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News - Marktberichte
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30.12.2005
Börsen in Europa: Rote Vorzeichen vor dem Jahreswechsel, starkes Gesamtjahr
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Die europäischen Börsen tendieren am letzten Handelstag vor dem Jahreswechsel aufgrund von Gewinnmitnahmen durchweg deutlich schwächer, können aber dennoch ausnahmslos auf ein gutes Börsenjahr zurückblicken. So verliert der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 0,92 Prozent auf 3.583,24 Punkte, legte im Jahresverlauf aber rund 20 Prozent zu. Der auch britische und schweizerische Werte umfassende Dow Jones STOXX 50 verliert 0,64 Prozent auf 3.349,23 Zähler und legte auf Jahressicht ebenfalls um rund 20 Prozent zu. Der in Paris beheimatete EURONEXT 100 büßt 0,75 Prozent auf 812,27 Punkte ein, im Gesamtjahr kletterte das Börsenbarometer indes um mehr als 20 Prozent.
Die europäischen Länderbörsen präsentieren sich heute ebenfalls ausnahmslos leichter, konnten im vergangenen Jahr aber teilweise deutlich zulegen. Um mehr als 50 Prozent ging es für den österreichischen Leitindex ATX nach oben, mehr als 30 Prozent legte der schweizerische SMI zu. Der französische CAC40 verbesserte sich um rund 25 Prozent, der spanische IBEX 35 gewann rund 20 Prozent. 15 Prozent legte der britische FTSE 100 zu, mit einem 11-prozentigen Kurszuwachs schnitt der italienische IBEX 35 verhältnismäßig schwach ab.
In London schlugen sich heute Papiere des Kupferminen-Betreibers Antofagasta mit einem Aufschlag von mehr als 2 Prozent an die Spitze des FTSE 100. Anteilsscheine des Rüstungskonzerns BAE Systems büßten indes rund 1,7 Prozent ein. In Paris können derzeit lediglich Aktien von Pernod Ricard leicht zulegen, die restlichen im CAC40 gelisteten Titel sacken durch die Reihe weg ab. Dabei geht es insbesondere für die beiden Autobauer Peugeot und Renault sowie für die Finanztitel BNP Paribas und AXA nach unten. In Österreich fand heute kein Handel mehr statt, in Zürich legen Clariant sowie Synthes etwas stärker zu. Die UBS sowie Swiss Re verlieren indes deutlicher.
Indexstände (14:03 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 3.583,24 (-0,92 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 3.349,23 (-0,64 Prozent)
EURONEXT 100: 812,27 (-0,75 Prozent)
FTSE 100 (London): 5.618,80 (-0,35 Prozent)
CAC40 (Paris): 4.730,65 (-0,89 Prozent)
MIB 30 (Mailand): 35.706,00 (-0,70 Prozent)
IBEX 35 (Madrid): 10.725,40 (-0,49 Prozent)
SMI (Zürich): 7.576,16 (-0,57 Prozent)
ATX (Wien): 3.667,03 (+0,39 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Die niederländische Ahold N.V. (ISIN NL0000331817/ WKN 851287), die weltweit viertgrößte Einzelhandelskette, beabsichtigt, weitere Abschreibungen auf seine Tochter U.S. Foodservice vorzunehmen. Wie das Unternehmen heute in Amsterdam verkündete, sollen bereits im laufenden Quartal 50 bis 60 Mio. Dollar abgeschrieben werden. Begründet wurde diese Maßnahme mit der Neuausrichtung von U.S. Foodservice, in deren Zusammenhang 700 Stellen wegfallen sollen. Hinzu kämen Belastungen für die Neubewertung von Vermögensgegenständen sowie die Beilegungen von Rechtstreiten.
