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News - DAX 100
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23.11.2005
Presse: Rücktritt bei Merck KGaA aufgrund von Differenzen mit Eignerfamilie
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Der überraschende Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der Merck KGaA (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) ist Presseangaben zufolge wahrscheinlich durch Differenzen mit der Eignerfamilie des im MDAX notierten Konzerns zustande gekommen.
"Es gab klare Differenzen zwischen der Merck-Familie und Scheuble auf persönlicher Ebene", sagte eine Firmensprecherin am Mittwoch gegenüber dem "Handelsblatt". "Es hatte nichts zu tun mit der Strategie, der operativen Entwicklung oder irgendwelchen anderen finanziellen Dingen", ergänzte die Sprecherin.
Am Dienstagabend hatte Merck bekannt gegeben, dass Prof. Dr. Bernhard Scheuble den Vorsitz der Geschäftsleitung "im gegenseitigen Einvernehmen" abgegeben hat. Mit sofortiger Wirkung wurde sein bisheriger Stellvertreter Michael Römer zum Nachfolger ernannt. Römer habe sich in den 27 Jahren seiner Betriebszugehörigkeit "eine breite Vertrauensbasis innerhalb und außerhalb des Unternehmens geschaffen" und sei "ein Garant der Kontinuität", erklärte der Vorsitzende des Gesellschafterrates der E. Merck OHG, Frank Stangenberg-Haverkamp.
Wie die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise weiter berichtet, hat die Familie, die 73 Prozent der Anteile an dem Konzern hält, zwar die Strategie von Scheuble mitgetragen. Dennoch habe die Chemie zwischen beiden Parteien nicht mehr gestimmt, hieß es weiter. Laut dem "Handelsblatt" waren viele Familienangehörige mit dem eigenwilligen Führungsstil von Scheuble nicht einverstanden und übten Kritik an der mäßigen Entwicklung in der Pharma-Sparte des Konzerns.
Die Aktie von Merck, die zwischenzeitlich Kurseinbußen von bis zu 7 Prozent hinnehmen musste, verliert aktuell 4,62 Prozent auf 70,20 Euro.
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