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Analysen - TecDAX
19.02.2007
Bechtle unter der Lupe
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" nehmen die Aktie von Bechtle (ISIN DE0005158703/ WKN 515870) unter die Lupe.

Der in Neckarsulm ansässige IT-Konzern habe nach vorläufigen Zahlen das Gewinnziel von 42 Mio. Euro vor Steuern übertroffen. "Dank eines hervorragenden Schlussspurts haben wir besser abgeschnitten als zunächst geplant", so der Vorstandsvorsitzende, Ralf Klenk, im Hintergrundgespräch. Einen besonderen Effekt habe es für das bessere Abschneiden eigentlich nicht gegeben. "Das Q4 und vor allem der Dezember sind traditionell sehr stark. Das war in 2006 nun wieder der Fall, ist aber im Vorfeld nicht seriös prognostizierbar. Sogar in der letzten Jahreswoche, also nach den Weihnachten und vor dem Silvester haben wir kein Abflauen des Geschäfts gespürt", habe der CEO erörtert.

Der Umsatz habe in 2006 bei gut 1,2 Mrd. Euro gelegen, das EBT - bei rund 45 Mio. Euro. Die Steuerquote schätze man für das letzte Jahr auf rund 34 Prozent. Somit dürfte unter dem Strich ein Gewinn von knapp 30 Mio. Euro in den Büchern stehen. Geteilt durch 21,2 Millionen ausstehende Aktien würden pro Anteilsschein einen Profit von 1,40 Euro ergeben. Die Dividende erwarte man auf dem Niveau des Vorjahres von 50 Cent.

Das vergangene Jahr hätten die Schwaben dazu genutzt, die zahlreichen Übernahmen aus den Jahren 2004 und 2005 zu integrieren. "Wir haben die groben Integrationsarbeiten abgeschlossen. In diesem Jahr steht das Feintuning auf dem Programm". Der Umbau des Konzerns sei inzwischen soweit fortgeschritten, dass die Systemhäuser inklusive der Zukäufe in Deutschland und der Schweiz einheitlich unter dem Markennamen "Bechtle" auftreten würden. Zudem solle das Geschäft der Schweizer E-Commerce-Tochter ARP in 2007 auf nicht-deutschsprachige Länder ausgeweitet werden. 2007 stünden Holland, Frankreich und eventuell UK auf der Agenda, Italien und Spanien seien mittelfristige Ziele. Auch die Expansion der E-Commerce-Marke Bechtle direkt in weitere Länder sei für den Konzern grundsätzlich ein Thema.

Ziel sei, in diesem Jahr erneut schneller als der Markt zu wachsen. "Der Markt ist unverändert sehr schwierig. Die Preise für Handelsware befinden sich weiter um 10 bis 20 Prozent im Sinkflug. Aber mit den schwierigen Marktbedingungen haben auch alle Mitbewerber zu kämpfen. Das ist für Bechtle ein Vorteil, da wir diese Situation in der Vergangenheit sehr gut gemeistert haben und auch in der Zukunft durch einen Verdrängungswettbewerb weiter Marktanteile gewinnen wollen", habe Klenk gesagt.

Eine konkrete Prognose für das Jahr 2007 habe der CEO noch nicht preisgeben wollen. Er wolle aber in jedem Fall weiter wachsen - auch durch Zukäufe. In 2007 habe Bechtle bereits zwei Firmen mit einem Umsatzvolumen von zusammen 45 Mio. Euro gekauft. "Wir werden nach der Konsolidierung in 2006 nun einen Gang höher schalten. Dabei sind auch Akquisitionen jederzeit möglich". Einen großen Wurf sollte die Börse aber nicht erwarten. "Wir schauen uns nach Übernahmen mit einem Umsatz von circa 20 bis 50 Mio. Euro um. Größere Firmen oder gar nennenswerte Wettbewerber haben wir nicht im Fokus", so der CEO.

Klenk bekräftige in 2010 einen Umsatz von 2 Mrd. Euro zu stemmen und mit einer EBT-Marge von 5 Prozent zu wirtschaften. Sehr zufrieden zeige sich der Firmenchef mit der erzielten EBT-Marge von 3,6 Prozent im letzten Jahr. "Die Weichenstellungen zur Margensteigerung sind getan". Man gehe davon aus, dass Bechtle in diesem Jahr die Marge halten könne oder leicht ausbaue.

Wer der Experten-Kaufempfehlung für die Bechtle-Aktie im August des letzten Jahres zu 16,00 Euro gefolgt ist, liegt inzwischen knapp 40 Prozent im Plus, so die Experten von "TradeCentre.de". (19.02.2007/ac/a/t)


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