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Analysen - Neuer Markt
18.06.2001
Primacom untergewichten
Independent Research

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Die Analysten von Independent Research stufen die Aktie von Primacom (WKN 625910) unverändert mit untergewichten ein.

Primacom sei derzeit der fünftgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands. Das Unternehmen wachse gegenwärtig hauptsächlich durch Akquisitionen. Das Unternehmen übernehme Kabelnetzbetreiber, die sofort einen positiven EBITDA-Beitrag erbringen würden. Die Akquisitionen würden dabei nur in den bestehenden Kernregionen erfolgen, wodurch das bereits bestehende Netz verdichtet würde. Damit würde auch der Ausbau des Kabelnetzes zum Breitbandmedium wirtschaftlich attraktiver. Da gerade kleinere Kabelnetzbetreiber die für den Ausbau erforderlichen finanziellen Mittel nicht tragen könnten, falle es Primacom leicht, neue Akquisitionen zu tätigen. Diese Strategie habe allerdings den Nachteil, dass sich erhebliche Schulden auftürmen würden.

Die Zinszahlungen seien daher beinahe so hoch wie das EBITDA und würden zusammen mit den Firmenwertabschreibungen für erhebliche Verluste sorgen. Durch den Zusammenschluss mit EWT werde sich der Break even nach den Plänen des Managements mindestens bis 2003 verschieben. Die Liquidität des Unternehmens sei allerdings nicht gefährdet.

Weiteres Wachstum und vor allem höhere Margen sollen durch die “Veredlung” der bestehenden Kundenbasis erreicht werden. So sollen die Kunden zum teureren digitalen Fernsehangebot wechseln und Zusatzdienste ordern. Allerdings sei die vorhandene Kundenbasis dieser Dienste noch sehr gering. Auch in 2002 dürfte der Anteil der Digital-TV-Kunden noch weit unter einem Prozent der Gesamtkunden liegen. Langfristig dürfte das digitale Fernsehen aber zu einem Massenmarkt werden, wovon auch Primacom profitieren sollte.

Allerdings sehe man hauptsächlich die Content-Inhaber als die Gewinner dieser Entwicklung. Durch den Satellitenempfang, aber auch durch neue Übertragungswege wie DSL oder Richtfunk, dürften die Datenübertragungsdienste langfristig keine hohen Margen erlauben. Außerdem sei die Akzeptanz der Kapitalmärkte für dauerhaft hohe Verluste und den noch weit entfernten Sprung in die Gewinnzone auf absehbare Zeit gering.

Vor diesem Hintergrund kommen die Experten von Independent Research zu dem Fazit, dass ein Investment in Primacom nicht attraktiv erscheint.



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