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Analysen - TecDAX
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03.11.2006
ADVA abwarten
TradeCentre.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten vor einem Kauf der ADVA-Aktie (ISIN DE0005103006/ WKN 510300) die Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal abzuwarten.
In Kürze werde der Netzwerkspezialist Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Nach den Informationen der Experten aus Branchenkreisen, solle die Periode im Rahmen der Erwartungen verlaufen sein. Das Quartal sei von der Integration der Movaz Networks geprägt, welche sich kurzfristig auf die Profitabilität negativ niederschlage, aber dennoch aus strategischer und produkttechnischer Sicht, um das Standbein in den USA zu forcieren, sehr sinnvoll sei.
Für das dritte Quartal hätten die Münchener Einnahmen zwischen 51 und 57 Millionen Euro und eine Proforma Betriebsmarge zwischen null und zwei Prozent angekündigt. Auf Nettobasis werde das Unternehmen allerdings einen Verlust ausweisen. Für das Schlussquartal habe der Vorstand einen Umsatz zwischen 60 und 70 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Proforma Betriebsmarge solle sich gegenüber Q3 auf sechs bis zehn Prozent wieder erheblich steigern.
Summa summarum errechne sich für das Gesamtjahr ein Umsatz von 189 bis 205 Millionen Euro bei einer Proforma EBIT-Marge zwischen sieben bis acht Prozent. Das entspreche einem Proforma Gewinn auf operativer Basis zwischen 13,2 und 16,4 Millionen Euro. Die Differenz zum bereinigten EBIT dürfte mit fünf bis sechs Millionen Euro zu Buche schlagen. Darin enthalten seien Kosten für das Aktienoptionsprogramm sowie reguläre Abschreibungen. Der Zinsaufwand sei hingegen minimal.
Vor Steuern ergebe sich für dieses Geschäftsjahr somit ein Gewinn zwischen sieben und zehn Millionen Euro. Unterstelle man eine Steuerquote von 30 Prozent, errechne sich unterm Strich ein Überschuss von fünf bis sieben Millionen Euro oder ein Ergebnis je Aktie von elf bis 15 Cent.
Operativ laufe es bei ADVA aufgrund der starken Nachfrage nach optischen Netzwerklösungen seitens der Telekomindustrie weiter rund. Der Markt dürfte im nächsten Jahr mit 20 bis 25 Prozent weiter dynamisch wachsen. Die Telekom-Konzerne, vor allem die Deutsche Telekom, hätten angekündigt, dass die Investitionen in Zukunft zurückgeführt würden. Das betreffe aber nicht die Ausgaben für den Bereich "Optical Networking". Die Deutsche Telekom sei übrigens einer von zwei großen Kunden, die ADVA in Q3 für sich gewonnen habe. Die Deutsche Telekom sei zwar kein neuer Kunde, aber ADVA sei nun Ausrüster der Telekom mit einem sehr hohen Volumen.
Bei zwei weiteren Telko-Firmen befinde sich die Firma in der Endausschreibung. Spannend werde es in den kommenden Quartalen auch hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit mit Lucent. Vor dem Hintergrund des Mergers von Lucent und ADVAs Konkurrenten Alcatel würden Analysten davon ausgehen, dass ein Teil des Movaz-Geschäfts (Lucent sei Kunde von Movaz) beeinträchtigt werde. Sollte es aber die Möglichkeit für eine umfangreiche Zusammenarbeit geben, wäre dies sehr positiv zu werten.
Im kommenden Jahr dürfte ADVA organisch um mindestens 20 Prozent wachsen. Inklusive der Konsolidierung der Movaz für ein gesamtes Jahr, errechne sich für 2007 mindestens ein Umsatz von 250 Millionen Euro. Ziel des Managements sei, zumindest im zweiten Halbjahr wieder zur alten Ertragsstärke (Proforma EBIT) von 10 bis 13 Prozent zurückzukehren.
Für das Gesamtjahr würden die Experten mit einer Proforma Betriebsmarge von rund zehn Prozent rechnen. Unterm Strich dürfte der Gewinn je Aktie zwischen 35 und 40 Cent liegen. Mit einem KGV von 16 sei das Papier unverändert nicht zu teuer.
Vor einem Kauf der ADVA-Aktie würden die Experten von "TradeCentre.de" allerdings die Veröffentlichung der Q3-Zahlen abwarten. Eventuell komme das Papier an diesem Tag nochmals etwas unter Druck, was man aber als sehr gute Einstiegschance sehen würde. (03.11.2006/ac/a/t)
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