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Analysen - DAX 100
19.12.2006
Salzgitter halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Salzgitter-Aktie (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) unverändert mit dem Rating "halten".

Salzgitter habe zuletzt bekannt gegeben, den Geschäftsbereich Präzisionsstahlrohre von Vallourec übernehmen zu wollen. Die Vallourec-Tochter VPE (Vallourec Précision Etirage) erwarte für 2006 Umsatzerlöse in Höhe von etwa 220 Mio. EUR. Zwei Drittel dieser Erlöse erziele die Gesellschaft in der Automobilindustrie, ein Drittel im Bereich spezielle Anwendungen. Salzgitter beabsichtige mit dieser Übernahme, ein führendes europäisches Unternehmen in dem jeweiligen Marktsegment zu formen.

Kundenseitig würden sich beide Unternehmen angabegemäß sehr gut ergänzen, da MHP (Salzgitter-Tochter, in der die bestehenden Präzisionsrohr-Aktivitäten gebündelt seien) eine starke Marktposition in Deutschland habe und VPE einen ausgeprägten Kundenstamm in Frankreich vorzeigen könne. Über den Kaufpreis sei zwar Stillschweigen vereinbart worden. Der Kauf dürfte angesichts der Aussagen des Salzgitter-Managements nicht überteuert gewesen sein.

Mitte November habe der Konzern zudem seine Neun-Monats-Zahlen vorgelegt, die unverändert aufzeigen würden, dass die Geschäftsentwicklung von Salzgitter derzeit vom anhaltenden Stahlboom geprägt sei. Über alle vier Geschäftsbereiche hinweg habe die Gesellschaft positive Ergebnisse erzielen können, auch wenn das Rekordniveau des Vorjahres nicht immer habe erreicht werden können. Darüber hinaus habe Salzgitter im dritten Quartal den Veräußerungserlös aus der Vallourec-Transaktion im Sommer mit einem außerordentlichen Gewinn in Höhe von 907 Mio. EUR verbucht.

Angesichts der positiven, über den unternehmenseigenen Erwartungen liegenden Geschäftsentwicklung im dritten Quartal habe das Management die Gesamtjahresguidance nachmals angehoben. Nachdem zum Halbjahr ein operatives EBT von 650 Mio. EUR avisiert worden sei, liege die aktuelle Prognose des Unternehmens bei rund 800 Mio. EUR. Zuzüglich des Verkaufserlöses aus der Vallourec-Transaktion erwarte Salzgitter 2006 einen Vorsteuergewinn von etwa 1,7 Mrd. EUR.

Die aktuellen Aussagen des Managements, nach denen die momentane Geschäftslage des Salzgitter-Konzerns als äußerst zufriedenstellend bezeichnet werden könne, würden auch auf einen guten Geschäftsverlauf in den kommenden Monaten hindeuten. Insbesondere die Auftragsbestände sowie die in letzter Zeit realisierten Preiserhöhungen würden hier für Optimismus sorgen. Entscheidend für den künftigen Geschäftsgang im Bereich Stahl würden angabegemäß die weitere Konjunkturentwicklung in Europa, die Entwicklung der Walzstahlimporte sowie die Lagerniveaus bei Stahlhändlern und -verbrauchern sein. Bei den Rohren werde darüber hinaus auch der Versorgung mit Vormaterialien eine entscheidende Bedeutung zukommen.

In ihrem Bewertungsmodell hätten die Analysten den etwas über den Erwartungen liegenden Geschäftsverlauf der vergangenen Monate sowie die von ihnen nun prognostizierte bessere Ergebnisentwicklung der kommenden Perioden ebenfalls berücksichtigt. Dabei hätten sie in ihrem vereinfachten DCF-Modell das über einen Zyklus erreichbare zugrunde gelegte durchschnittliche EBT von 220 Mio. EUR auf 280 Mio. EUR erhöht.

Insgesamt würden die Analysten aktuell einen fairen Wert je Aktie von rund 100 EUR erhalten. Nach den deutlichen Kurssteigerungen der letzten Wochen wäre das von den Analysten errechnete Aufwärtspotenzial daher bereits ausgereizt. Auch wenn die Nettocashposition den aktuellen Kurs zu mehr als einem Drittel abdecke und auch der Buchwert über 50% der aktuellen Marktkapitalisierung ausmache, würden die Analysten auf dem deutlich erhöhten Kursniveau keine Bestände aufbauen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Aktie von Salzgitter weiterhin mit dem Rating "halten" ein und erhöhen das Kursziel auf Sicht von 12 Monaten von 75,00 EUR auf 100,00 EUR. (19.12.2006/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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