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Analysen - Ausland
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20.06.2006
Chevron halten
HSH Nordbank AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Westerburg, 20. Juni 2006 (aktiencheck.de AG) - Andy Sommer, Analyst der HSH Nordbank AG, stuft die Aktie von Chevron (ISIN US1667641005/ WKN 852552) weiterhin mit "halten" ein.
Chevron habe in den vergangenen Jahren mit stetig fallenden Produktionsvolumina zu kämpfen gehabt. In 2005 sei die Öl- und Gasförderung nur aufgrund der Übernahme von Unocal (Beitrag rd. 8%) um 0,3% gestiegen. Produktionsausfälle durch Hurrican-Schäden im Golf von Mexiko, der gestiegene Ölpreis und hohe Altersablaufraten seien für die schlechte Performance verantwortlich gewesen. Die kommenden Jahre dürften hier jedoch zu einer Trendwende führen: Die vollständige Integration von Unocal und einige Projekt-Starts in den kommenden Quartalen würden bis 2009 voraussichtlich zu einem Produktionswachstum von 4,2% p.a. führen.
Die neuen Projekte lägen v.a. im Tiefwasser-Bereich des Golfs von Mexiko, Asien und der Region um das kaspische Meer. Längerfristig arbeite Chevron auch an unkonventionellen Projekten wie Ölsand in Kanada und GtL in Australien, Nigeria und Katar. Allerdings bedeute diese Projektpipeline einen starken Anstieg der Produktionskosten, der durch staatliche Eingriffe (siehe Venezuela) noch erhöht werden könne.
Im Downstream-Bereich erwirtschafte Chevron in den USA nur relativ schwache Renditen. Diesem Problem wolle das Unternehmen durch Investitionen in den Ausbau der Komplexität, d.h. der stärkeren Nutzbarkeit billigerer, dafür aber aufwendiger zu verarbeitender Rohöle, entgegen treten. Eine gute Position habe man bereits durch die Unocal-Übernahme im schnell wachsenden asiatischen Markt erreicht; aber auch hier stünden weitere Investitionen auf der Agenda.
Finanziell sei Chevron trotz der Unocal-Übernahme sehr gut aufgestellt. Die Gewinne aus den hohen Öl- und Gaspreisen sowie Raffineriemargen hätten die Nettoverbindlichkeiten auf nahe Null gebracht und somit Potenzial für weitere Projektinvestitionen, aber auch Aktienrückkäufe und hohe Dividendenausschüttungen eröffnet. Angesichts der Markterwartungen der Analysten und der Tatsache, dass Akquisitionen aus Preisgründen derzeit nur im kleinen Rahmen getätigt werden dürften, würden die Analysten für die kommenden Quartale nicht von einer substanziellen Änderung dieser Situation ausgehen.
Chevron werde seit einigen Jahren aufgrund des schwachen Produktionsprofils mit einem Bewertungsabschlag zu anderen integrierten Ölkonzernen gehandelt. Sollten die geplanten neuen Projekte ohne größere Verschiebungen und Budgetüberschreitungen in Betrieb genommen werden, könnte dieser Discount in den nächsten Monaten schrumpfen. Die Analysten würden zudem ein KGV von unter 9 vor dem Hintergrund der Wachstumschancen für zu niedrig halten. Auf USD-Basis würden die Analysten daraus (zusammen mit ihrer DCF-Analyse) ein Total Return-Potenzial von 14,5% ableiten.
Aufgrund der Analystenerwartung einer weiteren Schwäche des US-Dollars gegen den Euro reduziert sich dieses Potenzial allerdings auf rund 6%, sodass die Analysten der HSH Nordbank AG ihre Empfehlung "halten" für die Chevron-Aktie bestätigen. Das Kursziel werde bei 64 USD gesehen.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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