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Analysen - Ausland
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25.09.2001
Goodyear Tire & Rubber "neutral"
Morgan Stanley Dean Witter
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Wertpapieranalysten von Morgan Stanley Dean Witter geben der Aktie des Reifenherstellers Goodyear (WKN 851204) das Rating "neutral".
Goodyear vertreibe seine Reifen weltweit und sei außerdem Hersteller von zahlreichen Automobilkomponenten, Spezialgummi für die Industrie und Chemikalien zur Behandlung von Gummi.
Zu Beginn des Jahres 1999 hätte Goodyear seine Kooperation mit Sumitomo Rubber Industries ausgeweitet, um die Wettbewerbsposition beider Unternehmen zu stärken. Daraus resultierend sei Goodyear nun der größte Reifenhersteller der Welt. Der Vertrag hätte Goodyear den Zugang zu der starken Marke Dunlop, die Eroberung der 2. Marktposition in Europa und den Eintritt in den japanischen Markt ermöglicht. Außerdem seien als Bestandteil der Abmachung 6 neue Joint Ventures entstanden: 1 in Europa, 2 in Japan, 1 in Nordamerika, sowie jeweils 1 Einkaufs- und ein Technologie Joint Venture.
Bei der kürzlich erfolgten Rückrufaktion für Firestone-Reifen hätte Goodyear für Ford 1 Mio. der insgesamt 2 Mio. ausgetauschter Reifen geliefert. Dies hätte etwa 20 Mio. US-Dollar zum Betriebsgewinn beigetragen. Das Management von Goodyear würde hoffen, für die Fortsetzung der Rückrufaktion im 3. Fiskalquartal 2001 wieder rund 1 Mio. Reifen liefern zu können. Außerdem mache das Unternehmen gute Fortschritte bei den angestrebten Rationalisierungsbestrebungen im Personalbereich. Etwa 5500 der bis zum Ende des Jahres geplanten 7800 Stellenkürzungen seien bereits vorgenommen worden.
Besorgt seien die Analysten über die Nachfrageschwäche bei der Originalaustattung mit Markenreifen. Hier seien die Aufträge in den USA im 1. Fiskalquartal 2001 um 22% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Im 2. Fiskalquartal seien sie erneut um 12,6% gesunken. Auch die Anzahl der Aufträge für Ersatzbereifung sei im 1. Fiskalquartal um 7% zurückgegangen, im 2. Fiskalquartal jedoch um 7,5% gestiegen.
Das Management müsse Kostenreduktionen vornehmen, um den Produktionsrückgang und die höheren Materialkosten aufzufangen. Den meisten Anlaß zur Besorgnis würde den Analysten allerdings der geringe Spielraum Goodyears bei der Preisgestaltung geben. Ein Anstieg der Materialkosten um 10% und der Lohnkosten um 3% wäre für das Unternehmen nur über eine etwa 5%ige Erhöhung der Preise aufzufangen. Eine solche Preiserhöhung wäre jedoch am Markt kaum durchzusetzen.
Das EPS der Aktie werde im Fiskaljahr 2001 bei 0,22 US-Dollar erwartet, ein Rückgang von 0,59 US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2002 rechne man mit einem EPS von 0,65 US-Dollar. Insgesamt würden die Analysten von Morgan Stanley Dean Witter die Aktie vor dem Hintergrund eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes mit "neutral" bewerten.
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