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Analysen - DAX 100
29.12.2005
Norddeutsche Affinerie kaufen
Bankhaus Lampe

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Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Roland Könen, bewertet die Aktie der Norddeutschen Affinerie (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) weiterhin mit "kaufen".

Die Gesellschaft habe Mitte Dezember die vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004/05 (30.9.) bekannt gegeben, die in Bezug auf das operative Ergebnis (EBIT) und die Dividende im Rahmen der Schätzungen der Analysten vom Bankhaus Lampe (101 Mio. Euro bzw. 1,00 Euro) gelegen hätten, auf Nettoebene trotz Sonderaufwendungen sogar ihren optimistischen Prognosen (54 Mio. Euro) hätten übertreffen können.

Bei der Analyse der Kennziffern müsse beachtet werden, dass sich der Personalaufwand insbesondere aufgrund von Rückstellungen im Rahmen des erfolgsorientierten Vergütungssystems um 9 Mio. Euro auf 189 Mio. Euro erhöht hätte. Darüber hinaus sei die Ertragsrechnung von einer außerplanmäßigen Abschreibung auf den Geschäftsund Firmenwert bei Prymetall in Höhe von 8 Mio. Euro belastet worden. In der Vorjahresperiode hätten diese Impairmentabschreibungen bei Prymetall bei rund 10 Mio. Euro gelegen. Weiterhin habe der Konzern noch Restrukturierungskosten im nach den Einschätzungen der Analysten vom Bankhaus Lampe niedrigen einstelligen Millionenbereich bei dem in die Prymetall integrierten Schneidecenter EIP Metals verbuchen müssen.

Die mehr als Verdoppelung des Konzernjahresüberschusses von 27 Mio. Euro auf 61 Mio. Euro habe nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe unter anderem folgende Ursachen: Aufgrund der sukzessiven Neuverhandlung von Schmelzlohnverträgen auf einem höheren Niveau hätten die gestiegenen Schmelzlohneinnahmen zu höheren Ergebnissen in der Kupfererzeugung geführt. Die Produktion und der Absatz der wichtigsten Kupferprodukte (Gieswalzdraht, Stranggussformate, Vorwalzband) hätten wieder ein hohes Niveau erreicht, hätten jedoch unter den sehr hohen Werten des Vorjahres gelegen.

Die Ergebnisentwicklung bei Prymetall und Schwermetall habe sich deutlich verbessern können, sei bei Prymetall jedoch immer noch nicht auf einem zufriedenstellenden Niveau gewesen. Aus diesem Grund habe die Norddeutschen Affinerie die oben genannten Sonderabschreibung in Höhe von 8 Mio. Euro vorgenommen. Der um 19 Mio. Euro auf 137 Mio. Euro erhöhte Brutto Cash-flow habe zu einem weiteren Abbau der Nettofinanzverbindlichkeit um 58 Mio. Euro auf 95 Mio. Euro geführt, so dass sich auch das Finanzergebnis um rund 2 Mio. Euro habe verbessern können. Die Steuerquote habe aufgrund von positiven Einmaleffekten mit knapp 33% um über 10-Prozentpunkte unter dem Wert aus 2003/04 gelegen. In Summe habe dies zu einer Ergebnisverbesserung des Konzerngewinns um etwa 10 Mio. Euro geführt.

Im Ausblick auf das angelaufene Geschäftsjahr 2005/06 halte sich das Management mit quantitativen Aussagen zurück und beschränke sich wie gewohnt auf qualitative Äußerungen. So gehe der Vorstand davon aus, dass die kräftige Nachfrage nach Kupfer und Kupferprodukten auch 2006 andauern werde, was vor allem für den nordamerikanischen Markt sowie Asien gelte. Für die europäischen Kernmärkte erwarte der Konzern insgesamt einen leichten Bedarfsanstieg, der durch die ansteigende Investitionstätigkeit verursacht werde.

Der hohe Kupferpreis könnte sich angabegemäß jedoch teilweise negativ auf die Nachfrage nach Standardprodukten auswirken, da es auf hohem Preisniveau zu Substitution im eher niedrigwertigen Produktbereich (Rohre) mit anderen Materialen wie Aluminium oder Kunststoff kommen könne. Zudem müsse der Konzern mit einem relativ kurzfristigen Bestellverhalten der Kunden aufgrund deren erhöhten Finanzierungsbedarfs umgehen.

Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen habe der Konzern bereits Ende Oktober bekannt gegeben, die für den kommenden Sommer geplanten Revisionsarbeiten und Verbesserungsmaßnahmen in der Rohhütte Werk Ost (RWO) in Hamburg in das laufende erste Quartal vorzuziehen, um die Durchsatzleistung, die in 04/05 von 1,091 Mio. t (2003/04: 1,021 Mio. t) betragen habe, erneut zu erhöhen.

Für diese Maßnahme sei die Konzentratverarbeitung für zwei Wochen außer Betrieb genommen worden, was angabegemäß zu einer Ergebnisbelastung im ersten Quartal von rund 6,5 Mio. Euro führe. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung solle die Ergebnisentwicklung gegenüber dem ersten Quartal 2004/05 insgesamt jedoch relativ gering sein. Nach einem EBIT in Höhe von 15 Mio. Euro in den ersten drei Monaten in 2004/05 gehe man aktuell bei einem Umsatzniveau von 650 Mio. Euro von eine operativen Ergebnis von 13,5 Mio. Euro aus.

Aufgrund der in den kommenden Monaten aber erhöhten Durchsatzleistung bei steigenden Schmelzlöhnen würden sich die durchgeführten Arbeiten angabegemäß insgesamt jedoch positiv auswirken, da die höhere Kapazität dann früher als zunächst geplant zur Verfügung stehe. Auf Gesamtjahressicht erwarte das Management einen positiven EBIT-Effekt von rund 4 Mio. Euro.

Im Zuge der angehobenen Planzahlen hätten die Analysten vom Bankhaus Lampe auch ihre Bewertungsmodelle überarbeitet. Insgesamt würden sie ihr Kursziel auf Jahressicht von bislang 21,00 Euro auf nunmehr 24,00 Euro erhöhen, wenngleich sie sehen würden, dass es aufgrund der Kursgewinne der letzten Monate in den kommenden Wochen auch zu temporären Gewinnmitnahmen kommen könne. Das Kursziel würden sie maßgeblich aus einem Peer Group-Vergleich mit den Unternehmen KGHM, Outokumpu, Boliden und Umicore auf Basis der 2005/06er und 2006/07er Zahlen errechnen.

In Bezug auf das KGV errechne man eine leichte Unterbewertung (Fair Value: rund 23 Euro), in Bezug auf den EV/EBIT-Multiplikator eine deutliche Unterbewertung (Fair Value: ca. 30 Euro) und in Bezug auf das KBV eine leichte Überbewertung (Fair Value: über 19 Euro). Weiterhin zeige das DCF-Modell der Analysten vom Bankhaus Lampe, das sie jedoch aufgrund der zahlreichen Stellschrauben nur eingeschränkt in die Bewertung einfließen lassen würden, eine mögliche Höherbewertung mit Kursen um 26 Euro an. Die Dividendenrendite liege auf aktuellem Kursniveau noch bei rund 5%, wobei sie in den kommenden beiden Perioden mit einer leicht steigenden Ausschüttung rechnen würden.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihr "kaufen"-Rating für die Aktie der Norddeutschen Affinerie.



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