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Analysen - Nebenwerte
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29.06.2006
Dürr kaufen
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Westerburg, 29. Juni 2006 (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Erhard Schmitt von Helaba Trust stuft die Aktie von Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) von "halten" auf "kaufen" herauf.
Wie andere von der Nachfrage der Automobilindustrie abhängige Maschinen- und Anlagenbauer habe auch Dürr vor der derzeit beobachtbaren Nachfrageerholung massiv unter rückläufigem Geschäftsvolumen bzw. einer dramatischen Verschlechterung der Projektkonditionen gelitten. Darauf habe der Konzern seit 2003 mit verschärften Kostensenkungen sowie einer deutlichen Verschlankung der Konzernstruktur auf zwei Geschäftsbereiche geantwortet. Entscheidende Kraft für die Erreichung der Ziele schöpfe das Unternehmen aus der Implementierung des Restrukturierungsprogramms "FOCUS" im zweiten Halbjahr 2005. Im Gegensatz zum Vorläufer "sprint2" beinhalte dieses Maßnahmenpaket neben reinen Kostensenkungen auch die Optimierung der innerbetrieblichen Abläufe und den Marktauftritt von Dürr.
Im saisonal benachteiligten Berichtsabschnitt zu Jahresbeginn hätten die fortgesetzten Kostensenkungen des Konzernprogramms in der Erfolgsrechnung noch nicht durchgeschlagen. Trotz einer Umsatzverbesserung von 5% gegenüber dem Vorjahr auf 309 Mio. EUR habe das Unternehmen einen operativen Verlust von 1,5 Mio. EUR hinnehmen müssen, nachdem das Minus im Vorjahr noch bei 2 Mio. EUR gelegen habe. Dies sei in erster Linie auf Aufwendungen für "FOCUS" über die 2005er Einmalbelastung von 46 Mio. EUR hinaus zurückzuführen. Dass der Fehlbetrag per Saldo mit 4,4 Mio. EUR sogar höher ausgefallen sei als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, sei auf den Wegfall des Gewinnbeitrags der inzwischen veräußerten Gesellschaften zurückzuführen. Der infolge des massiven Schuldenabbaus spürbar eingedämmte Netto-Finanzaufwand habe diese Lücke nicht füllen können.
Nach dem restrukturierungsbedingt hohen operativen Verlust 2005 befinde sich Dürr nun in einer typischen Turnaround-Situation mit entsprechenden Chancen und Risiken. Die 2006 noch bescheidenen Ertragsmargen würden aus der verzögerten Wirkung der Effizienzsteigerungsmaßnahmen bzw. deren Implementierung resultieren. Zu Hilfe komme dem Konzern die derzeitige Belebung der Nachfrage aus der Automobilindustrie. Mit jedem erreichten Meilenstein dürfte das Anlegervertrauen zunehmen. Selbst der Großaktionär sei zuletzt wieder auf der Käuferseite gewesen. Risikobewusste Investoren könnten die jüngste Korrektur, wodurch die Aktie wieder auf das Kursniveau zu Jahresanfang gesunken sei, zum antizyklischen Einstieg nutzen.
Vor diesem Hintergrund stufen die Analysten von Helaba Trust die Dürr-Aktie von "halten" auf "kaufen" herauf.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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