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Analysen - Ausland
10.09.2001
Banco Bilbao neutral
Nord LB

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Die Aktie der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (WKN 875773) wird sich nach Auffassung des Analysten Michael Seufert von der Norddeutschen Landesbank marktkonform entwicklen.

Die BBVA habe im ersten Halbjahr 2001 die vom Markt erwarteten Ergebnisse erreicht. Der Gewinn habe sich im Periodenvergleich um 24% auf 1,28 Mrd. Euro verbessert. Besonders kräftig habe man das Zinsergebnis ausweiten können. Mit einem Wert von 4,268 Mrd. Euro habe die BBVA eine Steigerung von 44% erzielt. In Spanien habe sich der positive Geschäftsverlauf und eine leichte Ausweitung der Marge bemerkbar gemacht, während im Lateinamerikageschäft die Erweiterung des Konsolidierungskreises um die mexikanische Tochter Bancomer zu einem Ergebnissprung geführt habe.

Das organische Wachstum des Zinsergebnisses habe immerhin noch bei 18,4% gelegen. Der Provisionsüberschuss habe sich bei 2 Mrd. Euro eingestellt und damit um 34% über der vergleichbaren Vorjahresperiode gelegen. Aus Lateinamerika sei eine Ergebnisverdoppelung gemeldet worden, wohingegen das Fondsgeschäft in Spanien einen 4%igen Rückgang habe hinnehmen müssen. Das Eigenhandelsergebnis sei um mehr als die Hälfte auf 227 Mio. Euro gefallen. Die Kostenquote in Spanien habe sich leicht auf 43% von 43,3% in 2000 reduziert. Trotz der jüngsten Akquisitionen sei die Kostenquote in Lateinamerika erheblich von 59,3% auf 49,6% gesunken.

In Lateinamerika habe die BBVA ihre bisherige Strategie des Aufbaus einer Präsenz zusammen mit lokalen Partnerinstituten aufgegeben. Während die BBVA ihren Anteil an der Banco Ganadero in Kolumbien von 85% auf 95,2% aufgestockt habe, sei der Plan zur vollständigen Übernahme der Banco Frances in Argentinien aufgrund des derzeitig unfreundlichen Umfeldes vorläufig aufgegeben worden. Ebenso sei die Erhöhung der Beteiligung an der mexikanischen Bancomer von 48,5% auf über 50% zurückgestellt worden.

Die Nord LB rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 12,3 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 2,7 Milliarden Euro, was einem Gewinn von 0,84 Euro je Aktie entspreche. In 2002 solle der Umsatz auf 13,7 Milliarden Euro ansteigen. Beim JÜ erwarte das Researchteam 3,2 Milliarden Euro.

Nach dem erfolgreichen Zusammenwachsen der beiden fusionierten Bankhäuser liege sowohl in Spanien als auch in Lateinamerika, nach der Akquisition der Bancomer in Mexiko, der strategische Schwerpunkt für die BBVA in der Effizienzsteigerung der vorhandenen Organisation und der vollen Ausschöpfung des Kundenpotenzials. Aufgrund des noch kritischen Umfelds in Lateinamerika und der derzeit fehlenden positiven Impulse aus dem Europageschäft belasse das Researchteam die Aktie auf "halten".



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