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Analysen - DAX 100
03.11.2006
Vossloh halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Vossloh (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) unverändert mit "halten" ein.

Vossloh stelle u.a. Schienenbefestigungssysteme und technisch anspruchsvolle Weichen her, entwickele und produziere Diesellokomotiven und biete als IT-Spezialist schienengebundenen Verkehrsunternehmen Prozessoptimierungssysteme an. Die Gesellschaft positioniere sich über den Bereich der reinen Bahntechnik hinaus als Verkehrstechnologie-Konzern.

Vossloh habe am Anfang dieser Woche die Zahlen für die ersten neun Monate 2006 bekannt gegeben. Angesichts des zum Verkauf gestellten Segments Information Technologies (IT) und der damit einhergehenden Umgruppierung dieses Bereiches in die "nicht-fortgeführten Bereiche" sowie der gleichzeitigen Anpassung der Vorjahreszahlen seien die vorgelegten Daten nur eingeschränkt mit den im Vorjahr publizierten Zahlen vergleichbar.

Das Umsatzplus von 2% nach neun Monaten sei im Wesentlichen auf Erlössteigerungen in den Geschäftsfeldern Infrastructure Services (Segment Rail Infrastructure) sowie Electrical Systems (Segment Motive Power) zurückzuführen. Alle anderen Geschäftsfelder hätten Umsatzrückgänge verzeichnen müssen.

Während in den Bereichen Fastening Systems und Switch Systems der Rückgang planmäßig gewesen sei, seien im Geschäftsfeld Locomotives (insbesondere Werk Kiel) Auftragseingänge und die Abwicklung einzelner Projekte unter den Erwartungen geblieben. Bei der Analyse der Ergebniszahlen sei zu beachten, dass von den im Sommer avisierten Belastungen in Höhe von rund 22 Mio. Euro, bereits knapp 19 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2006 verbucht worden seien. Hiervon sei jeweils knapp die Hälfte auf den Geschäftsbereich Information Technologies (in nichtfortgeführten Aktivitäten enthalten) sowie auf die verbleibenden Bereiche entfallen. Bereinigt um diese Belastung sei das EBIT nach drei Quartalen zumindest nahezu ausgeglichen gewesen.

Trotz eines höheren Anteils an Umsätzen mit den margenschwächeren Infrastructure Services-Leistungen habe der Konzern alleine im dritten Quartal inklusive Sonderbelastungen in Höhe von knapp 5 Mio. Euro eine EBIT-Marge von 9,3% (Vorjahr: 9,1%) erreicht. Positiv zu vermerken sei außerdem, dass der Konzern seine Nettofinanzschulden deutlich von 221 Mio. Euro (Stand: Ende 2005) auf aktuell etwa 170 Mio. Euro habe reduzieren können. Neben dem Periodenergebnis hätten vor allem höhere Anzahlungen sowie ein reduzierter Vorratsbestand hierzu beigetragen.

Unter Berücksichtigung des nun unter subsumierten Geschäftsfelds Information Technologies habe der Konzern seine Gesamtjahresprognose 2006 bestätigt. Demnach erwarte das Management einen Jahresumsatz von rund 1 Mrd. Euro (IT sei zunächst mit 45 Mio. Euro enthalten gewesen). Das EBIT werde aktuell bei rund 75 Mio. Euro (zuvor: 70 Mio. Euro inkl. IT) avisiert. Der Jahresüberschuss nach "nichtfortgeführte Aktivitäten" werde weiterhin bei gut 35 Mio. Euro erwartet. Zu beachten sei, dass in diesem Betrag Sonderbelastungen von insgesamt rund 22 Mio. Euro verarbeitet sein würden, die so in 2007 nicht mehr anfallen würden.

Auf der einen Seite werde die Gewinnrechnung unverändert durch den Preisdruck auf der Kundenseite sowie den margenseitig ungünstigen Produktmix belastet. Auf der anderen Seite würden die zuletzt verkündeten Auftragseingänge (Schienenbefestigungen in China, Weichen in Australien) eine verstärkte Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten und somit eine Reduzierung der Abhängigkeit vom heimischen bzw. europäischen Markt zeigen. Zusammen mit den wegfallenden Sonderbelastungen sollte daher das 2007er-Ergebnis deutlich über dem 2006er-Gewinn liegen.

Nach Angaben der Gesellschaft sei der Verkaufsprozess für den Bereich IT bereits eingeleitet. Ebenso positiv seien die aktuellen Kommentare zur angestrebten Neupositionierung des Geschäftsfelds Locomotives und der damit präferierten Aufstellung mit einem strategischen Partner.

Die Daten zum dritten Quartal würden zum einen zeigen, dass die Neuausrichtung des Konzerns mit der Fokussierung auf die Kernfelder Bahninfrastruktur und bahntechnische Komponenten richtig sei. Zum anderen würden der unverändert vorhandene Preisdruck sowie die hinter den Erwartungen liegende Entwicklung im Bereich Motive Power die Risiken der Geschäftstätigkeit inklusive der Abhängigkeit von einigen Großkunden zeigen.

Die Analysten hätten ihre Gewinnreihe an die veränderte Rechnungslegungsstruktur angepasst. An den Prognosen für das Ergebnis je Aktie habe sich dadurch jedoch nur marginal etwas geändert.

Aufgrund veränderter Bewertungsparameter im aktuellen Kapitalmarktumfeld würden die Analysten vom Bankhaus Lampe dennoch ihr Kursziel auf Jahressicht von zuletzt 46 Euro auf nunmehr 50 Euro erhöhen und bestätigen zeitgleich nach den deutlichen Kursgewinnen der letzten Wochen ihre Einschätzung zu der Vossloh-Aktie mit "halten". (03.11.2006/ac/a/d)



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