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Analysen - Ausland
05.09.2001
Repsol YPF Marketperformer
LB Baden-Württemberg

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Ralph Herre, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, bewertet die Repsol YPF-Aktie (WKN 876845) mit Marketperformer.

Die ursprünglich verstärkt im Downstream-Bereich tätige spanisch-argentinische Repsol-YPF zähle seit der Übernahme der YPF zu den zehn größten integrierten Ölkonzernen der Welt.

Im zweiten Quartal habe der Konzern ein im Rahmen der Erwartung liegendes mäßiges Ergebnis erzielt. Während das adjustierte operative Ergebnis (EBIT) gegenüber dem ersten Quartal um 5,7% auf 1,4 Mrd. Euro gesunken sei, sei das adjustierte Nettoergebnis um 4,2% auf 0,6 Mrd. Euro zurück. Neben verbesserten Gewinnmargen im Raffineriegeschäft hätten steigende Kundenzuwächse in der Sparte Strom & Gas die Rückgänge im Öl- und Gaspreis sowie in der Förderung von Öl und Gas nicht ausgleichen können. Zusätzlich zum sehr schwachen und insgesamt sogar defizitären Petrochemiegeschäft sei der Konzern durch die Schwierigkeiten in Lateinamerika belastet worden.

Als Folge leichter tendierender Öl- und Gaspreise sowie eines Rückgangs in der Produktion des Upstream-Bereichs dürften die Gewinnaussichten des Konzerns in 2001 und 2002 rückläufig sein. Für die Downstream-Sparten Raffinerie & Marketing sowie Gas & Strom gehe man nach deutlichen Ergebnissteigerungen im laufenden Geschäftsjahr in 2002 von stabilen Erträgen aus. Speziell im Bereich der Raffinerie sei zukünftig mit hohen, insgesamt jedoch rückläufigen Gewinnmargen zu rechnen. Das Petrochemiegeschäft dürfte weiterhin unter der konjunkturellen Schwäche und niedrigen Preisen leiden und nicht positiv zum Ergebnis beitragen. Zusätzlich ergebnisbelastend könnten sich eine weitere Verschärfung der Krise in Lateinamerika sowie ein sich erholender USD/Euro-Wechselkurs auswirken. Während man in 2001 beim adjustierten EBIT einen Rückgang um rund 0,5 Mrd. Euro auf 5,7 Mrd. Euro prognostiziere, erwarte man für das adjustierte Nettoergebnis eine Minderung in gleicher Größenordnung. Für das Geschäftsjahr 2002 erwarte man eine relativ stabile Ergebnisentwicklung. Eine für den Konzern weiterhin hohe Gefahr gehe von der mit 20,5 Mrd. Euro hohen Nettoverschuldung aus. Neben der direkten Auswirkung auf das Finanzergebnis bestehe hier das Problem, dass trotz einer Verbesserung des Verschuldungsgrades, weitere Großinvestitionen ausbleiben könnten.

Der Ölkonzern dürfte trotz der verbesserten Ertragssituation in den Downstream-Bereichen die Ergebnisabschwächung im Upstream-Bereich nicht ausgleichen können. Obwohl man Repsol-YPF als den schwächsten Ölwert in unserem Fokus ansehe, sei die Aktie dennoch günstig bewertet.

Im Umfeld der derzeitig konjunkturellen Unsicherheit stufen die Experten der LBBW die Aktie als Defensiv-Engagement von Underperformer auf Marketperformer hoch.



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