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Analysen - Ausland
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25.09.2001
Schneider neutral
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Schneider-Aktie (WKN 860180) von "untergewichten" auf "neutral" herauf.
Seit Abgabe des Segments Hochspannungsaggregate konzentriere sich Schneider auf Ausrüstungen für mittlere und niedrige Spannungen. Diese würden Anwendung in Gebäuden, Industrieanlagen, Energie- und Infrastruktureinrichtungen finden. Der kräftig expandierende Elektrokonzern habe 1999/2000 Arrondierungen in Frankreich, den USA und diversen Emerging Markets vorgenommen, im Vergleich zu ABB oder Siemens aber noch keine —übernahmesichere Größe erreicht. Mit der Übernahme des französischen Konkurrenten Legrand (Umsatz 2000: 2,8 Mrd. Euro) komme man diesem Ziel näher. Im Bereich Niederspannungsausrüstung avanciere der neue Verbund sogar zum Weltmarktführer. Die Kartellbehörden dürften eine Genehmigung unter Auflagen aussprechen (Entscheid Mitte Oktober).
Die Zahlen für das erste Halbjahr 2001 haben die Erwartungen der Analysten von Helaba Trust im operativen Bereich voll erfüllt. Bei einem Umsatzplus von 7,7% habe Schneider ein EBITA auf Vorjahresniveau erzielt. Die Marge sei folglich mit 12,2% (Vorjahr 13,2%) immer noch auf ansprechendem Niveau geblieben. Inklusive Legrand habe sie sogar 12,9% betragen. Daß das Ergebnis nach Anteilen Dritter mit 279 Mio. Euro 2% unter Vorjahr (Legrand: -9% auf 109 Mio. Euro) ausgefallen sei, habe vor allem an deutlich erhöhten Goodwill-Abschreibungen und ao. Aufwendungen gelegen. Gleichzeitig sei der Cash Flow überraschend stark um 24% auf 570 Mio. Euro angestiegen. Dies dürfe als Zeichen dafür betrachtet werden, daß die Unternehmensführung die Entwicklung der laufenden Kosten im Griff behalte.
Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Lähmung in den USA und entsprechende, zumindest kurzfristige Folgewirkungen weltweit dürften die operative Performance im 4. Quartal jedoch spürbar beeinträchtigen. Der unmittelbare Einfluß der Nachfragesituation auf Umsatz und Ertrag dürfte Schneider, wie anderen Elektroausrüstern auch, im Laufe von 2002 wiederum Momentumvorteile bringen, zumal die frühzeitigen Kostensenkungen und umfangreichen Legrand-Integrationsmaßnahmen bereits Früchte tragen könnten (veranschlagte Synergieeffekte 2002-2004: 80/190/280 Mio. Euro). Laufende Aktienrückkäufe würden die Ertragszuversicht des Managements untermauern.
Da auch die Bewertungsseite wieder entspannt ist, plädieren wir für ein Aufstocken des Titels auf neutrale Gewichtung.
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