Die österreichische RHI AG (ISIN AT0000676903/ WKN 874182) hat von dem amerikanischen Mischkonzern Honeywell International Inc. (ISIN US4385161066/ WKN 870153) eine Ausgleichszahlung in zweistelliger Millionenhöhe erhalten. Wie der Konzern heute bekannt gab, Hat Honeywell der Tochter RHI Refractories Holding vertragsgemäß 20 Mio. Dollar gezahlt, nachdem die noch im US Chapter 11-Verfahren befindliche und von RHI bereits Ende 2001 entkonsolidierte Gesellschaft NARCO einen von Honeywell akzeptierten angepassten Reorganisationsplan bei Gericht in Pittsburgh eingebracht hat. Honeywell hatte sich laut der Pressemitteilung des österreichischen Mischkonzerns Anfang 2002 vertraglich verpflichtet, RHI nach Eintritt bestimmter Voraussetzungen im Zusammenhang mit dem NARCO Chapter 11 insgesamt 60 Mio. Dollar zu zahlen. Die noch ausstehenden 40 Mio. Dollar werden fällig, wenn das Chapter 11-Verfahren von NARCO erfolgreich abgeschlossen wurde. Dies wird für 2006 erwartet. Die Zahlung von 20 Mio. Dollar bzw. rund 17 Mio. Euro wird in das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) der RHI AG einfließen. Insgesamt wird das EBIT im RHI Konzern 2005 nach aktueller Einschätzung einschließlich dieser Zahlung knapp unter dem Vorjahreswert von 135,6 Mio. Euro liegen. Dabei wird das EBIT im Geschäftsbereich Feuerfest (RHI Refractories) durch die Steigerung der Energie- und Rohstoffkosten schwächer ausfallen als im Vorjahr. Das EBIT im Bereich Dämmen (Heraklith) wird den Vorjahreswert deutlich übertreffen, Holding/Sonstiges etwa auf Vorjahresniveau liegen, teilte der Konzern weiter mit.
Die Bank Austria Creditanstalt AG (ISIN AT0000995006/ WKN 813030) hat die Mehrheit an der Nova Banjalucka Banka (NBB) übernommen. Wie das österreichische Kreditinstitut heute bekannt gab, wurde eine Vereinbarung zum Kauf von 83,27 Prozent der Anteile der in der zu Bosnien-Herzegowina gehörenden Teilrepublik Republika Srpska ansässigen Bankgesellschaft geschlossen. Die Verkäufer der Anteile sind Dragoljub Lekic und die European Construction Ltd. Die restlichen 16,73 Prozent stehen im Eigentum von Minderheitsaktionären. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Die NBB beschäftigt 512 Mitarbeiter und verfügt über 72 Filialen mit 150.000 Kunden. Das Kreditinstitut ist mit einer Bilanzsumme von 121 Millionen Euro und 12,5 Prozent Marktanteil die Nummer 3 in der Republika Srpska und mit einem Marktanteil von 2,4 Prozent die Nummer zwölf am gesamten Bankenmarkt in Bosnien-Herzegowina.
Die spanische Banco Santander Central Hispano S.A. (BSCH) (ISIN ES0113900J37/ WKN 858872), Eigentümer der britischen Bankgesellschaft Abbey National, denkt Presseangaben zufolge über den Rückkauf der Kreditkartensparte von Abbey National nach. Dies berichtet die "Financial Timesheute unter Berufung auf gut informierte Kreise. Abbey National hatte das Kreditkartengeschäft im Jahr 2001 an die amerikanische MBNA Corp. (ISIN US55262L1008/ WKN 881092) ausgegliedert. BSCH, welche Abbey National im Jahr 2004 vollständig übernommen hat, will nun das Kreditkartengeschäft wieder unter das eigene Dach zurückholen. In diesem Zusammenhang wird Banco Santander die zuvor von Abbey National an MBNA ausgegliederten Konzernteile laut dem Bericht wohl zurückkaufen müssen. Der Kaufpreis dürfte laut dem Bericht bei mehr als 289 Mio. Britischen Pfund (GBP) liegen. BSCH will die Aktivitäten der Kreditkartensparte von Abbey National in die bereits bestehenden Geschäftsaktivitäten in diesem Segment integrieren. Derzeit verfügt BSCH weltweit über 15 Millionen Kreditkartenkunden.
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