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Analysen - Ausland
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16.10.2006
Genentech ein spekulativer Kauf
BÖRSE am Sonntag
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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "BÖRSE am Sonntag" ist die Aktie von Genentech (ISIN US3687104063/ WKN 924632) ein spekulativer Kauf.
Aktien aus dem Bereich Biotechnologie seien jüngst wieder ein wenig in Mode gekommen. Zum einen sei das auf die neue Übernahmefantasie zurückzuführen, zum anderen würden Herbst und Winter als traditionell gute Jahreszeiten für die Titel des Sektors gelten. Neue Zulassungen und Forschungsergebnisse, aber auch die Quartalszahlen würden oftmals die Kurse treiben. Möglicherweise auch bei Genentech.
Genentech habe im dritten Quartal und den ersten neun Monaten 2006 deutlich mehr verdient als in den entsprechenden Vorjahreszeiträumen. Hinzu kämen ein positiver Ausblick und die weitere Zulassung für das Krebsmittel Avastin. Neben Dickdarmkrebs dürfe es nun in den Vereinigten Staaten auch zur Behandlung von fortgeschrittenem, nicht kleinzelligem Lungenkrebs in Verbindung mit einer Chemotherapie eingesetzt werden.
Von Juli bis September hätten 568 Mio. US-Dollar Profit in der Kasse geklingelt. Ein Anstieg von 58%. Beim Umsatz habe die Tochter des Schweizer Pharmariesen Roche um 36 Prozent auf 2,4 Mrd. US-Dollar zugelegt. In den ersten neun Monaten habe der Konzern 6,6 Mrd. US-Dollar Erlöse erzielt. Dies seien 40% mehr gewesen. Gleichzeitig sei der Profit von 0,94 auf 1,52 Mrd. US-Dollar gestiegen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) habe von 0,87 auf 1,41 US-Dollar zugelegt. Profitiert habe der Konzern in erster Linie von seinen Krebsmedikamenten wie Avastin und Herceptin. Interessant und sehr viel versprechend sei auch die bisherige Entwicklung des erst im Juni eingeführten Präparats Lucentis, einem Mittel gegen Erblindung im höheren Alter. Hier seien im dritten Quartal bereits 153 Mio. US-Dollar erzielt worden und es habe anscheinend Blockbusterpotenzial.
Das Mittel sei einer der Gründe für den optimistischen Ausblick, den der Konzern bei Vorlage der Neunmonatsbilanz abgeliefert habe. Für das Gesamtjahr rechne das Management unter Ausklammerung von Sonderfaktoren mit einem Gewinnanstieg von 65 bis 70 Prozent gegenüber 2005. Seinerzeit habe die Gesellschaft bei einem Umsatz von 6,63 Mrd. US-Dollar (plus 43,5%) einen Profit von 1,28 Mrd. US-Dollar (plus 63%) verbucht. Die Schwäche einiger Produkte wie Avastin und Herceptin gegenüber dem zweiten Quartal scheine außerdem von einer Änderung beim Vertrieb herzurühren. Bereits im vierten Quartal sollte sich der Trend wieder umkehren. Und auch langfristig sehe es weiterhin bestens aus. Erklärtes Ziel der Konzernführung sei es, bis 2010 jährlich durchschnittlich um 25% bei den Gewinnen (ohne Sondereffekte) zuzulegen.
Die erwarteten, hohen Wachstumsraten würden die insgesamt sehr hohe Bewertung relativieren. Das KGV für 2007 liege bei mehr als 40 und mit einer Marktkapitalisierung von 88,6 Mrd. US-Dollar sei schon reichlich Fantasie in die Aktie eingepreist, was bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt werden sollte. Nichtsdestotrotz könnten auf dem derzeitigen Niveau erste Long-Positionen in Erwägung gezogen werden. Das bisherige Allzeithoch vom 21. November 2005 bei mehr als 102 US-Dollar könnte in den nächsten Monaten wieder in Angriff genommen werden. Prozyklisch agierende Investoren würden indes erst auf einen Ausbruch auf Schlusskursbasis über den Widerstand bei 86,65 US-Dollar warten.
Für die Experten von "BÖRSE am Sonntag" ist die Aktie von Genentech ein spekulativer Kauf. (Ausgabe 41/06 vom 15.10.2006) (16.10.2006/ac/a/a)
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