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Analysen - Ausland
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23.02.2007
KBC kaufen
National-Bank AG
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Essen (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der National-Bank AG, Roman Mayer, bewertet die KBC-Aktie (ISIN BE0003565737/ WKN 854943) weiterhin mit "kaufen".
Der Allfinanzkonzern, welcher neben Belgien hauptsächlich in Zentral- und Osteuropa vertreten sei, habe mit den Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr die Märkte enttäuscht. Im Fokus der Anleger hätten sich die gestiegenen Kosten in nahezu allen Geschäftssegmenten sowie eine schlechte Entwicklung des Kreditgeschäfts in Ungarn befunden. Auf der Einnahmenseite habe die Bank mit einem Zinsertrag von ca. 1,0 Mrd. Euro, einem wichtigen Indikator für die zukünftige Geschäftsentwicklung, die Erwartungen des Marktes verfehlt (Konsens 1,13 Mrd. Euro). Auch im 12-Monats-Vergleich habe die Bank aufgrund höherer Aufwendungen unter dem korrespondierenden Vorjahreswert gelegen.
Als erfreulich würden die Analysten die durchaus stabile Zinsmarge von 1,41% erachten. Im Versicherungsgeschäft habe die Bank im letzten Quartal eine stabile Entwicklung der Nichtleben-Prämien verzeichnet, welche im Jahresvergleich mit 1,75 Mrd. Euro sechs Prozent über dem Vorjahr gelegen habe. Allerdings habe auch über eine starke Nachfrage aus Belgien (+ 6%) und Osteuropa (+ 6%) die schwache Entwicklung im Lebengeschäft (- 17%) nicht kompensiert werden können. Es sei jedoch anzumerken, dass unter Berücksichtigung des Basiseffekts aus 2005, mit sehr hohen Absätzen aufgrund einer Änderung steuerlicher Rahmenbedingungen, dem aktuellen Vergleich im Lebengeschäft nicht allzuviel beizumessen sei.
Die Provisionseinnahmen seien aufgrund erneut starker Nachfrage im Fondgeschäft wieder angezogen (+ 3%). Wie schon oben aufgeführt, seien die gestiegenen Kosten innerhalb der Geschäftseinheiten das Dorn im Auge der Anleger gewesen. Diese seien im vierten Quartal aufgrund höherer Vergütungsniveaus gestiegen, insbesondere im Merchant Banking (+ 16%) und Investitionen in die IT-Infrastruktur um 5%. Insgesamt habe die Bank jedoch das Gesamtjahresergebnis, inklusive Sondereffekte, um 52% auf 3,3 Mrd. Euro gesteigert. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrage 9,6 Euro und entspreche einem Zuwachs von 56%.
Im ersten Quartal 2007 werde der Konzern einen Gewinn aus dem Verkauf von Intesa Sanpaolo (200 Mio. Euro) sowie aus einem Divestment in der italienischen Privatbank Fumagalli in Höhe von 14 Mio. Euro verbuchen. Der Verkauf der Ungarischen Bankcard Clearing House GBC sei auf die Mitte des Jahres terminiert. Für das kommende Jahr werde die Bank ihre Strategie als Nischenanbieter auf den Gebieten der Konsumentenfinanzierung, Versicherung, Asset Management und SME Finance ausbauen. Hier erwarte die Geschäftleitung einen Hebel über die bestehende Expertise. Des Weiteren werde die Bank ihre Expansionsstrategie vor dem Hintergrund der fortschreitenden EU-Integrierung vorantreiben. Dies schließe die gezielte Akquisition in den neuen EU-Mitgliedstaaten ein.
Für die nächsten drei Jahre plane der Konzern den Rückkauf eigener Aktie in Höhe von insgesamt 3 Mrd. Euro, aufgeteilt in gleiche Teile. Nach eigenen Angaben beziffere das Unternehmen den Effekt auf den Gewinn je Aktie mit 3% jährlich. Die in Aussicht gestellte Erhöhung der Dividende auf 3,31 Euro (+ 32%) entspreche einer Ausschüttungsquote von 40%. Des Weiteren plane das Unternehmen die Streichung von 8,2 Mio. Treasury Aktien.
Die Aktie sei nach Erachten der Analysten weiterhin eine der bevorzugten Titel für ein "Engagement" an den rasant wachsenden Märkten Zentral- und Osteuropas. Die Strategie sich in den neuen Ländern der Europäischen Union zu positionieren und von dem enormen Wohlstandswachstum zu profitieren sollte sich in den nächsten Jahren weiterhin als erfolgreich erweisen. Auch die hohen Kosten im Abschlussquartal 2006 würden nach Erachten der Analysten den Wachstumspfad nicht unter Druck setzen. Die jüngsten Abschläge im Kurs würden die Analysten als neue Kaufgelegenheit in ein gut aufgestelltes Unternehmen erachten. Die attraktive hohe Dividendenrendite von 4% sowie die oben bezifferten Effekte des Aktienrückkaufprogramms sollten den Wert zusätzlich stützen.
Die Analysten der National-Bank AG erneuern daher ihre Einschätzung vom Januar mit einem "kaufen"-Votum für die KBC-Aktie zu einem Kursziel von 111 Euro. Die Kaufzone würden die Analysten bei 100 Euro belassen und das Stopp-Loss-Limit bei 86 Euro. (23.02.2007/ac/a/a)
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