Logo
Analysen - Ausland
07.11.2006
Eli Lilly Kaufgelegenheit
Bank Hofmann

www.optionsscheinecheck.de

Zürich (aktiencheck.de AG) - Lucia Wuermli, Analystin der Bank Hofmann, ist in den aktuellen "Anlage-Perspektiven" der Meinung, dass sich für die Aktie von Eli Lilly (ISIN US5324571083/ WKN 858560) eine Kaufgelegenheit bietet.

Das heute globale Unternehmen mit 15 Mia. USD Umsatz und 60 Mia. USD Marktkapitalisierung sei 1876 in Indianapolis von Eli Lilly, Chemiker und Oberst im US-Bürgerkrieg, mit 1.300 USD gegründet worden. Was damals mit durch Gelatine überzogenen Tabletten angefangen habe, habe sich zu einem Pharma-Giganten mit breit diversifiziertem Medikamenten-Portfolio entwickelt. Zyprexa (Depression), Cialis (Impotenz), Evista (Osteoporosis) und Humulin (Insulin) seien die heutigen Pfeiler der Geschäftstätigkeit. Das populärste und lukrativste Produkt von Lilly sei das Antidepressivum Prozac gewesen, welches eine ganze Nation geprägt, aber 2001 vorzeitig den Patentschutz verloren habe. Mit heute acht Bioprodukten auf dem Markt sei Lilly auch eine der führenden Biotech-Firmen weltweit.

Natürlich bleibe Lilly nicht vor Patentkriegen und Produktrückschlägen verschont. Im bekannt schwierigen Umfeld der Pharma-Industrie habe sich Eli Lilly aber gut positioniert. Während einige Konkurrenten gegen schwerwiegende Patentverluste und schwache Produktlancierungen ankämpfen würden, fokussiere sich Lilly auf Unabhängigkeit, Innovation und Produktivität. Der Pharmasektor verliere in dieser Dekade Patent-Exklusivität im Wert von etwa 100 Mia. USD. Bei Eli Lilly hingegen seien bis 2011 keine relevanten Patente fällig.

Das globale Umsatzwachstum des Sektors habe sich von zweistelligem Niveau in den 90er Jahren zu mittelfristig nur noch einstelligen Zunahmen verlangsamt. In diesem Industrie-Umfeld mit durchschnittlich 7% Gewinnwachstum liefere Lilly 11%, was auf disziplinierte Kostenkontrolle und Steigerung der Produktivität in Forschung und Entwicklung zurückzuführen sei. Während die Konkurrenz seit fünf Jahren an Pipeline-Anämie leide, sei es Lilly gelungen, seit dem Verlust des lukrativen Patentschutzes von Prozac, neun neue Produkte zu lancieren, deren Verkaufsanteil 2005 bereits 18% ausgemacht habe. Wie dramatisch die Produktivität gesteigert werden solle, zeige die Zielsetzung, die Gesamt-Investition in ein einzelnes Pharmazeutikum um 30% von heute 1,2 Mia. USD auf 800 Mio. USD pro neue molekulare Einheit (NME) zu senken.

Am 7. November 2006 stünden Kongress und Senat in den USA zur Neuwahl. Wahrscheinlich würden die Republikaner die Mehrheit verlieren. Ein von den Demokraten geführter Kongress wäre aufgrund der generellen Parteihaltung in Sachen Gesundheitsreform und Medikamentenpreis-Kontrolle kurzfristig eher negativ für Pharma-Aktien. Dies könnte zu attraktiven Einstiegsmöglichkeiten führen. Im Umfeld eines global langsameren Wirtschaftswachstums sei der defensive und fundamental attraktive Charakter des Sektors aber vorteilhaft. Eli Lillys Aktienpreis habe sich in den letzten Monaten in einer relativ engen Bandbreite bewegt. Gegenüber dem S&P 500-Index jedoch habe er seit Anfang Jahr eine Unterperformance von 10% verzeichnet.

Der erwähnte Nachrichtenfluss anlässlich der Wahlen eignet sich als Kaufgelegenheit, besonders vor dem Hintergrund eines überdurchschnittlichen Gewinnwachstums, so die Analysten der Bank Hofmann zu der Eli Lilly-Aktie. (Ausgabe November 2006) (07.11.2006/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de