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Analysen - TecDAX
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14.09.2006
IDS Scheer günstig bewertet
FOCUS-MONEY
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www.optionsscheinecheck.de
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München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "FOCUS-MONEY" halten die Aktie von IDS Scheer (ISIN DE0006257009/ WKN 625700) mit einem 2007er KGV 18,4 für günstig bewertet.
Thomas Volk, Vorstandsvorsitzender von IDS Scheer, habe kurz nach Amtsantritt für einen Paukenschlag gesorgt. Er habe vor zwei Wochen angekündigt, dass aus IDS Scheer eine Firma werden solle, die beim Umsatz in Richtung 1 Mrd. Euro gehe. Im vergangen Geschäftsjahr habe der Erlös des in Saarbrücken ansässigen Software-Spezialisten noch bei knapp 320 Mio. Euro gelegen, das seien rund 70 Prozent weniger als die von Volk ausgegebene Marke.
Nach Meinung der Experten sei das Ziel zwar ambitioniert, aber erreichbar. Als einzige Beratungsfirma der Branche verdiene IDS Scheer auch Lizenzerlöse aus dem Verkauf einer eigenen Software - Aris. Das Programm optimiere die Geschäftsabläufe in Unternehmen. Volk wolle beim Vertrieb im Ausland die breite Kundenbasis großer Partner wie SAP nutzen. Die Technologie von Aris helfe unter anderem, die eigene SAP-Software schneller zu installieren. Das komme beim Kunden an.
Für IDS Scheer würden mit dem Debüt der SAP-Infrastruktur-Software in 2007 neue Zeiten anbrechen. Nach Meinung von Marc Osigus, Analyst bei SES Research, würden sich die Vertriebsmöglichkeiten deutlich verbessern. "Aris sei in der SAP-Software gleich integriert". Für den Anleger könne sich die Story lohnen. Denn nach Erachten von Osigus habe die Börse den Weckruf verschlafen. Das Kursziel des SES Research-Analysten liege bei 27 Euro, ein Plus von fast 60 Prozent gegenüber heute.
Allerdings würden sich die Saarbrücker nicht allein auf SAP verlassen wollen. Auf dem Wunschzettel stünden Kooperationspartner wie Microsoft, Fujitsu Siemens und Big Blue IBM. IDS Scheer habe Anfang des Monats eine engere Partnerschaft mit dem SAP-Erzrivalen Oracle bekannt gegeben. Nach Angaben von Osigus verfüge Oracle über fast die gleiche Produktpalette wie SAP. "Da sei es nur konsequent gewesen mit IDS Scheer zu kooperieren". Hingegen würden sich die Saarländer unabhängiger von dem Branchenprimus aus Walldorf machen.
IDS Scheer erwarte 2008 - dem Jahr Zwei nach der Markteinführung - einen "prozentual zweistelligen Umsatzbeitrag an den Konzern-Lizenzerlösen". Allerdings werde in der Branche gemutmaßt, dass bereits in der Vorbereitung der Kooperation - nämlich nach der Optimierung der Oracle-Software für eine Zusammenarbeit mit Aris - erste Beträge in die IDS-Scheer-Kassen geflossen seien. Und diese hätten zuletzt immer lauter geklingelt.
Im zweiten Quartal habe der Gesamtumsatz um 13 Prozent auf 88,4 Mio. Euro zugelegt. Die Lizenzerlöse aus dem Software-Verkauf seien dabei mit 41 Prozent stärker als von Analysten erwartet angestiegen. Der Anteil des so genannten Produktgeschäfts habe sich somit auf 32 Prozent und die Konzernmarge auf mehr als 11 Prozent verbessert. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Nettogewinn um 29 Prozent auf 5,9 Mio. Euro gestiegen. Folglich habe der Konzern die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Demnach lege das lukrative Produktgeschäft in 2006 zwischen 24 und 26 Prozent anstatt der ursprünglich erwarteten 16 bis 18 Prozent zu. Volk erwarte Erfolge dieser Art zukünftig auch verstärkt im Auslandsgeschäft.
Mit einem 2007er KGV von 18,4 erachten die Experten von "FOCUS-MONEY" die IDS Scheer-Aktie für günstig. (14.09.2006/ac/a/t)
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