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Analysen - Ausland
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18.06.2001
Nanogen noch abwarten
iWatch
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von „iWatch“ sind der Meinung, das man bei Nanogen (WKN 911841) noch abwarten kann, bevor man sich die Aktie in Depot legt.
Nanogen sei 1993 gegründet worden und habe seither eine Vielzahl patentierter Technologien entwickelt, die eine Nutzbarmachung der genetischen Informationen zum Ziel hätten. Ende letzten Jahres habe Nanogen mit der NanoChip Molecular Biology Workstation erst mal ein Produkt auf den Markt gebracht. Dieses Produkt diene der Analyse von Genen, um die gewonnenen Informationen in der klinischen Forschung zu einer praktischen Anwendung an Patienten weiter zu entwickeln.
Nanogen sei auf der Suche nach Partnern im Bereich der klinischen Forschung und der Molekular Diagnose. Diesen Partnern biete Nanogen eine Palette von derzeit 23 Patenten und ein Produkt. Der Partner selbst, so Gallahue, Praesident von Nanogen, sollte eine Entwicklungsabteilung und einige eigene Technologie besitzen, die dann mit der Nanogen-Technologie verbunden werden sollten.
Nanogen sehe sich als Pionier im Bereich der Unterstützung klinischer Genforschung und wolle mit seinen Produkten eine führende Position im noch jungen Markt einnehmen. Soweit die Story. Ein Blick auf die Zahlen lasse Ernüchterung einkehren: Der Umsatz habe im vergangenen Jahr 11,2 Mio. US-Dollar betragen und wachse mit 10- 20% p.a. stetig an. Für den Umsatz von 11,2 Mio. US-Dollar habe Nanogen jedoch 20 Mio. US-Dollar an Entwicklungskosten. Da gehöre schon eine Menge Idealismus hinzu, um über Jahre hinweg stets doppelt soviel auszugeben, wie man einnehme.
Der Kurs von Nanogen habe im Frühjahr vergangenen Jahres bereits bei 100 US-Dollar gelegen, heute seien es noch 8,22 US-Dollar. Aber selbst mit diesen 8,22 US-Dollar komme Nanogen noch auf eine Marktkapitalisierung von 170 Mio. US-Dollar, also dem 15fachen des Umsatzes. Das sei zu hoch. Im vergangenen Jahr seien durch ein Secondary Offering 80 Mio. US-Dollar in die Kassen gespült worden. Bei der aktuellen Investitionstätigkeit würden diese Mittel für weitere vier Jahre reichen. Das müssten sie auch, denn Nanogen habe auf absehbare Zeit nicht vor, profitabel zu werden.
Nanogen sei für Gentechnik Enthusiasten eine interessante langfristige Anlagemöglichkeit, dem kühlen Rechner jedoch, der die Marktchancen und das Potential der Nanogen-Entwicklungen nur erahnen könne, bleibe noch genug Zeit, abzuwarten und gegebenenfalls später dieses Unternehmen ins Depot zu nehmen: dann, wenn zumindest der Umsatz mit Wachstumsraten aufwarten könne, die ein solch hohes Umsatzmultipel rechtfertigen würden.
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