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Analysen - Nebenwerte
04.10.2006
Aragon kaufen
SES Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Torsten Klingner, Analyst von SES Research, stuft die Aktie der Aragon AG (ISIN DE000A0B9N37/ WKN A0B9N3) unverändert mit "kaufen" ein.

Am 28.09.2006 habe die Aragon AG vorläufige Halbjahreszahlen ihrer wichtigsten Tochter Jung, DMS & Cie. (JDC) veröffentlicht. Die Umsatz- und Ergebniszahlen des Maklerpools, die den überwiegenden Teil der Konzernzahlen ausmachen würden (Umsatz 22,3 Mio. EUR, EBITDA 1,5 Mio. EUR), hätten im Rahmen der Analystenerwartungen gelegen. Die am 29.09.2006 vermeldeten Konzernzahlen seien ebenfalls wie erwartet ausgefallen. Umsatz und Ergebnis seien kräftig gewachsen. Die EBITDA-Marge habe sich von 2,7 auf 4,0% verbessert. Besonders positiv habe sich der operative Cashflow entwickelt. Er habe von 0,2 Mio. EUR auf 1,3 Mio. EUR gesteigert werden können.

Im 1. Halbjahr 2006 sei ein Absatzvolumen von 410 Mio. EUR (davon 335 Mio. EUR in Investmentfonds) erzielt worden. Vor allem der Investmentfonds- und Zertifikateabsatz habe sich trotz nachteilig wirkender Einflüsse zum Ende des Halbjahres (negative Aktienmarktentwicklung, Weltmeisterschaft) sehr gut entwickelt. Die Analysten würden im Gesamtjahr bedingt durch ein traditionell starkes viertes Quartal mit einem Absatzvolumen von rund 900 Mio. EUR rechnen und die Umsätze bei der JDC auf rund 46 Mio. EUR schätzen.

Das im April dieses Jahres übernommene Handelshaus für geschlossene Fonds und Beteiligungen BIT Treuhand habe sich im ersten Halbjahr noch verhalten entwickelt. Das Platzierungsvolumen habe unter dem Vorjahr gelegen. So habe der Absatz unter dem allgemeinen Markteinbruch bei geschlossenen Fonds (Platzierungsvolumen sei im 1. Halbjahr in Deutschland um 30% zurückgegangen) und dem Mangel an verfügbaren Topseller-Produkten gelitten. Entsprechend den niedrigen Umsätzen sei das Ergebnis leicht negativ ausgefallen. Im zweiten Halbjahr habe der Produktabsatz bei der BIT nach Unternehmensangaben bereits deutlich angezogen. Die Analysten würden von einem starken vierten Quartal ausgehen und auf Jahressicht mit Umsätzen auf Vorjahresniveau rechnen (14,5 Mio. EUR). Künftig würden alle Umsätze der Aragon-Gesellschaften im Bereich der geschlossenen Fonds über die BIT abgewickelt.

Die Zahlen der biw Bank seien in den Halbjahreszahlen noch nicht enthalten. Bei der biw als Abwicklungsbank der Onlinebroker Flatex und Etrade würden derzeit nach Unternehmensangaben pro Monat rund 2.000 neue Depots eröffnet (davon rund 1.500 über Flatex und rund 500 über JDC). Im ersten Halbjahr hätten nach Schätzungen der Analysten bereits ca. 8.000 neue Depots eröffnet werden können (per 09/06 14.500 Endkunden und Depots). Die Analysten würden im Gesamtjahr von rund 18.000 neuen Depots ausgehen. Die biw habe im ersten Halbjahr bereits schwarze Zahlen geschrieben. Aragon rechne im laufenden Jahr mit rund 1 Mio. Wertpapiertransaktionen, die über die biw Bank abgewickelt würden (+80% gegenüber 2005) und gehe von einem EBITDA-Beitrag von rund 1 Mio. EUR aus. Aragon erwarte bis Jahresende mindestens einen neuen Großkunden gewinnen zu können, der die biw als Abwicklungsplattform nutze.

Die Bedeutung der biw in Bezug auf Ergebnisbeiträge würden die Analysten künftig weiter zunehmen sehen. Zudem sei die Bank ein wichtiger Baustein im Allfinanzkonzept, der innerhalb des Konzerns über die Kontoverbindung die Kontrolle über Kundenbestände sichere und so den Kunden enger an den Vermittler binde.

Der Markt für Vermittler befinde sich vor dem Hintergrund der ab 2007 geltenden höheren Anforderungen an Qualifikation, Transparenzvorschriften und Haftungsauflagen im Rahmen der EU-Vermittlerrichtlinie und EU-Finanzmarktrichtlinie (Mifid) in einem Konzentrationsprozess. Von der zunehmenden Regulierung würden vor allem größere Anbieter wie JDC profitieren. Für kleine Vermittler könnte dagegen die Umsetzung problematisch werden. Weitere Zusammenschlüsse seien wahrscheinlich. Vermittler würden künftig bestrebt sein, sich starken Partnern anzuschließen (Stichworte Allfinanz-Ansatz, Haftungsdach). Das von JDC angebotene Haftungsdach könnten nur die Vermittler in Anspruch nehmen, die sich mit einem Pool-Partnervertrag exklusiv an die JDC binden und somit alle Umsätze über die JDC einreichen würden.

Die Analysten würden davon ausgehen, dass dadurch künftig der Anteil der exklusiv für JDC tätigen Vermittler signifikant steigen werde und dadurch mehr Geschäft über die Aragon-Strukturen abgewickelt werde. Dieser schwer zu prognostizierende Effekt werde mittelfristig einer der Hauptwachstumstreiber sein. Des Weiteren wolle Aragon weiterhin eine aktive Rolle im sich konsolidierenden Markt für Finanzvertriebe spielen und die erfolgreiche Buy- and Build-Strategie weiterführen. Neben einem starkeno rganischen Wachstum sollten weitere Akquisitionen insbesondere im Bereich Strukturvertrieb und Private Banking das Wachstum beschleunigen. Diesbezüglich würden die Analysten künftig von einem positiven Newsflow ausgehen.

Auf den ersten Blick erscheine ein KGV von 22,6 für 2007 ambitioniert. Da es sich aber bei Aragon um einen typischen Growth-Wert handle, der bis 2008 um durchschnittlich 50% wachsen sollte und sich einzelne Konzernunternehmen in der Aufbauphase befinden würden, sei die Profitabilität noch vergleichsweise gering. Durch die hohe Skalierbarkeit des Geschäftsmodells würden die Analysten mittelfristig mit EBIT-Margen rechnen, die sich dem Niveau der börsennotierten Wettbewerber (MLP, AWD) in Richtung über 10% angleichen würden. Die Analysten würden Aragon als Allfinanz-Konzern bereits gut aufgestellt sehen. Das Wachstum sollte künftig von verschiedenen Markttrends (private Altersvorsorge, Regulierung des Vermittlermarktes, zunehmender Beratungsbedarf durch komplexere Produkte) positiv beeinflusst werden.

Die Analysten von SES Research bekräftigen ihr Kursziel von 22,00 EUR und empfehlen weiterhin die Aragon-Aktie zu kaufen. (04.10.2006/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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