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Analysen - Ausland
12.10.2006
Sony unter der Lupe
DaxVestor

www.optionsscheinecheck.de

Tokio (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "DaxVestor" haben die aktuelle Entwicklung bei Sony (ISIN JP3435000009/ WKN 853687) näher unter die Lupe genommen.

Viele Besitzer eines Notebooks seien zuletzt von der Nachricht über explodierende Akkus aufgeschreckt worden. Betroffen seien Geräte, die mit von Sony produzierten Akkus betrieben würden. Darunter seien nicht nur hauseigene Notebooks, auch die Geräte anderer Vertreiber wie Dell Computer oder Acer würden zum Teil mit Sony-Akkus betrieben. Im August sei die erste Hiobsbotschaft bekannt geworden: Dell Computer habe 4,1 Mio. Akkus zurückgerufen, weil Überhitzungs- und Feuergefahr bestehe. Es seien Apple Computer, Lenovo, Toshiba und Fujitsu gefolgt. Da die Ursachen in der Produktion der Akkus lägen, übernehme Sony die Kosten für die Umtauschaktionen.

Doch damit nicht genug. Am letzten Freitag habe Hitachi angekündigt, dass 16.000 Akkus in Notebooks in Japan umgetauscht werden müssten. Damit summiere sich die Zahl der schadhaften Akkus auf mittlerweile rund acht Millionen Stück weltweit. Wie nun die japanische Presse berichte, seien Sony die Probleme mit den Akkus bereits vor einem Jahr bekannt gewesen. Dennoch habe der Konzern keine umfassende Untersuchung unternommen, sondern habe sich auf die Notebooks von Dell Computer beschränkt ­ eine teure Nachlässigkeit, wie man heute wisse. Hätte man sich damals des Problems gründlich angenommen, wäre die teure Umtauschaktion heute wahrscheinlich überflüssig gewesen.

Doch auch auf anderen Geschäftsfeldern laufe es alles andere als rund. So habe Sony im September die Verschiebung des Europa-Starts der Spielekonsole PlayStation 3 um vier bis fünf Monate bekannt gegeben. Grund seien Produktionsprobleme, die auch in den USA und Japan zu Verzögerungen geführt hätten. Das Weihnachtsgeschäft gehe damit zumindest in Europa flöten.

Vom Monitorgeschäft trenne sich der Konzern per Jahresende ganz. Wie auch Wettbewerber in Europa habe der zehntgrößte Monitorproduzent der Welt in dem hart umkämpften Markt eine zu geringe Marge erwirtschaftet, um dieses Geschäft auf Dauer zu betreiben. 2005 habe Sony 3,07 Mio. Monitore weltweit verkauft.

Die vielen offenen Baustellen und Probleme hätten auch beim Aktienkurs deutliche Spuren hinterlassen. Während der Nikkei 225 seit dem 1. Januar um rund 42 Prozent habe zulegen können, betrage das Plus bei Sony gerade mal ca. 11 Prozent. Dabei sei es zu einem kräftigen Rutsch seit August gekommen, also dem Monat mit der ersten großen Akku-Rückruf-Aktion. Zuvor habe sich die Sony-Aktie mehr oder weniger im Einklang mit dem Nikkei 225 entwickelt. Die Frage, die sich nun stelle, laute: Halte die Underperformance an? Dies würde heißen, dass noch nicht alle schlechten Nachrichten im Kurs enthalten seien. Skeptisch würden relativ viele Analystenstatements stimmen, die Sony mit einem fairen Wert jenseits der 5.000-Yen-Marke zum Kauf empfehlen würden. Die Kunden dieser Analysehäuser dürften die Aktie bereits im Depot haben, wo also sollten die Anschlusskäufe herkommen? Dass Sony angesichts der vielen Probleme mit positiven Überraschungen werde aufwarten können, scheine doch relativ unwahrscheinlich.

Die Probleme bei Sony scheinen noch nicht ausgestanden, so die Experten von "DaxVestor". (12.10.2006/ac/n/a)



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