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Analysen - Neuer Markt
28.08.2001
Rücker halten
LB Baden-Württemberg

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Achim Wittman, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), bewertet die Rücker-Aktie (WKN 704110) mit halten.

Die Rücker AG sei ein weltweit operierender Entwickler für innovative Hochtechnologie. Zu den Kunden des Unternehmens würden namhafte Unternehmen zählen, vorwiegend aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, in zunehmendem Maße auch aus der Elektronikindustrie.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2001 habe Rücker einen Umsatz von 64,5 Mio. Euro erzielt. Ein Großteil des Wachstums von 21% sei auf Akquisitionen zurückzuführen. Die Bereiche Automotive Design, Luftfahrt und Forschung sowie Elektronik und Kommunikation hätten jeweils Wachstumsraten von über 20% verbucht, während der Bereich Umweltsimulation und Fahrzeugsicherheit leicht unter Vorjahresniveau geblieben sei. Die operative Marge habe nach dem ersten Halbjahr bei 1,9% gelegen. Im zweiten Quartal sei ein operativer Verlust von 1,3 Mio. Euro verbucht worden. Zurückzuführen sei der Ertragseinbruch neben anfallenden Integrationskosten für die neuen Unternehmen sowie hohen Mitarbeiterschulungskosten in den Bereichen Elektronik und Luftfahrt vor allem auf die Branchensituation der Entwicklungsdienstleister. Diese sähen sich derzeit einem erhöhten Wettbewerbsdruck, unter anderem ausgelöst durch Projektstopps bzw.
-verschiebungen seitens einzelner Automobilhersteller, gegenüber.

Für das Gesamtjahr gehe das Unternehmen von einem Umsatz von 135 Mio. Euro aus. Auf Basis der Halbjahreserlöse von 64,5 Mio. Euro erscheine dies durchaus realistisch. Erlösverbesserungen im Vergleich zum ersten Halbjahr erwarte man in diesem Zusammenhang insbesondere in den Bereichen Luftfahrt sowie Umweltsimulation und Fahrzeugsicherheit. Bezüglich des operativen Ergebnisses lägen die Unternehmenserwartungen zwischen 4 Mio. Euro und 6 Mio. Euro. Dies entspreche einer Marge von 3,0% bis 4,4%. Ausgehend von der operativen Marge, die im ersten Halbjahr bei 1,9% gelegen habe und dem nach wie vor verhaltenen Marktumfeld, orientiere man sich in den Schätzungen eher am unteren Rand dieser Spanne. Mit dem Abschluss der Integration der akquirierten Unternehmen sowie einer verbesserten Kapazitätsauslastung bei wieder anlaufenden Projekten sollten mittelfristig wieder höhere Margen möglich sein.

Wie auch seine Wettbewerber kämpfe Rücker derzeit mit unausgelasteten Kapazitäten sowie daraus resultierendem Margendruck. Nach Anpassung der Ergebnisschätzungen liege das KGV der Aktie auf Basis 2002 aktuell bei 13,6. Angesichts der Unsicherheiten mit denen die erwartete Erholung der Ertragssituation behaftet ist, sehen die Experten der LBBW dies als faire Bewertung an und stufen die Rücker-Aktie von akkumulieren auf halten zurück.



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