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Analysen - Nebenwerte
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20.12.2006
Porsche kaufen
M.M. Warburg & CO
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von M.M. Warburg & CO, Marc-René Tonn, stuft die Aktie von Porsche (ISIN DE0006937733/ WKN 693773, VZ) unverändert mit "kaufen" ein.
Die Analysten würden das Kursziel von 925 Euro auf 1.115 Euro erhöhen. Die deutliche Anhebung des Zielwerts resultiere dabei aus folgenden Erkenntnissen und Effekten:
1. Die Profitabilität im Kerngeschäft habe im vergangenen Geschäftsjahr deutlich höher gelegen als die Analysten antizipiert hätten. Dies stimme die Analysten für die Margenentwicklung in den Folgejahren zuversichtlich. Die höhere Profitabilität sorge für einen Ausgleich für die etwas moderateren Absatzaussichten bis zur Einführung des Panamera im Jahr 2009.
2. Angesichts der besseren Ertragslage und gleichzeitig niedrigerer Investitionen in Sachanlagen und das Working Capital sei der Free Cash Flow im Industriegeschäft erheblich stärker ausgefallen als die Analysten erwartet hätten.
3. Die positiven Ergebniseffekte aus den Kurssicherungsgeschäften in Zusammenhang mit dem Investment in Volkswagen hätten sich ebenfalls positiv auf die Liquiditätssituation ausgewirkt.
4. Der Kursverlauf der Volkswagen-Aktie sei seit dem letzten Update der Analysten (27. September) weiter aufwärts gerichtet. Die VW-Aktie sei von 67 Euro auf 84 Euro gestiegen. Der größte Impuls für die Anhebung des Kursziels (Δ 80 Euro) gehe von einer positiveren Einschätzung der Margenentwicklung in den kommenden Jahren aus, die sich positiv auf die fairen Werte aus dem DCF- sowie dem EVA-Modell der Analysten auswirke. Der über den Erwartungen liegende FCF aus dem Industriegeschäft steuere 30 Euro zur Erhöhung des Kursziels bei, auf die Sondererträge aus den Kurssicherungsgeschäften würden 21 Euro entfallen, auf den Anstieg der VW-Aktie 59 Euro.
Während die Analysten für das abgelaufene Geschäftsjahr lediglich mit einer EBIT-Marge für das Kerngeschäft von 18,8% ausgegangen seien, habe diese - auf Basis der von den Analysten vorgenommenen Bereinigungen - bei 20,6% gelegen. Folglich hätten sich die Mixverbesserungen innerhalb der 911er-Reihe und zugunsten des Cayman im Boxster-Segment - trotz der Vorleistungen für den Panamera und die Entwicklung des Hybrid-Antriebs - deutlich stärker positiv niedergeschlagen als die Analysten erwartet hätten.
Die Analysten hätten angesichts des verhaltenen Ausblicks von Porsche für die Absatzentwicklung im laufenden Jahr ihre Prognosen für die Fahrzeugverkäufe gesenkt. Die ausgesprochen hohe Profitabilität im vergangenen Geschäftsjahr stimme die Analysten dennoch zuversichtlich, dass Porsche die bisherige Ertragsschätzung der Analysten übertreffen werde.
Nachdem die Analysten bislang für das laufende Geschäftsjahr 2006/07 eine Ausweitung der Marge von 18,8% auf 19,4% unterstellt hätten, würden die Analysten angesichts der geringeren Volumenerwartung zwar von einem Rückgang um 0,2%-Punkte ausgehen, jedoch von einer höheren Basis (20,6%.). Für 2007/08 hätten die Analysten ihre Ertragsschätzung dafür leicht gesenkt. Neben ebenfalls geringeren Absatzerwartungen spiegele sich hier eine geänderte Schätzung für die zeitliche Verteilung der Vorleistungen für den Panamera wider. Während die Analysten bislang von jährlich lediglich moderat steigenden Aufwendungen bis zur Einführung im Jahr 2009 gerechnet hätten, würden die Analysten nun von einem stärkeren Anstieg der Aufwendungen im Zeitablauf ausgehen.
Zwar dürfte auch 2008/09 nur eine moderate Absatzsteigerung erreicht werden, angesichts der für dieses Geschäftsjahr anstehenden Einführung des Panamera sowie der Facelifts für 911er und Boxster würden die Analysten jedoch ab diesem Zeitpunkt mit einer deutlichen Beschleunigung der Zuwachsraten rechnen.
Neben dem Bewertungsargument würden die Analysten ihre "kaufen"-Empfehlung auf die zu erwartenden positiven Impulse aus der Einführung der überarbeiteten Version des Cayenne (Ende Februar 2007) auf die Absatzentwicklung sowie die weiter positive Mixentwicklung innerhalb der Baureihen des Konzerns stützen. Darüber hinaus könnten sich die Analysten gut vorstellen, dass angesichts des Erfolgs des Modells der Cayman um eine Turbo-Variante erweitert werde. Die zuletzt positiven Nachrichten zum Fortschritt der Restrukturierungen bei Volkswagen sollten zudem das Abwärtspotenzial dieser Beteiligung reduzieren, sobald sich die Übernahmespekulationen abkühlen würden. Wesentliche Risiken für die Kursentwicklung würden nach Erachten der Analysten vor allem von der US-Wirtschaft ausgehen.
Auch Porsche spüre die starke Wettbewerbsintensität des Marktes im Roadster-Segement sowie bei den SUV. Darüber hinaus würden die gemischten Signale vom US-Immobilienmarkt ein weiteres Risiko für die Entwicklung der Automobilnachfrage bergen. Ferner könnte eine deutliche Aufwertung des Euro ggü. dem US-Dollar das Sentiment ggü. der Porsche-Aktie eintrüben, auch wenn der Konzern bereits über ein Währungshedging bis 2010/11 verfüge.
Die Analysten von M.M. Warburg & CO empfehlen die Porsche-Aktie weiterhin zu kaufen und erhöhen das Kursziel von 925 auf 1.115 Euro. (20.12.2006/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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