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Analysen - Ausland
14.09.2001
Enel übergewichten
Helaba Trust

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Mit einer installierten Kraftwerksleistung von 58.900 MW und 29,3 Mio. Kunden ist die italienische Enel S.p.A. (WKN 928624) der zweitgrößte Energieversorger der Welt, berichten die Analysten des Helaba Trusts.

Neben dem Hauptgeschäftsfeld Energie sei das Unternehmen, das sich nach der Teilprivatisierung im Jahr 1999 immer noch zu 68 Prozent in Staatseigentum befindet, mit der Tochter WIND im Telekommunikationssektor (Mobilfunk) tätig. Der kürzlich für rund 7,25 Mrd. Euro übernommene italienische Festnetzanbieter Infostrada solle mit dem Mobilfunkunternehmen zu -New Windif fusioniert und anschließend an die Börse gebracht werden. Beteiligungen im Medienbereich, in der Müllentsorgung sowie der Wasser- und Gasversorgung würden das Portfolio abrunden.

Enel habe mit ausgezeichneten Halbjahreszahlen aufwarten können. Während die Italiener den Umsatz konsolidierungsbedingt auf rund 14,2 Mrd. Euro (+19,5% gg. VJ) steigerten, habe sich das EBITDA v.a. aufgrund Kostensparmaßnahmen und Produktivitätssteigerungen um 17,1% auf 4,6 Mio. EUR erhöht. Das Nettoergebnis habe mit 1,5 Mio. Euro (+77,6% gg. VJ) deutlich über den Schätzungen der Analysten des Helaba Trusts gelegen. Diese erfreuliche Entwicklung dürfte sich nicht zuletzt dank eines weiteren Personalabbaus und Einsparungen im technischen Bereich auch im Gesamtjahr 2001 fortschreiben lassen. Insbesondere in der Telekommunikationssparte sollte die Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr einen deutlich verringerten Verlust ausweisen.

Gleichzeitig sei dem Unternehmen mit dem Zuschlag für die Endesa-Tochter Viesgo der Einstieg in den wachstumsstarken spanischen Strommarkt (Wachstumsraten: >5% p.a.) gelungen. Der Kaufpreis von 2,1 Mrd. Euro (inklusive 0,3 Mrd. EUR Verbindlichkeiten) erscheine angesichts der guten Marktposition der neuen Tochter mehr als fair. Dieser Schritt, der wahrscheinlich keiner Genehmigung der spanischen Behörden bedarf, dürfte Enel in Zukunft deutliches Umsatz- und Ertragspotential eröffnen. Nach dem aufgrund überhöhten Kaufpreisforderungen gescheiterten Engagement beim Wasserversorger Southern Water sollte die Gesellschaft hingegen die Wachstumspläne im Wassergeschäft vorerst auf den heimischen Markt beschränken.

Enel dürfte kurzfristig durch den Verkauf der Stromtochter Eurogen (rund 3 Mrd. Euro) sowie den Börsengang der Telekommunikationstochter New Wind (mindestens 6 Mrd. Euro für 30%) erhebliche Mittel für die eingeschlagene Multi-Utility-Strategie freisetzen. Zudem sollte sich dadurch die Nettoverschuldung verringern. Auch werde die wahrscheinlich noch in 2001 stattfindende Zweitplazierung von Enel-Aktien durch den italienischen Staat (Anteil 68%) voraussichtlich mit Kurspflegemaßnahmen (Sonderdividende von rund 1,5 Mrd. Euro) verbunden sein.

Insgesamt erwarten die Analysten des Helaba Trusts nicht zuletzt aufgrund der guten Zahlen des 1. Halbjahres weiter eine überdurchschnittliche Kursentwicklung der Aktie.



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