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Analysen - Ausland
28.09.2001
Enel Marketperformer
LB Baden-Württemberg

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Christian Götz, Analyst der LB Baden-Württemberg stuft die Aktie Enel (WKN 928624) auf Marketperformer hoch.

Der sich seit seinem Börsengang im November 1999 noch zu 68% im Staatsbesitz befindende italienische Versorger sei in Europa gemessen am Stromabsatz die Nr. 2.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe Enel einen Umsatz von 14,3 Mrd. Euro erzielt. Darin enthalten seien u.a. die erstmaligen Konsolidierungen des Mobilfunkbetreibers Wind und des Festnetzbetreibers Infostrada. Das EBITDA habe auf pro-forma Basis um 17,1% auf 4,6 Mrd. Euro zulegen können, wobei sich die Marge geringfügig verschlechtert habe.

Hierfür seien z.T. höhere Durchleitungsentgelte verantwortlich gewesen. Dank außerordentlicher Einnahmen von 457 Mio. Euro durch den Verkauf von Erzeugungskapazitäten und einer geringeren Steuerquote habe der Nettogewinn um 77,6% auf 1,5 Mrd. Euro erhöht werden können. Die vorgelegten Finanzzahlen hätten damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Enel treibe im Zuge der weiteren Liberalisierung des italienischen Strommarktes, der zur Zeit zu 35% geöffnet sei, den Ausbau der Telekommunikationsaktivitäten voran. Der Börsengang der "Neuen Wind", dem zweitgrößten Telefon-Betreiber, sei auf die erste Jahreshälfte 2002 verschoben worden.

Da sich Enel auf dem heimischen Strommarkt von Erzeugungskapazitäten trennen müsse – nunmehr stehe der Verkauf des größten Kraftwerkparks Eurogen an – sei diese Diversifizierungsstrategie sinnvoll. Da durch die Beteiligung der französischen EdF an der Holding Mon-tedison und damit an den beiden anderen bedeutenden Strom-produzenten Edison und Sondel ein ernstzunehmender Konkurrent am italienischen Strommarkt aufzutreten drohe, sei nach Erachten des Analysten eine forcierte Positionierung in Europa nötig. Die italienische Regierung habe allerdings (noch) die Stimmrechte der EdF beschränkt. Mit dem Erwerb des ehemals zu Endesa gehörenden integrierten Versorgers "Neue Viesgo" habe Enel in einem sich konsolidierenden europäischen Strommarkt Vollzug melden können. Der Ausbau der heimischen Wasseraktivitäten stehe hingegen noch aus.

Der italienische Monopolist dürfte im Kerngeschäft Strom in Europa trotz des Einstiegs in Spanien immer noch ungenügend auf die weitere Marktöffnung vorbereitet sein. Vor diesem Hintergrund beurteilt der Analyst den Aufbau der Telekommunikationsaktivitäten positiv. Die vorgelegten Finanzzahlen hätten über den Erwartungen gelegen. Zudem liege das EV/EBITDA Multiple mit 5,8 unter den Werten anderer europäischer Versorger. Darüber hinaus könnten weitere Privatisierungsschritte der Enel-Aktie Phantasie verleihen.

Vor diesem Hintergrund stuft Christian Götz der LB Baden-Württemberg den Titel relativ zum Eurostoxx50 auf Marketperformer hoch.



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