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News - Ausland
24.05.2006
Update: Übernahmekarussell um Euronext dreht sich weiter
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Das Übernahmekarussell um die Vierländerbörse Euronext N.V. (ISIN NL0000241511/ WKN 693285) dreht sich auch zur Wochenmitte weiter. Neben Presseberichten um ein erhöhtes Angebot seitens der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) sorgten andere Berichte über eine Bevorzugung der NYSE Group Inc. (ISIN US62949W1036/ WKN A0ESZ9) seitens eines Hedge-Fonds.

Zuvor hatte die Deutsche Börse auf ihrer heutigen Hauptversammlung ihre Übernahmepläne verteidigt und die Dividende wie erwartet auf 2,10 Euro je Aktie verdreifacht. Seitens des Börsenbetreibers wurde aber eine Überzahlung der Euronext ausgeschlossen. Vorstandschef Reto Francioni erklärte auf der heutigen Hauptversammlung: "Durch die Kombination von Deutscher Börse und Euronext würde die erste wirklich europaweite Börsenorganisation geschaffen, die einen globalen Führungsanspruch erheben kann." Kurt Viermetz, Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, erklärte zudem, dass man Euronext-Chef Jean-François Theodore angeboten habe, das Unternehmen als alleiniger Vorstandschef bis zur Hauptversammlung 2008 zu führen.

Die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" hatte zuvor in ihrer Mittwochausgabe berichtet, dass die Deutsche Börse ihr Übernahmeangebot für die Vierländerbörse möglicherweise deutlich aufstocken und die Offerte der NYSE Group in Höhe von insgesamt rund 8,1 Mrd. Euro überbieten will.

Am Abend sorgte dann der Hedge-Fonds Atticus Capital mit seiner Unterstützung der US-Offerte für die Euronext für Furore. Wie das "Handelsblatt" am Mittwochabend in ihrer Onlineausgabe berichtet, hat sich Atticus indirekt für eine Übernahme der französisch dominierten Vier-Länder-Börse Euronext durch die New Yorker Börse ausgesprochen. Atticus kontrolliert den Angaben zufolge neun Prozent aller Euronext-Anteile, sechs Prozent der NYSE Group und fünf Prozent aller Aktien der Deutschen Börse. "Wir teilen die Einschätzung von Euronext, welche Angebot am besten für die Aktionäre ist", erklärte Atticus der Zeitung zufolge. Gleichzeitig habe Atticus die Tür für ein höheres Angebot der Deutschen Börse offen gelassen. So vertraue man darauf, dass die Euronext-Führung jede neue oder verbesserte Offerte fair prüfen werde.

Am Dienstag hatte die Hauptversammlung der Euronext einen Antrag verschiedener Hedgefonds abgelehnt, wonach das Übernahmeangebot der Deutsche Börse im besten Interesse der Aktionäre ist und deshalb bevorzugt werden soll. Mit diesem Beschluss wird das Angebot der Deutsche Börse nicht abgelehnt, sondern die Hauptversammlung lässt sich damit auch die Tür offen für weitere Übernahmegespräche mit der amerikanischen NYSE Group oder anderer potentieller Interessenten.

Die Aktie von Euronext schloss heute in Paris mit einem Minus von 4,29 Prozent bei 67,00 Euro, während die Aktie der Deutschen Börse zuletzt 2,33 Prozent auf 100,70 Euro verlor. Die Anteilsscheine der NYSE Group notieren derzeit in New York bei 56,95 Dollar (-5,16 Prozent).


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