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Analysen - Ausland
30.07.2001
Lloyds TSB halten
Hornblower Fischer

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Die Analysten von Hornblower Fischer stufen Lloyds TSB (WKN 871784) auf "halten" ein.

Großbritannies größte Retailbank habe in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahr einen Gewinnrückgang um 13% auf 1,29 Mrd. GBP oder 23,4 Pence je Aktie hinnehmen müssen. Analysten hätten mit einen Rückgang im Bereich zwischen 3% und 4% gerechnet. Demgegenüber habe Lloyds beim operativen Gewinn (+9%) und Ertragswachstum (+12% gg. H1 2000) die Investoren überraschen können. Ein differenzierteres Bild habe das Institut auch auf der Segmentebene geboten. Während sich der Vorsteuergewinn des UK Retailbanking um 11% und im Hypothekengeschäft um 4% ermäßigt habe, habe Lloyds im Lebensversicherungs- und im Geschäft mit Pensionsprodukten, beflügelt durch Scottish Widows (akquiriert im März 2000) um 34% auf 792 Mio. Pfund deutlich zulegen können. Dies unterstreiche, dass die viertgrößte Bank auf der Insel zwar im Business mit Versicherungsprodukten nach wie vor aussichtsreich positioniert sei, der Turnaround im wichtigeren Privatkundengeschäft aber noch nicht gelungen sei.

Obwohl das Management für das zweite Halbjahr weitere Fortschritte bei der operativen Performance anvisiert habe, dürfte die Trendwende im Retailbanking noch auf sich warten lassen. Nach der von den britischen Behörden untersagten Übernahme von Abbey National lasse auch die zukünftige Ausrichtung von Lloyds noch einige Fragen offen. Nachdem die Konsolidierung im britischen Bankgewerbe damit abgeschlossen scheine, könne Lloyds seine Wachstumsstrategie nur noch im Ausland fortsetzen. Da Investoren dieses Vorhaben mit großer Sorge begegnen, liege die besondere Herausforderung des Managements darin, eine Gesellschaft zu akquirieren, die zur Steigerung des Unternehmenswertes beitragen könne. Zweifelsohne liege hier für Investoren das größte Risiko, während dessen das operative Geschäft, getragen vom nach wie vor guten konjunkturellen Umfeld, positiv tangiert werden sollte. In diesem Zusammenhang habe CFO Kent Atkinson darauf hingewiesen, dass Lloyds zukünftig nach kleineren Gelegenheiten in UK sowie nach Opportunitäten in Kontinentaleuropa und USA suche.

Vor diesem Hintergrund trauen die Analysten von Hornblower Fischer Lloyds nur eine moderate Outperformance zu, zumal sich vergleichbare Wettbewerber wie Barclays Bank und Royal Bank of Scotland angesichts der größeren Wachstumsdynamik als besseres Investment erweisen sollten. Das Rating laute daher "halten".


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