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Analysen - Nebenwerte
24.11.2005
Dürr Turnaround-Story
Aktienservice Research

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Dem langfristig ausgerichteten Anleger empfehlen derzeit die Analysten von "Aktienservice Research" die Aktien von Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) zum Kauf.

In den ersten neun Monaten 2005 sei der Anlagenbauer Dürr mit 4,6 Millionen Euro in die Verlustzone gerutscht. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum sei noch ein Gewinn von 3,3 Millionen Euro ausgewiesen worden. Belastet hätten zum einem deutlich höhere Zinsaufwendungen, aber auch operativ sei es nicht bestens gelaufen. Das EBITDA habe 41,4 Millionen Euro erreicht, nach 45,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz habe mit 1,15 Milliarden Euro um 15 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, der jedoch wegen eines Großauftrags überdurchschnittlich hoch ausgefallen sei. Dagegen habe sich der Auftragseingang positiv entwickelt. Er habe sich von 1,14 auf 1,18 Milliarden Euro erhöht. Trotz dieser teilweise negativ anmutenden Zahlen gebe es jedoch einige Lichtblicke. So habe das dritte Quartal auf der Gewinnseite bereits wieder überzeugen können. Das EBITDA habe sich von 15,1 auf 18 Millionen Euro verbessert. Unter dem Strich habe Dürr 2,1 Millionen Euro verdient, nach einem Verlust von 1,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der angeschlagene Anlagenbauer wolle nun das Grundkapital um zehn Prozent erhöhen und unter Ausschluss des Bezugsrechts 1,43 Millionen neue Stammaktien ausgeben. Das Unternehmen erwarte aus der Kapitalmaßnahme Erlöse von 21,8 Millionen Euro. Mit dem Geld wolle Dürr das bis zu 50 Millionen Euro teure Sanierungsprogramm FOCUS teilweise finanzieren. Der Traditionskonzern leide unter der schwachen Investitionsneigung der Autohersteller und geschrumpften Anzahlungen von Auftraggebern. Dadurch habe sich der Finanzbedarf deutlich erhöht und auch die Geschäfte würden nicht besonders laufen. Dies solle sich aber schon bald wieder ändern. So wolle Dürr beispielsweise in der Sparte Lackier- und Montageanlagen knapp zehn Prozent der Stellen streichen. Gleichzeitig wolle das Unternehmen sich unabhängiger von Großaufträgen machen. Auch fokussiere sich der Konzern künftig auf das Kerngeschäft mit der Automobilindustrie. Bis Jahresende solle die Konzentration auf diesen Bereich abgeschlossen sein.

Im dritten Quartal habe Dürr das Segment Development Test Systems für 27 Millionen Euro veräußert. Der Verkauf des Geschäftsbereichs Mess- und Prozesstechnik sei ebenfalls angekurbelt worden und bis Jahresende würden die vom Käufer zu zahlenden Mittel von 205 Millionen Euro fließen. Dank der einmaligen Erlöse aus den Veräußerungen könne der Konzern seine Finanzstruktur nachhaltig verbessern. Ende September hätten netto rund 312 Millionen Euro Schulden in den Büchern gestanden. Bis Jahresende sollten sie auf weniger als 200 Millionen Euro zurückgehen. Erfreulich sei auch, dass sich Dürr mit seinen Gläubigern auf neue Kreditbedingungen geeinigt habe. Zu besseren Bedingungen könne das Unternehmen nun über einen Kreditrahmen von 120 Millionen Euro verfügen. Insgesamt habe Dürr damit seinen finanziellen Spielraum deutlich verbessert. Nachdem das Unternehmen seine Finanzen geordnet habe, könne es sich nun vollends auf die Umsetzung des Konzernprogramms FOCUS konzentrieren.

Im Gesamtjahr 2005 erwarte Dürr nun für die fortgeführten Aktivitäten einschließlich des Geschäftsbereichs Measuring and Process Technologies einen Umsatz in der Größenordnung von 1,7 Milliarden Euro, nach 1,9 Milliarden Euro 2004. Der Auftragseingang solle dabei leicht über dem Vorjahresniveau von 1,6 Milliarden Euro liegen. Bei den Gewinnen halte sich der Vorstand aber bedeckt. Bereits im kommenden Jahr sollten sich die eingeleiteten FOCUS-Maßnahmen in einer günstigeren Kostenstruktur niederschlagen. Dürr erwarte für 2006 ein positives Nettoergebnis. Nach Abschluss des 18-monatigen FOCUS-Programms solle 2007 eine Vorsteuermarge von vier Prozent und eine EBITDA-Marge von acht Prozent erzielt werden. Sollte das Unternehmen nun mit weiteren guten Nachrichten aufwarten können, dürften die Kurse weiter anziehen. Damit sei Dürr eine gute Turnaround-Story. Eine Depotbeimischung mit dem Wert könnte sich langfristig auszahlen.

Vor diesem Hintergrund raten die Analysten von "Aktienservice Research" zu einem langfristigen Engagement in die Aktien von Dürr. Der Stoppkurs sollte bei 14,40 Euro platziert werden.



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