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Analysen - Ausland
08.11.2006
Caterpillar spekulativer Kauf
Aktienservice Research

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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Dem spekulativ ausgerichteten Anleger empfehlen derzeit die Analysten von "Aktienservice Research" die Aktien von Caterpillar (ISIN US1491231015/ WKN 850598) zum Kauf.

Der Baumaschinenhersteller Caterpillar habe in den vergangenen Jahren von einer starken Weltkonjunktur, dem Bau-Boom in Asien, einem starken Immobilienmarkt in den USA sowie der wachsenden Nachfrage nach Rohstoffen profitiert. Das Unternehmen habe mit starken Ergebnissen und hohen Wachstumsraten geglänzt. Von 2002 bis 2005 seien die Umsätze von rund 20 auf 36,3 Milliarden US-Dollar geklettert. Gleichzeitig sei der Profit von 0,8 auf 2,9 Milliarden US-Dollar geschnellt.

Das wirtschaftliche Umfeld habe sich jedoch verschlechtert. Die Zeichen dafür, dass sich die US-Wirtschaft verlangsame, seien nicht zu übersehen. Gleiches gelte für den amerikanischen Immobilienmarkt. Daneben würden die Experten auch von einer Verlangsamung der Weltkonjunktur und damit auch temporären Rückgängen bei der Rohstoffnachfrage ausgehen. Alles Gründe, die Analysten und Investoren etwas vorsichtiger würden agieren lassen. Hinzu seien jüngst eine wenig überzeugende Bilanz fürs dritte Quartal sowie gesenkte Prognosen gekommen.

So sei der Überschuss von Juli bis September 2006 zwar von 667 auf 769 Millionen US-Dollar geklettert, und das Ergebnis je Aktie (EPS) habe sich von 0,94 auf 1,14 US-Dollar erhöht, die durchschnittliche Prognose des Marktes von 1,35 US-Dollar sei aber deutlich verfehlt worden. Beim Umsatz habe das Unternehmen um 17 Prozent auf 10,52 Milliarden US-Dollar zugelegt. Hier habe man etwas über den Erwartungen gelegen. Dies habe aber nicht gereicht, um über die verfehlten Prognosen und die gesenkten Ziele hinwegzutrösten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2006 rechne Caterpillar nun mit einem Ergebnis je Aktie (EPS) zwischen 5,05 und 5,30 US-Dollar. Bislang habe das Unternehmen 5,25 bis 5,50 US-Dollar in Aussicht gestellt. Caterpillar habe neben dem verschlechterten Umfeld auf einen negativen Sondereffekt aus einer rechtlichen Einigung sowie höhere Kosten verwiesen. Und auch der Blick auf 2007 sei eher zurückhaltend gewesen. Hier seien es vor allem die Aussichten zur US-Wirtschaft und der sich setzende Immobilienmarkt, die den Vorstand etwas vorsichtiger hätten werden lassen. Er peile für 2007 daher ein vergleichsweise geringes Umsatzplus von null bis zu fünf Prozent und ein Gewinnwachstum von null bis zu zehn Prozent an.

Die Verlangsamung der Ergebniszuwächse dürfte laut Vorstand jedoch nur temporärer Natur sein. Auf einer Präsentation vor Investoren habe der Vorstand jüngst erläutert, dass das Geschäft von Caterpillar immer mal wieder von Phasen geprägt sei, in denen die Steigerungsraten nicht so hoch ausfallen würden. Er habe auf die Jahre 1995 und 1996 verwiesen, die schwach gewesen seien, dann aber von Jahren besonders starken Wachstums gefolgt worden seien. Und Caterpillar gehe auch bei der aktuellen Schwäche davon aus, dass sie nur kurz andauere und der steilere Aufwärtstrend anschließend wieder aufgenommen werde.

Allerdings habe Caterpillar die negative Einschätzung für den amerikanischen Häusermarkt wiederholt. Sie gehe davon aus, dass es hier zu einem Einbruch von mehr als 30 Prozent kommen könnte. Dies dürfte die Nachfrage nach Baumaschinen deutlich sinken lassen, habe Firmenlenker Jim Owens betont. Gleichzeitig habe er jedoch auch auf die steigende Nachfrage nach Bergbaumaschinen, Geräten für die Öl- und Gasindustrie sowie die allgemein steigende Nachfrage außerhalb des Heimatmarktes verwiesen. Dies werde die Schwäche Nordamerikas seiner Meinung nach ausgleichen.

Entsprechend zuversichtlich sei Caterpillar auch für die kommenden Jahre, wie der nun veröffentlichte langfristige Ausblick beweise. Der Vorstand sei überzeugt, seinen profitablen Kurs fortzusetzen. Im kommenden Jahr peile man bei einem Umsatz zwischen 41 und 43 Milliarden US-Dollar ein EPS zwischen 5,18 bis 5,70 US-Dollar an. Ab 2008 werde bis 2010 ein jährliches Plus von 15 bis 20 Prozent angestrebt. Gleichzeitig solle der Umsatz bei mehr als 50 Milliarden US-Dollar liegen. Um die Ziele zu erreichen, setze Caterpillar auf neue Produkte und Technologien, einen noch besseren Service sowie Kostensenkungen. Denkbar seien im kommenden Jahr Stellenstreichungen und die zeitweise Schließung von Fabriken.

Nun stelle sich die Frage, ob die Investoren die Zuversicht des Vorstands teilen würden oder ob die erwartete Schwäche, insbesondere im kommenden Jahr, für weiteren Druck auf den Aktienkurs sorge. Außer Frage scheine indes zu stehen, dass die langfristigen Aussichten für Caterpillar bestens seien. Grundlage sei die einzigartige Marktposition und eine breite Produktpalette. Entsprechend könnten niedrigere Kurse zum Aufbau langfristiger Positionen genutzt werden. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass es mit dem Aktienkurs weiter abwärts gehe. Daher sollte man sich an die Charttechnik halten. Das Papier sei im Bereich einer potenziell guten Unterstützung angekommen: 58 bis 60 US-Dollar. Hier bestehe nun die Chance auf eine Stabilisierung und eine anschließende Gegenbewegung, was dann für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends sorgen könnte. Allerdings seien auch weitere Abgaben nicht auszuschließen.

Vor diesem Hintergrund raten die Analysten von "Aktienservice Research" zu einem spekulativen Engagement in die Aktien von Caterpillar. Der Stoppkurs sollte bei 55,60 US-Dollar platziert werden. (Global Markets Ausgabe 314 vom 07.11.06) (08.11.2006/ac/a/a)



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