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Analysen - Ausland
20.06.2001
CEZ verkaufen
Münchner Börsenbrief

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Die Aktie der CEZ AS (WKN 887832) sollte aus dem Depot entfernt werden, so lautet der Ratschlag von Wertpapieranalysten des Münchner Börsenbriefes.

Das tschechische Atomkraftwerk Temelin bereite dem Stromversorger Probleme. Bereits kurz nach der Inbetriebnahme sei es aufgrund technischer Probleme wieder vom Netz gegangen. Zudem würden auch ohne die anfallenden Reparaturen die Kosten bereits über dem eigentlichen Budget liegen.

Viel wichtiger sei aber, dass E.ON und jüngsten Zeitungsberichten zufolge auch RWE die direkten Lieferbeziehungen beenden wollten. Rund 80% der Stromexporte des Unternehmens gingen an Deutschland. Allein E.ON beziehe wiederum ein Viertel davon.

Auch wenn die deutschen Konzerne indirekt über den Stromhändler Enron wahrscheinlich weiterhin Strom von CEZ beziehen würden, sei die Ankündigung ein schwerer Schlag für die Tschechen. Denn wenn Temelin wieder ans Netz gehe, sei CEZ ohnehin gezwungen, mehr zu verkaufen beziehungsweise zu exportieren. Dies sei angesichts der ohnehin hohen Exportquote wohl kaum realisierbar.

Dementsprechend negativ sei auch die Kursentwicklung. Das Papier habe inzwischen ein Elf-Wochen-Tief erreicht und veranlasst das Researchteam des Münchner Börsenbriefes, den CEZ-Titel zum Verkauf zu stellen.



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