Logo
Analysen - Nebenwerte
05.09.2001
Triplan Downgrade
Nord LB

www.optionsscheinecheck.de

Die Analysten Ansgar Rauch und Ulrich Vogel von der Norddeutschen Landesbank haben die Aktie der Triplan AG (WKLN 749930) von "kaufen" auf "halten" herabgestuft.

Am 31.08. habe das Unternehmen bekannt gegeben, dass die Hälfte eines nach dem Börsengang an eine Beteiligungsgesellschaft gegebenen kurzfristigen Darlehens in Höhe von 3,0 Mio. Euro wertberichtigt worden sei. Der genaue Wertberichtigungs-Bedarf werde erst in den nächsten Wochen zu beziffern sein. Rolf Graf, der ehemalige Vorstandsvorsitzende habe die Niederlegung seines Amtes erklärt und das Unternehmen zum 31.08.2001 verlassen. Die Belastung durch die Wertberichtigung sei als Einmalbelastung anzusehen. Vom operativen Gesichtspunkt habe das Unternehmen bisher die Erwartungen erfüllt. Nachdem Rolf Graf dem Unternehmen jedoch nicht mehr zur Verfügung stehe, er leitete bisher den Geschäftsbereich Technology Services, seien die Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf dieses Bereiches unklar. Die ursprüngliche Emissionsplanung sei vom Researchteam nach unten angepasst worden. Der Grund hierfür sei vor allem der durch die o.g. Transaktion eingeschränkte finanzielle Spielraum für Triplan. Die geplanten Investitionen, vor allem in das Vertriebsnetz, werden wohl nicht in der ehemals angestrebten Geschwindigkeit erfolgen können. Weiterhin werde auch das Zinsergebnis schlechter als bisher angenommen ausfallen. Gleichzeitig mit der ad-hoc-Mitteilung habe Triplan die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2001 bekannt gegeben.

Den Umsatz habe man im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2001 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 22,9% auf 15,7 Mio. Euro steigern können. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres habe sich eine positive Tendenz für den Bereich Engineering Services ergeben. So habe sich der Zuwachs für den Bereich Engineering Services in der Schweiz, dem größten Auslandsmarkt, auf 29%, in Deutschland auf plus 24% belaufen. Im Geschäftsfeld Technology Services habe der Zuwachs insgesamt bei 16% gelegen, hier habe man auf den Auslands-Märkten stärkere Einbußen hinnehmen müssen. Diese werden mit Restrukturierungs- und Anlaufmaßnahmen bei den dortigen Niederlassungen und Tochtergesellschaften begründet.

Unter Ausschluss der erfolgten Wertberichtigung hätte sich ein planmäßig positives Ergebnis beim EBIT von über 500.000 Euro ergeben. Unter Einbeziehung der 1,5 Mio. Euro habe das EBIT im ersten Halbjahr 2001 bei –961.000 Euro nach –68.000 im Vergleichszeitraum des Vorjahres gelegen.

Parallel zu den Umsatzzahlen sei die Mitarbeiterzahl, die per 30.06.2001 314 betrug, um 14% gestiegen. Der Personalaufwand sei um 17% angewachsen. Es werden weiterhin im Projektgeschäft zu weiten Teilen externe Mitarbeiter beschäftigt, was sich negativ auf die Kostenstruktur auswirke.

Die Bilanzsumme habe sich von 15,4 Mio. Euro per 31.12.2000 auf 22,2 Mio. Euro per 30.06.2001 erhöht. Jedoch habe sich die Liquiditätssituation des Unternehmens, ausgelöst durch die o.g. Transaktion, im zweiten Quartal 2001 spürbar verschlechtert.

Die momentane Auftragslage sei positiv zu beurteilen. So seien bereits circa 80% bzw. 140% des für Deutschland respektive die Schweiz geplanten Jahresumsatzes im Bereich Engineering Services vertraglich abgesichert. Im Bereich Technology Services, in dem die Bearbeitungsdauer eines einzelnen Auftrages weit kürzer sei, betrugen Umsatz und Auftragsbestand im ersten Halbjahr 2001 58% des geplanten Jahresbudgets für 2001.

Für das laufende und die folgenden Geschäftsjahre belasse das Researchteam seine Umsatzerwartungen - im Vergleich zur IPO-Planung - bestehen. Aufgrund des Wertberichtigungsbedarfs der Forderung gegenüber einer Beteiligungsgesellschaft, eines höheren Materialaufwandes sowie eines deutlich niedrigeren Finanz-Ergebnisses habe das Researchteam seine Ergebnisschätzungen für die folgenden Jahre nach unten korrigiert. Für das laufende Geschäftsjahr 2001 werde nun mit einem negativen EBIT von 1 Mio. Euro und einem Ergebnis pro Aktie von -0,11 Euro gerechnet. Für das Jahr 2002 gingen die Analysten von einem EBIT von 2 Mio. Euro und einem Ergebnis pro Aktie von 0,17 Euro aus. Im Jahr 2003 werde das EBIT auf 4,2 Mio. Euro und das Ergebnis pro Aktie auf 0,38 Euro ansteigen.

Trotz der vom Researchteam gesenkten Gewinnschätzungen sei die Triplan-Aktie nach den starken Kursverlusten der letzten Wochen anhand von Unternehmens-Kennzahlen optisch günstig bewertet. Momentan überwiegen jedoch die Unsicherheiten, die sich aus dem Weggang des Vorstandsvorsitzenden Rolf Graf für die Führung des Unternehmens ergeben. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Triplan AG sei nicht unwesentlich davon abhängig, wie schnell passender Ersatz für Rolf Graf gefunden werden könne.

Daher änderten die Analysten ihr Rating von "kaufen" auf nunmehr "halten".



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de