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Analysen - Nebenwerte
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07.09.2001
Schuler halten
LB Baden-Württemberg
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www.optionsscheinecheck.de
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Harald Rehmet, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, bewertet die Schuler-Aktie (WKN 721063) mit halten.
Schuler sei Technologie- und Weltmarktführer auf dem Gebiet der Umformtechnik. Bestandteile des Systemangebots seien die Geschäftsbereiche Mechanical Press Systems (Anteil am Konzernumsatz 46%), Hydraulic Press Systems (23%), Engineering & Automation (22%) und Hydroforming (9%). Das Göppinger Unternehmen beschäftige über 4400 Mitarbeiter und habe zuletzt ca. 66% des Umsatzes im Ausland erzielt.
Der Auftragseingang habe in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2000/01 (30.09.) mit 514 Mio. Euro erwartungsgemäß um 16% unter dem Vorjahresniveau gelegen. Der Konzernumsatz sei dagegen um 16% auf 439 Mio. Euro gestiegen und liege damit im Rahmen der Jahresplanung von 730 Mio. Euro. Bereits im letzten Zwischenbericht seien in vorgelagerten Produktionsbereichen des Bereichs Mechanical Press Systems erste Auslastungsprobleme angedeutet worden, da sich die Auftragseingänge aus der nordamerikanischen Autoindustrie deutlich abgeschwächt hätten. Dazu kämen jetzt unerwartete Ertragsbelastungen aus zwei weiteren Bereichen, die sich insgesamt auf ca. 15-20 Mio. Euro beliefen. Ursache dafür seien bei Hydraulic Press Systems, dass infolge hoher Auslastung Fremdleistungen zur termingerechten Auslieferung in Anspruch habe genommen werden müssen und bei Hydroforming hätten sich Probleme bei Werkzeugen ergeben, die erst nach Kundenabnahme bei der Serienfertigung von Großteilen aufgetreten seien. Daraus habe nach den ersten drei Quartalen ein Verlust von 2,5 Mio. Euro bzw. ein Ergebnisrückgang um 13,4 Mio. Euro resultiert.
Obwohl die plötzlich aufgetretenen Ertragseinbußen eher temporärer Natur seien, dürfte sich das Jahresergebnis halbieren. Im Folgejahr sollten diese Effekte weitgehend entfallen, dafür mache sich die operative Schwäche bei Mechanical Press Systems deutlich bemerkbar. Positiv wirke sich dagegen der erwartete Verkaufserlös von Müller- Weingarten aus, zumal er steuerfrei anfalle. Da sich eine Belebung der Projekttätigkeit andeute, könnte dies in den nächsten sechs Monaten in größere Aufträge münden. Damit dürfte der Auftragseingang bereits im nächsten Geschäftsjahr eine steigende Tendenz aufweisen. Die Rückkehr zur operativen Ertragskraft der vergangenen Jahre zeichne sich dagegen erst für 2002/03 ab. Die Schätzungen für 00/01 revidiere man von 1,10 auf 0,51 Euro je Aktie, für 01/02 von 1,51 auf 0,54 Euro und als erste Indikation für 02/03 erwarten wir 1,07 Euro.
Trotz Ergebniseinbruch sehe der Vorstand von Schuler aus heutiger Sicht keinen Grund die Dividende zu kürzen. Da außerdem der Tiefpunkt beim Auftragseingang im laufenden Quartal erreicht sein dürfte, bleiben die Experten der LBBW bei ihrer Empfehlung für den mittelfristig orientierten Anleger, die Aktie zu halten.
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