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Analysen - DAX 100
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12.12.2005
Vossloh halten
Bankhaus Lampe
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Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Vossloh (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) von "kaufen" auf "halten" herab.
Vossloh habe Ende der vergangenen Woche traditionell die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2005 bekannt gegeben. Im Geschäftsjahr 2005 solle Vossloh nach Angaben des Managements einen Jahresumsatz von 999,3 Mio. EUR (die Analystenprognose: 1,015 Mrd. EUR) erzielt haben. Aufgrund der bekannten Einmalbelastungen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Lokwerkes in Kiel, des Investitionsrückgangs der Deutschen Bahn (DB) und der gestiegenen Rohstoffkosten, insbesondere Stahl, solle das operative Ergebnis (EBIT) 89,7 Mio. EUR (die Analystenprognose: 90,4 Mio. EUR) nach 105,8 Mio. EUR in 2004 erreichen. Dies entspreche einem Margenrückgang von 11,5% auf 9,0%. Zeitgleich solle der Jahresüberschuss bei 46,8 Mio. EUR (die Analystenprognose: 47,0 Mio. EUR) und das Ergebnis je Aktie bei 3,20 EUR (die Analystenprognose: 3,22 EUR) liegen.
In Bezug auf die Dividende habe sich das Management dahingehend geäußert, dass die allgemeine Politik einer Ausschüttungsquote von einem Drittel des Jahresüberschusses bzw. dem Beibehalten des einmal erreichten Niveaus fortgesetzt werden solle. Hieraus leite man eine unveränderte Prognose einer Dividende von 1,30 EUR für das Geschäftsjahr 2005 ab.
Für das kommende Geschäftsjahr plane Vossloh mit einem Umsatzniveau von 1,14 Mrd. EUR, wobei hierin die Akquisition von Pfleiderer track systems, deren endgültiger Vollzug seitens des Managements für Anfang Januar 2006 erwartet werde, bereits berücksichtigt sei. Jüngsten Zeitungsberichten (WamS) zufolge könnte es jedoch zu zeitlichen Verzögerungen seitens der Kartellbehörden kommen. Das EBIT solle nach Angaben der Gesellschaft in 2006 auf rund 107 Mio. EUR steigen.
Auf der einen Seite profitiere Vossloh dabei von dem erhöhten Umsatzniveau und den wegfallenden Restrukturierungsaufwendungen. Auf der anderen Seite belaste jedoch ein veränderter Produktmix mit Rückgängen in margenstarken Bereichen und Wachstum in margenschwächeren Produkten sowie ein deutlich angezogener Preisdruck, der auf die hohen Rohstoffkosten zurückzuführen sei, die nicht vollends an die Kunden weitergegeben werden könnten.
Beim Jahresüberschuss rechne der Konzern für 2006 mit 53,0 Mio. EUR bzw. einem Gewinn je Aktie von 3,60 EUR. Angesichts der Akquisition von Track Systems sollten sich die Nettofinanzschulden von rund 160 Mio. EUR auf knapp 300 Mio. EUR Ende 2006 erhöhen. Bei einer Eigenkapitalquote von 32,6% nach 34,3% in 2005 würde sich das Net Gearing dann auf 75% belaufen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe hätten ihre Umsatzschätzung für 2006 um 100 Mio. EUR auf nur noch 1,15 Mrd. EUR reduziert. In Summe führe dies zu einer Verringerung der Gewinnschätzung je Aktie von 4,30 EUR auf 3,67 EUR. Für die Folgeperiode 2007 würden die Adjustierungen zu einer Reduktion des Ergebnisses je Aktie von 4,79 EUR auf 4,15 EUR führen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Aktie von Vossloh von "kaufen" auf "halten" zurück und reduzieren ihr Kursziel auf Sicht von 12 Monaten von 48,00 EUR auf 46,00 EUR.
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