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Analysen - Neuer Markt
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11.06.2001
digital advertising marktneutral
Independent Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von „Independent Reserach“ stufen die Aktie digital advertising (WKN 513820) auf marktneutral
Nach einer Marktstudie per Mai 2001gehört die digital advertising AG bundesweit zu den Top 20-Anbietern von Komplettlösungen im Bereich E-Marketing. Der Konzern sei gerade dabei, die nationale wie auch internationale Expansion durch Kooperationen und Akquisitionen zu forcieren.
Die Erzielung einer kritischen Masse erfordere hohe Investitionen in die Unternehmensstruktur, in die Qualifikation der Mitarbeiter und in Systeme zur Unternehmenssteuerung. Diese Kosten hätten dazu geführt, dass das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000/2001 (31.03.) eine Gewinnwarnung habe aussprechen müssen und den geplanten Break-even nicht erreichen lassen. Um die im Zusammenhang mit dem geplanten, sehr starken Unternehmenswachstum stehenden neuen Aufgaben bewältigen zu können, habe man auch umfassende Beratungsdienstleistungen in Anspruch genommen. Mit aktuell rund 200 Beschäftigten betreue digital advertising Unternehmen wie Microsoft, RTL oder auch die Allianz.
In den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2000/2001 habe digital advertising einen Umsatz in Höhe von 7,5 Mio. Euro erwirtschaften können. Dies entspreche einem Anstieg von 195% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das organische Wachstum habe bei rund 89% gelegen.
Das beschleunigte Umsatzwachstum habe auf der Ergebnisseite zu starken Belastungen geführt. Investitionen für den Personalaufbau im administrativen Bereich, für M&A- und Kooperations-Aktivitäten, für die oben erwähnte Organisations- und Strategieberatung sowie Aufwendungen zur Verbesserung des Projektmanagements hätten das Ergebnis deutlich im negativen Bereich belassen. Ebenfalls habe ein erhöhter Abschreibungsbedarf für die getätigten Akquisitionen belastet.
Der Konzern habe einen EBITDA-Verlust von -1,2 (0,2) Mio. Euro ausweisen müssen. Der operative Verlust (EBIT) habe sich auf -1,9 Mio. Euro nach 0,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode belaufen. Der Periodenfehlbetrag sei mit -1,3 ( -1,9) Mio. Euro beziffert worden, der Fehlbetrag je Aktie habe bei -0,23 (-0,36) Euro gelegen. In Reaktion auf die entstandenen Verluste habe man eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr 2000/2001e aussprechen müssen. Sei digital ehemals von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen, stelle man nun einen operativen Verlust in Höhe von rd. -3 Mio. Euro in Aussicht. Man halte an der Umsatzplanung von 10,6 Mio. Euro weiterhin fest.
Wegen der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen für Web-Consultants halten die Analysten von „Independent Research“ diese Planung für ambitioniert und erwarten einen Umsatz von 10,3 Mio. Euro. Der operative Verlust dürfte nach ihren Schätzungen bei -2,9 Mio. Euro liegen. Sie würden einen Nettoverlust pro Aktie von -0,39 Euro prognostizieren. Für das laufende Jahr 2001/2002e würden die Analysten - akquisitionsbedingt - ein Umsatzwachstum von 90% sowie das Erreichen der Gewinnschwelle erwarten. Der Jahresüberschuss dürfte bei 0,3 Mio. Euro liegen.
Bei einem Umsatzzuwachs von 75% sollte digital advertising im folgenden Geschäftsjahr 2002/2003e einen Nettogewinn von 1,4 Mio. Euro erreichen können. Die EBIT-Marge würde dann einen bedeutenden Swing auf 6,0% erfahren können, so die Analysten.
Nach der Gewinnwarnung habe digital advertising seinen Kredit an der Börse fast völlig verspielt. Das Papier sei von seinen Höchstständen im Februar 2000 von rund 40 Euro weit entfernt. Habe der Konzern am Anfang des letzten Jahres zu den Hype-Unternehmen am Neuen Markt gehört, so hätten sich die Rahmenbedingungen der Branche infolge einer Nachfrageschwäche und einem damit verstärkten Preiskampf deutlich verschlechtert.
Für digital advertising gelte es nun, sich diesen Herausforderungen zu stellen und das angestrebte ambitionierte Wachstum zu bewältigen. Die eingeschlagene expansive Phase dürfte das Ergebnis mittelfristig weiter belasten. Die Analysten würden erst für das Geschäftsjahr 2002/2003e einen Ergebnissprung nach oben erwarten. Aus finanzieller Sicht stehe der Konzern mit einer Eigenkapitalquote von über 80% und liquiden Mitteln von rund 12 Mio. Euro immer noch gut da.
Gemäß den Analysten von „Independent Research“ stehen jedoch mehrere Gründe für eine Herunterstufung des Titels von ehemals übergewichten auf nun marktneutral: schwierige fundamentale Aussichten, ein noch nicht ökonomisch nachhaltiges Geschäftsmodell sowie der noch bestehende Vertrauensverlust am Kapitalmarkt.
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