsgeschäft (Ergebnisanteil: rd. 60%). Dies beinhalte Lizenzen zum Plan, Bau und zeitlich befristeten Betrieb (25-60 Jahre) von Straßen, Brücken, Parkplätzen oder Flughäfen. Im traditionellen Baugeschäft würden zwar die höchsten Umsätze (Anteil 1. Halbjahr 2001: 41%), aber nur noch knapp ein Fünftel des Ergebnisses erzielt. Die Rentabilität der anderen Aktivitäten, Straßenbau und Energie/Information (Infrastruktur für Stromtransport und Informationstechnologie), sei in den vergangenen Jahren höher gewesen.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres habe Vinci das von den Analysten von Helaba Trust erwartete moderate Umsatzplus (3,5% gegenüber dem Vorjahr) realisiert. Auch die Ergebniszahlen hätten recht nahe an den Helaba Trust Prognosen gelegen. Es seien jedoch, wie zu befürchten war, die Pro-Forma-Vergleichszahlen des Vorjahres revidiert worden. Das Wachstum von EBITDA (17%) und EBIT (24%) habe positiv überraschen können. Aufgrund erhöhter Finanzierungsbelastungen habe das bereinigte Ergebnis (31%) dann wiederum exakt auf Linie gelegen. Ausschlaggebend für diese dynamische Entwicklung seien rasche Synergieeffekte aus dem Merger und eine margenorientierte selektive Auftragsannahme. Das Management sei damit auf gutem Wege, die diesbezüglichen Versprechungen einzulösen.
Der Auftragsbestand liege mit 10,8 Mrd. Euro per Ende Juli immer noch auf sehr hohem Niveau. Damit könnten die Ertragsrisiken für 2002 kleiner geschrieben werden. Mut mache vor allem die zuletzt erheblich bessere Rentabilität im klassischen Baugeschäft sowie im Straßenbau, was nichts weniger als ein deutliches Abkoppeln vom negativen Marktumfeld bedeute. Zwar seien Dämpfungseffekte in Frankreich unverkennbar. Mit dem Bewertungsabschlag im Zuge des jüngsten Kursverfalls habe sich die strategische Attraktivität des Titels aber deutlich erhöht. Das Nicht-Konzessionsgeschäft werde nur noch mit 6% des Enterprise Value bewertet.
Angesichts von Umsatzrenditen von über 2% (entspricht Zielwert deutscher Wettbewerber) ist der Titel damit unterbewertet. Die Empfehlung der Analysten von Helaba Trust lautet daher "übergewichten".
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